Anästhesie und Schmerztherapie: Eine Säule der Fast-track Rehabilitation
Baxter Deutschland GmbH
Ziel der Fast-track Rehabilitation ist, Patienten auf dem direkten
Weg – ohne
Umweg durch ein perioperatives Tal – der postoperativen Erholung zuzuführen.
Anästhesie und Schmerztherapie spielen dabei eine tragende Rolle: Je effektiver
und schonender sie sind, desto besser unterstützen sie das Behandlungsziel.
Für die Allgemeinanästhesie empfiehlt sich die gemeinsame Gabe des
volatilen Anästhetikums Desfluran (Suprane®) und des Opioids Remifentanil;
diese Kombination gilt heute als die am besten steuerbare Anästhesietechnik.
Für die postoperative Schmerztherapie ist die thorakale Epiduralanalgesie
(TEA) das Mittel der Wahl.

Desfluran und Remifentanil: Schnell und gut steuerbar
Desfluran ermöglicht – ebenso wie Remifentanil – eine präzise
Steuerung der Narkosetiefe. Die Zufuhr kann daher genau der im Operationsverlauf
schwankenden Schmerzintensität angepasst werden. Ebenso kann auf hämodynamische
Veränderungen schnell und angemessen reagiert werden. Über die hervorragende
Steuerbarkeit hinaus ist sowohl bei Einzelgabe als auch bei Kombination beider
Substanzen eine schnelle Narkoseein- und -ausleitung möglich. Bei Desfluran
ist dies auf die geringe Löslichkeit im Blut zurückzuführen – das
Inhalationsanästhetikum hat im Vergleich zu Desfluran und Isofluran mit
0,42 den niedrigsten Blut/Gas-Verteilungskoeffizienten. Auch nach längeren
Eingriffen sind die Aufwachzeiten genau vorhersehbar, und die Aufwachqualität
ist hoch. Remifentanil wird kaum im Fettgewebe kumuliert und Desfluran hat
mit 0,02 % die niedrigste Metabolisierungsrate überhaupt; diese Eigenschaften
tragen maßgeblich zur guten Verträglichkeit der Substanzen bei.
Die thorakale Epiduralanalgesie: Sicher und schonend
Um auf Rückenmarkebene die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses
zu verhindern, sollte der präoperativ angelegte Epiduralkatheter bereits
während des Eingriffs, spätestens aber im Rahmen der Narkose- und
Operationsausleitung, eingesetzt werden. Dazu wird er kontinuierlich mit einem
Lokalanästhetikum und einem Opioid beschickt (z.B. Ropivacain und Sufentanil).
Intraoperativ werden ca. 8 bis 10 ml gegeben. Die postoperative Dosierung hängt
davon ab, ob die TEA kontinuierlich (CEA) oder Patienten kontrolliert (PCEA)
fortgesetzt wird. In beiden Fällen erhalten die Patienten eine Basalrate.
Bei der CEA beträgt diese 8 bis 10 ml, bei der PCEA nur 4 bis 6 ml. Die
Patienten haben aber die Möglichkeit, mittels einer Pumpe selbständig
einen Bolus von 3 bis 4 ml alle 20 Minuten zu applizieren.
Die Gabe von Opioiden sollte im Rahmen einer Fast-track Rehabilitation vermieden
werden. Diese führt u.a. zu Darmträgheit und läuft somit dem
Ziel einer möglichst komplikationslosen und raschen Erholung zuwider.
Ist sie dennoch notwendig, sollten nur Substanzen verordnet werden, die die
Funktion des Darms so wenig wie möglich stören (z.B. Tilidin und
Naloxon ret.).

Für den Notfall: Systemische Nichtopioide
Erweist sich die Epiduralanalgesie unmittelbar nach der Operation oder an den
Tagen danach trotz zusätzlicher Opioidgabe als unzureichend, sind so genannte „Rescue“-Maßnahmen
einzuleiten: Diese reichen von einer Überprüfung der Lage des Epiduralkatheters
und ggf. Korrektur über eine zusätzliche Bolusgabe, Erhöhung
der Lokalanästhetikakonzentration und Steigerung der Infusionsrate bis
zur Entfernung des Epiduralkatheters und systemischer Verabreichung von Nichtopioiden
(z.B. Metamizol, Paracetamol, Celecoxib, Diclofenac).
Herausgeber
Baxter Deutschland GmbH
Edisonstraße 4
85716 München-Unterschleißheim
Emailadresse Autor: