QUIPS - Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
Nürnberg - Nach einer Operation fast ohne Schmerzen aufzuwachen wünschen sich alle Patienten. Damit das für immer mehr Patienten möglich wird, startet die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) für alle interessierten Krankenhäuser das bundesweite Projekt "Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie" (QUIPS). Ziel ist es, die Qualität
der Schmerztherapie in Krankenhäusern durch die Messung der Ergebnisqualität zu analysieren und bei Bedarf zu verbessern.

Ausschlaggebend ist dabei das
subjektive Schmerzempfinden der Patienten. Deshalb werden diese bei QUIPS
nach einer Operation dazu befragt. Der Leistungsvergleich übers Internet
mit anderen Kliniken und die wöchentliche Rückmeldung der analysierten Ergebnisse helfen zusätzlich, die Schmerztherapie weiter zu optimieren.
"Wenn Patienten nach Operationen nicht ausreichend mit Schmerzmitteln
versorgt werden, kann es zu Komplikationen kommen. Das verlängert die
Liegezeit in der Klinik. In manchen Fällen kann dies auch zu chronischen
Schmerzen führen", erläutert Privatdozent Dr. Winfried Meißner
von der
Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Gefördert vom Bundesministerium
für
Gesundheit, wurde dort vor drei Jahren das Projekt zur"
Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie" - kurz
QUIPS -
gestartet, das die Schmerzversorgung der Patienten verbessern soll. Das
Prinzip besteht in einem Leistungsvergleich (Benchmarking), der über das
Internet stattfindet. Am Computer geben die Ärzte ihre Patientendaten
und
das Ergebnis der Schmerzbehandlung ein. Hierzu wurde ein spezieller
Fragebogen entwickelt. Dort gibt der Patient an, wie stark seine Schmerzen
nach der Operation sind und wie sehr sie ihn beeinträchtigen.
Auch die
Nebenwirkungen, die bei den heute eingesetzten starken Schmerzmitteln
auftreten können, werden erfasst. "Die Patientenperspektive ist uns
sehr
wichtig", sagt. Meißner. Anders als andere Programme zum
Qualitätsmanagement, die in erster Linie die Handlungsabläufe in
der Klinik
verschlanken, steht bei QUIPS der Patient im Mittelpunkt.
Aktuell nehmen schon über 50 Stationen an 15 Kliniken unterschiedlicher
Größe und mit unterschiedlichen chirurgischen Fachgebieten an QUIPS
teil.
"
Der Zeitaufwand ist gering", so Meißner. Er liegt bei fünf
bis zehn Minuten
pro Patienten. Bisher wurden weit über 12.000 Datensätze gesammelt.
Neue
Teilnehmer können direkt darauf zurückgreifen, denn die Daten werden
wöchentlich analysiert.
Jeder Arzt und jede teilnehmende Klinik kann sich über
das Internet zeitnah darüber informieren, wie gut die postoperativen
Patienten im Vergleich zu anderen versorgt werden. Sie können dadurch
Defizite aufdecken, die Auswirkungen von Interventionen beobachten und
gezielt an einer weiteren Verbesserung der Schmerztherapie arbeiten. Eine
weitere Besonderheit ist der interdisziplinäre Ansatz: Chirurgen und
Pflegekräfte haben das Projekt gemeinsam entwickelt, und eine enge
Kooperation der Fachgesellschaften ist geplant.
Projektleitung
PD Dr. Winfried Meißner
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, FSU Jena
Tel: 03641 / 9323353, Fax: 03641 / 9323152,
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie der
Friedrich-Schiller-Universität in
07740 Jena
Anmeldung
DGAI / BDA Geschäftsstelle
Dr. med. Alexander Schleppers
Roritzerstraße 27
90419 Nürnberg
Tel.: 0911 - 93 37 811, Fax.: 0911 - 39 38 195
Literatur:
W. Meißner et al.:
Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie (QUIPS)
Anästh Intensivmed 2006; 47: 95-98
(21.07.2006)
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