Impressum - Kontakt
Amazon.de
 
   
      Intensivpflege | IntensivmedizinBeatmungzwaitbuch | Linkliste  
zwai Home : Intensiv : Journal : Beatmung : Geschlossene Absaugung ohne taeglichen Systemwechsel
 


Intensive Care Med (2006) 32:538–544

Geschlossene Absaugsysteme: kann auf den täglichen Wechsel verzichtet werden?

Hanno H. Endres - Redaktion zwai

Geschlossene Absaugsysteme: kann auf den täglichen Wechsel verzichtet werden?

Den Vorteilen, die geschlossene Systeme zur endotrachealen Absaugung bieten, steht in erster Linie ein Nachteil gegenüber: durch den herstellerseitig empfohlenen täglichen Wechsel sind die Kosten deutlich höher als beim konventionellen, offenen Absaugen.

Leonardo Lorente und Kollegen haben daher in einer randomisierten Studie an 457 beatmeten Patienten untersucht, ob ein täglicher Wechsel tatsächlich erforderlich ist.


Diesen Artikel
ausdrucken ... Über diesen Artikel
diskutieren ... Diesen Artikel
weiterempfehlen ...

Wechsel nur bei Beschädigung oder Verschmutzung

So wurde bei der Patientengruppe mit geschlossener Absaugung das System nur dann gewechselt, wenn es Beschädigungen aufwies, verschmutzt war oder eine Re-Intubation erfolgen musste.

Die andere Gruppe wurde konventionell offen abgesaugt.

Beide Patientengruppen wurden im Schnitt 10 Tage beatmet und währenddessen etwa achtmal täglich abgesaugt.



Ergebnisse

Die Pneumonierate beider Gruppen unterschied sich dabei nicht signifikant – und zwar unabhängig von der Beatmungsdauer: im Mittel wiesen 13,9 % aller mit geschlossenem System abgesaugten Patienten eine ventilator-assoziierte Pneumonie (VAP) auf – in der offen abgesaugten Gruppe 14,1%.

Für die 236 geschlossen abgesaugten Patienten wurden in der Studie für 2336 Beatmungstage 286 komplette Absaugssysteme verbraucht. 497 mal musste das System teilweise gewechselt werden, davon 424 mal , weil die Schutzhülle beschädigt war. Die Gesamtkosten geben die Autoren mit 5345 Euro an.

Die Gesamtkosten für die offene Absaugung an 221 Patienten über 2113 Beatmungstage betrugen hingegen 5049 Euro.

Weitere, interessante Aspekte ergab die Analyse der Kosten in Relation zur Beatmungsdauer: bei Beatmungen unter einer Dauer von vier Tagen, waren die Kosten pro Patient und Tag bei Verwendung des geschlossenen Systems (7,20 +/- 4,7 Euro) deutlich höher als bei offener Absaugung (1,9 +/- 0,6 Euro). Erst nach dem vierten Beatmungstag rechnete sich der Einsatz eines geschlossenes Absaugsystems: 1,6 +/- 2,8 Euro betrugen dann dafür die Kosten, bei weiterhin offener Absaugung 2,5 +/- 0,5 Euro.

Aufgrund des nicht aufzeigbaren Unterschieds in der Pneumonierate halten die Autoren die geschlossene Absaugung ohne täglichen Systemwechsel für das Mittel der Wahl bei Patienten, die länger als vier Tage beatmet, bzw. abgesaugt werden müssen. Mit steigender Häufigkeit des Absaugens und steigender Beatmungsdauer sinken dabei die Kosten.



Literatur

Literatur

Lorente et al. Tracheal suction by closed system without daily change versus open system.
Intensive Care Med (2006) 32:538–544

(08.05.2006)

Emailadresse Autor:




Links zum Artikel:
    Intensive Care Medicine






Ähnliche Artikel - weitere Informationen:
    Aspekte der Prophylaxe beatmungsassoziierter Pneumonien durch Mikroaspiration
Forendiskussionen zum Thema:
    Endotracheales Absaugen
    Intervalle Beatmungssystemwechsel
    Pflege bei open lung concept

Letzte Aktualisierung: 12.05.2008 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0164

Dies ist ein Ausdruck des Online-Journals zwai
PORTAL - JOURNAL - FORUM - WEITERBILDUNG für Anästhesie- & Intensivpflege.
Das Dokument ist unter folgender Adresse zu finden: http://www.zwai.net/ZW0164

© zwai.media GbR 2004-2008