Möglichkeiten des erweiterten hämodynamischen Monitoring
Andreas Zowislo
Inhalt
Einleitung
1. der Rechtsherzkatheter
1.1 Indikation
1.2 Kontraindikation
1.3 Zugangswege
1.4 Komplikationen
1.5 Messmethode
2. die PiCCO-Methode
2.1 Indikation
2.2 Kontraindikation
2.3 Zugangswege
2.4 Komplikationen
2.5 Messmethode
3. Fazit
4. Anhang
4.1 Abkürzungsverzeichnis
4.2 Normalwerte
4.3 Literatur
Über den Autor
Einleitung
Seit der erstmaligen Verwendung in den 70er Jahren hat der Pulmonalarterienkatheter
einen festen Platz, sowohl in der Intensivmedizin zur Therapiesteuerung bei
der akuten Linksherzinsuffizienz, schweren Schockzuständen, in der Herzchirurgie
und akutem Lungenversagen, als auch bei der Diagnostik anderer Herzerkrankungen
wie die der koronaren Herzkrankheit, welche im Herzkatheterlabor durchgeführt
wird.
Doch sind die Entwicklungen besonders in der Intensivmedizin zügig vorangeschritten.
Mit Hilfe moderner Technik können jetzt hämodynamische Zustände
kontinuierlich und zeitnah erfasst sowie Auswirkungen der Therapieänderungen
sofort erkannt werden.
1. der Rechtsherzkatheter
Per Definition wird der Katheter transkutan über eine zentrale Vene in
den Stamm der A. pulmonalis vorgeschoben, wo verschiedene Drücke gemessen
werden können.
Dies wäre im Folgenden der CVP,
der RAP, der PAP
und der PCP.
Des Weiteren kann durch Zurückziehen des Katheters in die rechte Herzkammer
der RVP gemessen werden. Wird
ein Thermistorkatheter verwendet, kann eine Vielzahl von Parametern berechnet
werden; z.B. das CO und der
SVR.
Auf der Intensivstation kommt meist ein Vier-Lumen-Thermodilutionskatheter
nach Swan-Ganz zum Einsatz. Am distalen Lumen wird externer Druckwandler (Transducer)
angeschlossen, wo der PAP bzw.
der PCWP gemessen wird. Der
Temperatursensor (Thermistor) misst die Bluttemperatur in der Pulmonalarterie
und wird mit dem HZV-Computer verbunden. Das proximale Lumen dient zum Injizieren
des Bolusinjektates zur HZV Messung oder auch zum kontinuierlichen CVP- Monitoring.
Das vierte Lumen dient zum Aufblasen des Ballons, welches zur Sicherheit mit
einem Verschlusshahn versehen ist, um ein versehentliches Aufblasen des Ballons
und somit einen Verschluss der A. pulmonalis zu verhindern.
![Abb. 1 Schematische Zeichnung eines PAK [aus [2] Seite 7]](http://zwai.de/inhalt/intensiv/630/pak-schema.gif)
Abb. 1 Schematische Zeichnung eines PAK [aus [2] Seite 7]
1.1 Indikation
Zu den Indikationen gehören: der akute Myokardinfarkt, zur Kontrolle
der Therapie (z.B. Volumen, Katecholaminen, IABP), schwere Schockzustände
insbesondere bei der Sepsis, um eine kardiale Insuffizienz auszuschließen,
in der Herzchirurgie bei z.B. aorto-koronarem Bypass mit schlechter linksventrikulärer
Funktion (EF< 40%, Stenose > 75% des gemeinsamen Stammes), sonstige
Operationen (z.B. bei schwerer Herzinsuffizienz Stadium III- IV nach NYHA,
bei Phäochromozytom) und akutem Lungenversagen (zur Differenzierung
zwischen respiratorischem und kardialem Funktionsversagen.
Ebenfalls kann der PAK bei
einer akuten Lungenembolie und beim Verdacht auf eine Herztamponade
(wenn keine Echokardiographie verfügbar ist) zur Diagnose eingesetzt werden.
[Aus den Leitlinien der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für
Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)]
1.2 Kontraindikation
Zu den absoluten Kontraindikationen gehören: die Trikuspidalstenose,
die Pulmonalstenose, Tumoren im rechten Vorhof oder Herzkammer,
angeborene Herzfehler wie "Single Ventricle".
Zu den relativen Kontraindikationen zählen: schwere vorbestehende
Rhythmusstörungen, eine schwere Koagulopathie und neu gelegte
Schrittmacherelektroden (Dislokationsrisiko!). [Aus den Leitlinien der
Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin
(DIVI)]
1.3 Zugangswege
Es gibt viele Zugangsmöglichkeiten um den Katheter einzuführen, so
gibt es spezielle Vor- und Nachteile für die Wahl des Zugangweges.
Zum einen können periphere Venen wie die V. brachialis oder die
V. basilica verwendet werden, insbesondere wenn eine schwere Verbrauchskoagulopathie
vorliegt.
Allerdings muss bei Patienten, die längere Zeit schwerkrank sind, bedacht
werden, dass beide Kubitalvenen thrombosiert sein könnten und somit bei
der Wahl des Zugangweges nicht berücksichtigt werden können. Meistens
werden jedoch zentrale Venen, wie die V. jugularis interna, die V.
subclavia oder die V. femoralis gewählt.
Der Zugang über die V. femoralis sollte nur verwandt werden, wenn
andere Möglichkeiten zum Langzeitmonitoring ausscheiden. [vgl. [1] Seite
37ff.]
1.4 Komplikationen
Zusammenfassend werden alle denkbaren Komplikationen bei Verwendung eines PAK
in lokale, katheterbezogene, kardiale, pulmonale und allgemeine Komplikationen
unterschieden.
Die lokalen Komplikationen umfassen die Fehlpunktion, auftretende Hämatome
nach Punktion, Thrombophlebitiden oder den Venenspasmus.
Katheterbezogene Komplikationen sind alle Arten der Schleifen-
und Knotenbildung, Katheterabschneidungen, Ballonruptur und Katheterfehllagen.
Auftretende ventrikuläre Herzrhtyhmusstörungen, Vorhofflimmern, vasovagale
Reaktionen mit Bradykardie und Asystolie, Erregungsleitungsstörungen, Lungenödem
oder traumatische Herzschädigungen werden zu den kardialen Komplikationen
gezählt.
Zu den gefürchteten pulmonalen Komplikationen zählt die Lungenarterienruptur
die eine sehr hohe Letalität hat.
Ebenfalls möglich sind Lungenarterienembolien, Lungeninfarkte und der
Lungenabszess. Deshalb ist es wichtig, eine versehentliche Wanderung des Katheters
nach distal zu erkennen. Dann sollte eine sofortige Lagekorrektur erfolgen.
Auch muss darauf geachtet werden, dass der Ballon nicht versehentlich lange
geblockt wird. Eine bakterielle Sepsis mit Endokarditis in der Folge einer aufsteigenden
Infektion am Katheter ist möglich. [vgl. [2] et. al.]
1.5 Messmethode
Es gibt verschiedene Methoden, um den CO
zu messen. Kurz erwähnen möchte ich hier nur das Fick'sche Prinzip
bei dem mit der Gleichung
das
Herzminutenvolumen berechnet werden kann.
Als Indikator dient der Sauerstoff, der mittels Blutgasanalyse gemessen
wird. Meistens wird jedoch die Thermodilutionsmethode angewendet, da
diese mit Hilfe moderner Technik (HZV- Computer) inzwischen mit einfachen Mitteln
durchzuführen ist.
Eine Lösung, die kälter als Blut ist (ausreichend ist Raumtemperatur),
wird in den rechten Vorhof injiziert (am proximalen Lumen des PAK).
Beim Durchfluss durch die rechte Kammer erfolgt eine Mischung mit dem Blut
und damit eine Abkühlung dessen. Die Abkühlung wird durch den Thermistor
gemessen. Je geringer das Blut im rechten Ventrikel durch die injizierte Flüssigkeit
abgekühlt wird, umso mehr Blut hat die rechte Herzkammer gefördert
und umso höher liegt das HZV.
Abb. 2: Schematische Zeichnung des Messprinzip des PAK

Tabelle 1: Stewart- Hamilton- Methode
Mit dem PAK misst man allerdings nur die Herzförderleistung des rechten
Ventrikels.
Anhand der gewonnenen Daten können Rückschlüsse auf die linksventrikuläre
Funktion gezogen werden. Daher ist bei einer Trikuspidalklappeninsuffizienz
eine Anwendung dieses Verfahrens unsinnig, da Blut zurückströmt und
die gemessenen Werte ungenau sind.
Ebenso wirkt sich ein Shuntvitium wie z.B. ein Atriumseptumdefekt oder
ein Ventrikelseptumdefekt mit Links- Rechts- Shunt, als auch mit Rechts- Links-
Shunt, negativ auf die gemessenen Werte aus.
Nach 72 h erhöht sich die Komplikationsrate durch Infektion so drastisch,
das der Katheter entfernt werden sollte und ggf. durch einen neuen, sterilen
Katheter ersetzt werden sollte. [vgl. [1] Seite 88]

2. Die PiCCO-Methode
… dient dem Anwender als Hilfsmittel zur Diagnose des Gesamtzustandes
des Patienten und unterstützt somit Entscheidungen für die Therapiesteuerung.
Das Herzzeitvolumen wird sowohl diskontinuierlich mittels transpulmonaler
Thermodilutiontechnik, als auch kontinuierlich durch die arterielle Pulskonturanalyse
(PCCO) ermittelt.
Des Weiteren wird vom PiCCO die Herzfrequenz (i.e.S. die Pulsfrequenz), der
systolische und diastolische Blutdruck gemessen und leitet den mittleren arteriellen
Blutdruck ab.
Bei der Analyse der Thermodilutionskurve werden die mittlere Durchgangszeit
(MTt) und die exponentielle Abfallzeit (DSt) zur Ermittlung von intra-
und extravaskulären Flüssigkeitsvolumina verwendet. Bei Eingabe des
Körpergewichtes und der Größe des Patienten stellt das PiCCO
die Parameter bezogen auf Körperoberfläche bzw. Körpergewicht
dar. Das PiCCO gibt es als Moduleinschub für HP-Monitore, als auch als
separaten HZV- Computer und wurde von der Firma
Pulsion entwickelt. [aus [3] Seite 2- 1]
2.1 Indikation
Der Einsatz des PiCCO ist bei Patienten indiziert, bei denen kardiovaskuläres
und volumetrisches Monitoring notwendig ist (siehe
Indikationen PAK), z.B. Patienten auf chirurgischen, internistischen, kardiologischen
oder Brandverletzten-Intensivstationen, aber auch bei allen anderen Patienten,
bei denen größere chirurgische Eingriffe in solch einem Ausmaß
vorgenommen werden, dass eine kardiovaskuläre Überwachung nötig
ist. [ebd.]
2.2 Kontraindikation
Generell ist festzustellen, dass es keine absoluten Kontraindikationen
für die Methode gibt. Es sei denn, die Platzierung eines arteriellen Katheters
und eines ZVK bedeutet ein inakzeptables Risiko. Das Messverfahren sollte nur
bei Patienten angewendet werden, bei denen die zu erwartenden Messergebnisse
den Risiken gerecht werden. Bei gleichzeitigem Einsatz einer IABP
können mit dem PiCCO die kontinuierlichen Parameter aus der arteriellen
Pulskonturanalyse nicht überwacht werden. [ebd.]
2.3 Zugangswege
Für die Applikation der kalten Indikatorflüssigkeit ist mindestens
ein 1- Lumen ZVK vonnöten z.B. über die V. jugularis interna/externa,
die V. subclavia oder V. basilica. Die Katheterlage sollte vor der Inbetriebnahme
des PiCCO- Sytemes radiologisch kontrolliert werden, da es sonst evtl. zu Fehlmessungen
führen kann.
Alternativ ist die Lage des ZVK auch durch die Ableitung des EKG aus der Katheterspitze
möglich (a-Card).
Des Weiteren wird ein axillararterieller oder femoralarterieller Katheter
mit eingearbeitetem Thermistor der Fa. Pulsion benötigt, der am HZV-
Computer bzw. an das HZV- Modul angeschlossen wird.
Hat der Patient schon einen zentralen Venenkatheter, ist eine erneute Punktion
nicht notwendig. Dies gilt auch, wenn der Patient schon an eine arterielle Blutdruckmessung
angeschlossen ist. Dieser arterielle Katheter muss letztlich mittels Seldinger-Technik
durch den der Fa. Pulsion ausgetauscht werden.
Eine weitere arterielle Punktion ist ebenfalls nicht notwendig.
2.4 Komplikationen
Die Komplikationen entsprechen denen der Anlage eines ZVK. Diese wären:
Fehlpunktionen, Pneumo- / Hämatothorax, Luftembolie, Nervenschädigungen,
Gefäßperforationen, Herztamponade, Katheterembolie. [siehe [4] Seite
745ff.]
Die folgende Tabelle aus der Studie von Frezza et. al. zeigt die Komplikationsrate
der arteriellen Katheter. [vgl. [5] Frezza et. al. ]
|
Rate of complications
|
MICU
|
SICU
|
| Total patients |
1566
|
565
|
| Rate of vascular complications |
3,4%
|
4,6%
|
| Rate of bleeding complications |
1,8%
|
2,6%
|
| Rate of infections complications |
0,4%
|
0,7%
|
Tabelle 2: Orginalauszug aus Studie Frezza [siehe [5] Seite 129]
2.5 Messmethode
Sie umfasst zum einen die diskontinuierliche HZV- Messung mit Hilfe
der transpulmonalen Thermodilutionsmethode, die mit der HZV-Messung mittels
PAK übereinstimmt (Stewart- Hamilton- Methode).
Zur Durchführung der Thermodilution wird ein bekanntes Volumen (z.B. 20ml)
einer geeigneten Lösung (z.B. isotonische Kochsalzlösung) möglichst
schnell zentralvenös injiziert.
Infolge der Injektion der Boluslösung kommt es stromabwärts im arteriellen
System zu einem Temperaturverlauf. Dieser wird mit dem HZV-Computer registriert.
Die Injektattemperatur wird direkt an einem Temperaturfühler am ZVK gemessen.
Wegen der längeren Messstrecke sollte eine große Temperaturdifferenz
zwischen Bluttemperatur und Injektattemperatur herrschen. Dies wird durch einfaches
Kühlen der Injektionslösung (ca. 6°C - Lagerung im Kühlschrank)
ermöglicht.
Hierbei werden folgende Parameter berechnet: CO,
CFI; die Parameter ITBW
und EVLW werden mit Hilfe der
Thermodilutionsmethode und einer spezifischen Best- Fit- Gleichung abgeschätzt.
Nach Eingabe von Köpergewicht und Größe werden die auf die
Körperoberfläche bezogenen Parameter: CI,
ITBI und ELWI
berechnet.
Eine Studie von Sakka et. al. beweist, dass das HZV, das mittels der pulmonalarteriellen
Thermodilutions gemessen wird (COpa), mit dem übereinstimmt, das mit Hilfe
der transpulmonalen Thermodilution gemessen wird (COaorta). Ebenfalls haben
Sakka et. al. festgestellt, dass das COaorta weniger vom Beatmungszyklus beeinflusst
wird. [vgl. [7]]
![Abb. 3: Schematische Zeichnung der transpulmonalen Thermodilution [aus [8]]](http://zwai.de/inhalt/intensiv/630/transpul_td.gif)
Abb. 3: Schematische Zeichnung der transpulmonalen Thermodilution [aus [8]]
In zahlreichen experimentellen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass das
ITBV ein besserer Indikator der kardialen Vorlast ist als der ZVD oder der PAWP.
[vgl. [3] Seite: 4- 6] Bindels u.a. haben in Ihrer Studie bewiesen, dass das
ITBI der deutlich bessere Parameter gegenüber dem PAWP zur Beurteilung
der kardialen Füllung in der klinischen Routine ist.
[vgl. [9] Bindels et al.]
Das EVLW
ist der einzige bettseitg erfassbare Parameter, mit welchem der Lungenstatus
quantifiziert werden kann. Dies macht sich v.a. beim Lungenödem, das durch
eine erhöhte pulmonalvaskuläre Permeabilität, im Rahmen einer
Sepsis, verursacht wird, bemerkbar [vgl. [3] Seite: 4- 6]
"EVLW-Berücksichtigung bei der Volumensteuerung verringert das
Lungenödem, die Beatmungstage und die Dauer der Intensivpflege!"
[zitiert aus [3] Seite: 4- 7]
Zum anderen wird mit der PiCCO- Methode eine kontinuierliche Pulskonturanalyse
durchgeführt. Dabei werden folgende Parameter angezeigt bzw. errechnet:
PCHZV (PCCO), ABP, HR, SV, SVV, SVR und dPmx . Ebenfalls können der PCHI
und das SVI und der SVRI nach Eingabe der Patientengröße und des
Gewichtes bestimmt werden.
Um die physiologische vorhandene Windkesselfunktion der Aorta einzubeziehen,
muss zur Kalibration der Pulskonturanalyse die Compliance der Aorta gemessen
werden. Dazu wird zeitgleich das transpulmonal gemessene HZV und der arterielle
Blutdruck zur Bestimmung der Compliance verwendet.

Abb. 4: Pulskonturanalyse
Goedje u.a. beschreiben in ihrer Studie, dass das HZV, das aus der transpulmonalen
Thermodilution bestimmt wird (COaorta), mit dem aus der pulmonalarteriellen
Bestimmung (COpa) übereinstimmt.
Deshalb kann das COaorta zur Kalibrierung von PCCO
benutzt werden. Die Korrelation und die Genauigkeit von PCCO
vs. COa waren selbst ohne Rekalibrierung über 24 Stunden stabil. [aus [10]
Goedjes et al.]
3. Fazit
Mit der PiCCO- Methode steht jetzt eine Möglichkeit offen, mit geringer
Invasivität ein erweitertes hämodynamisches Monitoring durchzuführen.
Kritisch Kranke benötigen nicht noch zusätzlich einen Katheter, der
zusätzliche z.T. schwerwiegende Komplikationen beherbergt, da die Anwendung
bzw. die Positionierung in der Pulmonalarterie sich schwierig gestalten kann,
und das Infektionsrisiko erhöht ist.
Die Platzierung eines Pulmonalarterienkatheters zur Messung des Herzzeitvolumens
scheint nur noch zur Therapieststeuerung gerechtfertig, wenn bei einem kardiogenen
Schock der Einsatz einer IABP erwogen bzw. eingesetzt wird.
Auch wird mit der Pulskonturanalyse das Herzzeitvolumen aktuell angezeigt und
Veränderungen werden sofort, ohne erneute Thermodilutionsmessung, erkannt.
Ein bereits vorhandener zentraler Venenkatheter kann für die Bolusinjektion
der transpulmonalen Thermodilutionsmessung verwendet werden.
Mit dem axillararteriellen oder femoralarteriellen Katheter der Fa. Pulsion
kann, bzw. muss der arterielle Blutdruck gemessen werden.
Dies wirkt sich auch positiv auf den Kostenfaktor aus. Auch weil der arterielle
Katheter für die PiCCO- Methode nach ~72 h nicht entfernt werden muss,
ist sie dem Pulmonalarterienkatheter deutlich überlegen.
Zur Diagnostik in der Kardiologie bleibt der Pulmonalarterienkatheter das Mittel
der Wahl. Auch beim Einsatz in der Kardiochirurgie hat der PAK immer noch seine
Daseinsberechtigung.

4. Anhang
4.1 Abkürzungen
ABP Arterial blood pressure = arterieller Blutdruck
CFI cardiac function index
CO cardiac output = Herzzeitvolumen (HZV)
CVP central venous pressure = zentraler Venendruck (ZVD)
DSt exponential downslope time = exponentielle Abfall- oder Auswaschzeit
dPmx Index der linksventrikulären Kontraktilität
ELWI extravascular lung water index
EVLW extravascular lung water = extravasales Lungenwasser
IABP Intraaortale Ballonpumpe
ITBI intrathoracic blood volume index
ITBV intrathoracic blood volume = intrathorakales Blutvolumen
MTt mean transit time = mittlere Durchgangszeit
PAK Pulmonalarterienkatheter
PAP pulmonal artery pressure = Pulmonalarteriendruck
PCCO pulse contour cardic output = Pulskonturherzzeitvolumen (PCHZV)
PCHI pulse contour heart index = Pulskonturherzindex
PCP pulmonal capillary pressure = Pulmonalkapilärer Druck
PCWP pulmonal capillary wedge pressure = pulmonalarterieller Verschlussdruck
RAP right atrial pressure = rechter Vorhofdruck
RVP right ventricular pressure = rechter Herzkammerdruck
SV Stroke volume = Schlagvolumen
SVI Stroke volume index = Schlagvolumenindex
SVR System vascular resistance = systemvaskulärer Widerstand
SVRI System vascular resistance index = Systemvaskulärerer Widerstandsindex
ZVK zentralvenöser Katheter
4.2 Normwerte
|
Variable
|
Normalwertebereich
|
Einheit
|
| CFI |
4.5 - 6.5 |
1/min |
| CVP |
2 - 10 |
mmHg |
| dPmx |
1200 - 2000 |
mmHg/sec |
| ELWI |
3.0 - 7.0 |
ml/kg |
| HI |
3.0 - 5.0 |
l/min/m² |
| HR |
60 - 90 |
1/min |
| ITBI |
850 - 1000 |
ml/m² |
| SVI |
40 - 60 |
ml/m² |
| SVRI |
1200 - 2000 |
dyn*sec*cm-5*m² |
| SVV |
~ 10 |
% |
4.3 Literatur
[1] Pulmonalarterienkatheter: Methodik u. klin. Anwendung - 1. Aufl. - hrsg.
von C. L. Sprung - mit e. Einl. Von H. C. J. Swan. Ins Dt. übers. von K.
Reinhardt u. L. Hannemann - Berlin ; Heidelberg ; New York : Springer 1988
[2] Der Pulmonaliskatheter - hrsg. von Christiane Krauß - Hausarbeit
zur Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege - Hamburg 1999
[3] Gebrauchsanweisung PiCCO - Version
4.1.x. - hrsg. von Pulsion
Medical Systems AG- München 2000
[4] Anästhesie und Intensivmedizin für Schwestern und Pfleger - 5.
Aufl. - hrsg. von R. Larsen - Berlin ; Heidelberg ; New York ; Barcelona ; Hongkong
; London ; Mailand ; Paris ; Singapur ; Tokio : Springer 1999
[5] Frezza E., ; Mezghebe H. - Indications and complications of arterial catheter
use in surgical or medical intensive care units: analysis of 4932 Patients -
The ameri-can surgeon ; 1998 ; 64:127-131
[6] Sakka S.G. ; Meier- Hellmann A. - Evaluation of cardic output and cardic
preload - Yearbook of intensive care and emergency medicine ; Springer : 2000
; 671- 679
[7] Microsoft PowerPoint - Präsentation der Fa. Pulsion Medical - hrsg.
von Pulsion Medical Systems AG- München ; 2000
[8] Bindels A.J. ; van der Hoeven J.G. ; Graafland A.D. ; de Konning J. ; Meinders
A.E - Relationsships between volume and pressure measurements and stroke volume
in critically ill patients - Crit Care ; 2000 ; 4:193- 199
[9] Goedje O ; Thiel C. ; Lamm P. ; Reichenspurner H. ; Schmitz C. ; Schütz
A. ; Reichart B. - Less invasive, continuous haemodynamic monitoring during
mini-mally invasive coronary surgery - Ann Thorac Surg ; 1999 ; 68: 1532- 1536
Über den Autor
Andreas Zowislo
|
|
geboren 1972 in Geislingen
Krankenpflegeausbildung von 1994 bis 1997 in der Helfensteinklinik
Geislingen
September 1997 - Oktober 1998: internistische Normalstation
November 1998: internistische Intensivstation PG 54 in der Klinik am
Eichert Göppingen
Fachweiterbildung für Anästhesie- und Intensivpflege 01/03
|
Dienstanschrift
Klinik am Eichert
Abteilung 50, PG 54
Eichertstraße 3
73033 Göppingen
Privatanschrift
Filsstraße 74
73312 Geislingen
Emailadresse Autor: