Am seidenen Faden: stroke-info.de
Holger Beuse, Redaktion zwai
Boris Baberkoff ist 33 Jahre alt und ein virtuoser Cellist, als er während
einer Reise in New York einen Schlaganfall erleidet. Sieben Jahre später
bereiten er und seine Frau, die Filmemacherin Katarina Peters, ihre Erfahrungen
von Krankheit, drohendem Tod, Therapie und Rehabilitation in dem Dokumentarfilm „Am
seidenen Faden” auf. Der Film läuft seit Oktober in den Kinos und
wurde auch schon mit mehreren Preisen bedacht.
Doch ihre persönliche Geschichte wollen sie auch mit allgemeinen Informationen und Gedanken zum Thema Schlaganfall verknüpfen und somit allen Interessierten
Hilfe anbieten. Zum Einstieg auf stroke-info.de fragen Baberkoff und Peters: „Sie
hatten einen Schlaganfall? Ein naher Verwandter oder Freund ist betroffen?
Sie sind Therapeut, Mediziner, Gehirnforscher?”

abseits nüchterner Fakten
Nun, weder noch. Doch auch als Pflegender stößt man auf den Seiten
auf eine Menge Eindrücke und Anregungen, die abseits nüchterner pflegerischer
und medizinischer Fakten wertvolle Hinweise für die Arbeit mit Schlaganfallpatienten
geben.
Leider handelt es sich bei der zurzeit online verfügbaren Version lediglich
um einen „Prototypen”. Struktur und Themen sind bereits vollständig
angelegt, allerdings fehlen noch sehr viele Inhalte. Doch gerade das für
uns primär interessante Kapitel „auf der Intensivstation” bietet
schon reichlich Texte, Bilder und auch ein Video. Hier zeigt sich das Befremden,
mit dem Patienten und Angehörige die für sie völlig unbekannte
und bedrohliche Situation auf einer ICU wahrnehmen.
(09.05.2006)
Zweifel, Verzweiflung und Überforderung
„Ständig habe
ich das Gefühl im Weg zu stehen”, schreibt Peters. „Man braucht
Durchsetzungsvermögen und Verständnis für Ärzte und Pflegeteam,
sich einen Platz auf der Intensivstation zu erkämpfen.”
Trefflich illustrieren Fotos die Texte. Geradezu makaber ist eine Kreidetafel
mit den Patientennamen auf dem Stationsflur. Deutlich ist zu sehen, dass ein
Name kurz zuvor ausgewischt wurde.
In teilweise poetischen Texten und Bildern findet die Gedankenwelt des Erkrankten
Ausdruck. Aber auch die Zweifel, Verzweiflung und Überforderung der Angehörigen
wird deutlich. Der Weg zurück in ein normales Leben erfordert viel Kraft.
Neben Baberkoff und Peters kommen indessen auch andere zu Wort. So findet
sich unter dem Menupunkt „Theorien” auch ein Text über Selbstheilungskräfte
oder ein Beitrag der Berliner Pflegepädagogin Prof. Dr. Beier zur patientenorientierten
Pflege.

Die Seite ist professionell gestaltet. Die Navigationsleiste am oberen Bildrand
und die Dropdown - Menus versprechen ein gezieltes Bewegen auf stroke-info.de.
Doch man stößt regelmäßig auf den Hinweis „Diese
Seite existiert leider NOCH nicht.” Denn bislang fehlen der Seite viele
der vorgesehenen Inhalte. Zurzeit führen nur die jeweils mit einem * versehenen
Menupunkte auch weiter.
Über die Sitemap lässt sich auch gut sehen,
was bereits online ist.
Stroke-info.de wächst jedoch beständig und die noch folgenden Themen
verheißen schon jetzt hochinteressant zu werden.
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