Wandschränke aus hellen Naturholztönen vermitteln
Wohnlichkeit. Ein natürlicher Werkstoff wie Holz hat eine positive Ausstrahlung
auf den Menschen und enthospitalisiert ein wenig die kalte Sterilität eines
Intensivzimmers Anmerkung 2. Diese Schränke
könnten so angebracht sein, dass sie von außen aufzufüllen sind und vom Zimmer
entleert werden können. Das bringt automatisch mehr Ruhe ins Zimmer. Denn für
einen Intensivpatienten kann das Knistern von Verpackungsmaterial verletzend
laut sein, oftmals wird diese Hyperakusis durch Medikamente noch verstärkt.
Mit dem oben beschriebenen System können die Schränke mehrmals am Tag aufgefüllt
werden, ohne dass der Patient dadurch gestört wird.
Abb. 6: Intensivzimmer mit Mobilitätszone (gez.:Dipl.-Ing. H. Pross)
Im Zimmer selbst sollte in Patientennähe ein
Nachtschränkchen zu finden sein. Wollen wir die Wahrnehmung des Patienten
fördern, so sind wir auf persönliche Gegenstände angewiesen: Die Brille
liegt im Nachtschränkchen sicherer als im Pflegekasten, ein Teddy sitzt
daneben und die Tageszeitung findet dort ihren Platz, aus der ein Angehöriger
Neuigkeiten aus der Welt vorlesen kann. Im Notfall kann der mit Rollen
versehende Schrank schnell beiseite geschoben werden und die persönlichen
Dinge nehmen keinen anderen wichtigen Platz weg.
Wir wissen heute, dass die Patienten trotz
Koma oder Sedierung wesentlich mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen, als
wir früher dachten. Beispielsweise ist es jetzt keine Seltenheit, einen
beatmeten Patienten zu mobilisieren. Dementsprechend muss auch das
Milieu des schwerkranken
Patienten umgestaltet werden.
Einer Mobilisation darf keine Umräumaktion
vorausgehen. Dafür fehlt im Intensivalltag die Zeit. Eine Mobilitätszone
muss fest zu einem Bettenplatz zugerechnet werden.
Ein bequemer Sessel kann zusammen mit dem Nachtschrank
eine Art intime Zone für den Patienten bilden, ein Ort des Ausgleichs.
Wichtig ist, in dieser Zone noch Platz für einen Angehörigenstuhl zu planen.
Stehen die Stühle Richtung Fenster, so kann der Kranke seinen Blick nach
draußen frei herumwandern lassen, während sein Körper dazu noch nicht
in der Lage ist.
Der Fußboden eines Intensivzimmers muss fugenlos
verlegt werden und zur Wand hin abgerundet sein, damit er leicht zu reinigen
ist. Er sollte einen trittschalldämmenden Belag vorweisen und chemisch beständig
sein, denn häufig wird mehrmals am Tag desinfiziert. Tropfen von Infusionslösungen
oder Chemikalien können Flecken auf dem Fußboden hervorrufen. So sollte nach
Möglichkeit ein Belag gewählt werden, der durch sein Design Verfleckungen kaschiert,
beispielsweise ein ansprechendes Granulatdesign in gedeckten Farben.
Es muss daran gedacht werden, dass auf Intensivstationen
empfindliche elektronische Geräte eingesetzt werden. Um dadurch hervorgerufene
elektrostatische Entladungen zu vermeiden, bieten Hersteller ableitende Beläge
mit Isolationswiderstand an. Durch solche Fußböden ist ein Schutz vor möglichen
Fehlfunktionen durch diese Entladungen gegeben12.
Gedanken über die Gestaltung der Decke in einem Intensivzimmer
sind nicht unbedeutend. Die meiste Zeit des Tages geht der Blick des Patienten
in Richtung Decke und Wand.
Abb. 8: Blickrichtung eines Patienten (gez.:Dipl.-Ing. H. Pross)
Dies ist das Blickfeld eines Patienten im Liegen.
Stundenlanges Starren gegen eine weiße Tapete kann einen hypnotischen Sog auslösen,
ebenso kann eine Klimaanlage an der Decke Angst machen. Durch reizarme Umwelt,
durch Medikamente oder durch den oft vorkommenden Schlafmangel können Intensivpatienten
Sinneseindrücke oft nicht mehr richtig einordnen. Gegenstände oder medizinische
Geräte bekommen eine wahnhafte Deutung bzw. einen bedrohlichen Inhalt: So werden
Leitungen über dem Kopf des Patienten zur Gefahr und der so oft erwähnte Röntgenapparat
erscheint als Dinosaurier13.
Eine gute Idee zur Deckengestaltung fand ich beschrieben
in der Dissertation von Heinzpeter Schmieg14.
In Zusammenarbeit mit dem Klinikum Karlsruhe wurde dort ehemals an der Decke
eines Intensivzimmers ein Motiv gezeichnet. Die Patienten, die Angehörigen und
das Personal waren von dem Versuch mit einem blumenartigen Muster angetan. Es
sollte ein sinnvoller Blickfang werden und dem Kranken die Möglichkeit der Beschäftigung
bieten. Leider lag bei Fertigstellung der schriftlichen Arbeit von Schmieg noch
kein Ergebnis über das Experiment vor, so dass ich mich telefonisch im Klinikum
Karlsruhe nach Resultaten erkundigte. Ich erhielt die Information, dass die
Bilder wieder überstrichen worden seien. Das Deckenmotiv hätte zwar den Patienten
einen Blickfang geboten, sie gleichzeitig jedoch stark verwirrt. Ein Bild an
der Decke war für die Patienten ein ungewohnter Zustand und führte besonders
in der Aufwachphase eher zur Desorientiertheit.
Was könnte dem Intensivpatienten dann gut tun? Vielleicht
reichen schon einige dezent angebrachte Farbkontraste, die die Decke attraktiver
machen und den Gesamteindruck des Krankenzimmers verbessern. Unauffällig gemalte
Strukturreliefs könnten dem Bettlägerigen die Möglichkeit geben, seinen Blick
hieran schweifen zu lassen, ohne dass beispielsweise der erwähnte hypnotische
Sog durch eine weiße Wand ausgelöst wird.
Auf jeden Fall sollte, soweit möglich, die
Technik entfernt dem Blickfeld des Patienten angebracht werden. Infusionsschienen,
Beatmungsgeräte, Perfusoren, Anschlüsse haben ihren besten Platz außerhalb
der Blickweite des Kranken. Schienen an der Decke oder schwenkbare Ampeln
von Deckenstativen sind zwar sehr funktionell, bringen aber eine OP-Atmosphäre
in das Intensivzimmer. Eine Alternative wäre beispielsweise die Versorgungseinheit
"Ponta" der Firma Dräger15.
Der deckenhängende Versorgungsbalken befindet
sich zwar über dem Kopf des Patienten, bei leicht erhöhtem Kopfteil des
Bettes mag die Technik jedoch für den Kranken weniger störend sein. Das
Bett ist von allen Seiten zugänglich, dies ist wichtig z.B. bei invasiven
Eingriffen bei dem Kranken oder bei einer Reintubation.
Abb. 9: Versorgungseinheit Ponta S, Firma Dräger
Die Geräte hängen
bodenfrei rechts und links neben dem Bett.
Die Geräteträger sind jedoch
beweglich, so dass sie bei einer Seitenlage des Patienten außerhalb seines
Blickfeldes angeordnet werden können. Kabel und Schläuche sind im Versorgungsbalken
versteckt. So wird der Anblick von verwirrender Technik reduziert, was
sicher auch Angehörigen entgegen kommt.
Technik ist in einem Intensivzimmer unvermeidbar.
Wichtig ist jedoch, dass die Mitarbeiter sensibel bleiben und entscheiden,
welches Ausmaß an Technik für einen Patienten in einer Krankenphase notwendig ist. Nicht
benötigte Geräte sollten beiseite gelegt oder wie beschrieben aus dem Sichtfeld
des Kranken angebracht werden.
Auch Bilder an der Wand verringern eine visuell reizarme
Umgebung. Aber oftmals werden Kunstdrucke gedankenlos angebracht, klein und
außerhalb des Blickfeldes der Patienten; ein kläglicher Versuch, die sterile
Atmosphäre zu verbessern. Große Bilder mit klaren eindeutigen Motiven, eingefasst
von einem wohnlichen Holzrahmen, werden nicht nur den Patienten ansprechen.
Auch Angehörige, häufig schockiert von dem künstlichen, kaltem Umfeld spüren,
dass sich hier keine seelenlosen Menschen um den Kranken bemühen.
Christel Bienstein erwähnt im Rahmen der basalen
Stimulation Wechselrahmen, für die sich der Patient selbst ein Bild aussuchen
kann (bei Intensivpatienten, die sich nicht selbst äußern können, übernehmen
vertraute Angehörige diese Aufgabe). So kann man sichergehen, dass der Kranke
mit dem Motiv zufrieden ist, denn er muss es ja die meiste Zeit des Tages anschauen.16
Gut wären auch jahreszeitlich wechselnde Motive.
Ein buntes Blumenbild z.B. erinnert daran, dass momentan der Sommer beginnt,
der Patient kann sich leichter orientieren und nimmt an seiner Umwelt teil.
Einen festen Platz im Intensivzimmer sollte eine
Pinnwand bekommen. Vergrößerte Familienfotos werden dort besser platziert als
(mit Pflaster fixiert) am Infusionsständer. Ist eine solche Vorrichtung vorhanden,
so kann das Pflegepersonal dort ohne viel Mühe ein gemaltes Kinderbild für den
Opa aufhängen und bietet dem Kranken damit eine bedeutsame Stimulation. Selbstverständlich
ist für jeden Patientenplatz eine Wanduhr anzubringen. Intensivpatienten fällt
es meist schwer, die Tageszeit zu bestimmen. Sie sind sediert, schlafen tagsüber
häufig und erleben zwischendurch unterschiedlich lange Wachphasen. Nachts ist
das Zimmer leider oft hell erleuchtet, es kommt zu einem fehlenden Tag- und
Nachtrhythmus, zum Verlust des Zeitgefühls. Eine Uhr mit großen deutlich lesbaren
Ziffern hilft bei der zeitlichen Orientierung. Uhren mit integriertem Datum
geben dem Kranken zusätzlich Hilfe zum Erkennen des Monats und des Tages. Am
Rand des Gesichtsfeldes angebracht kann der Kranke die Uhrzeit erkennen, fixiert
jedoch nicht permanent die langsam verstreichenden Minuten.17
4. Abschiedszimmer
Durch unzureichende räumliche Begebenheiten ist es
häufig nicht möglich, ein würdiges Abschiednehmen von Sterbenden zu erreichen.
Der Sterbeprozess findet in der Alltagsroutine statt, im Nachbarbett liegt ein
anderer Intensivpatient. Ist der Sterbende vom Leiden erlöst, so wird der Leichnam
in ein leer stehenden Raum oder Badezimmer geschoben. Ersatzgeräte werden beiseite
gestellt, damit es Platz für Angehörigenstühle gibt, neben dem Leichnam wird
eine Kerze platziert oder ein Kreuz aufgestellt. Hier haben die Angehörigen
die Möglichkeit Abschied zu nehmen. Nach kurzer Zeit wird der Patient in den
Leichenkeller gebracht, denn der Platz wird für das nächste Polytrauma benötigt.
Im Intensivbereich gibt es oft keine räumliche Gegebenheit
für eine würdige Sterbebegleitung. Ein individueller Raum für Sterbende soll
nicht isolieren, sondern Respekt vor dem Akt des Sterbens zeigen und eine Intimsphäre
ermöglichen.18 Im Zimmer ist Ruhe, die Atmosphäre
erinnert nicht an eine Abstellkammer. Hier kann ein Abschied in Würde erfolgen,
Trauer zugelassen und Zeit gegeben werden.
Im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke z.B. werden
die Verstorbenen in besonderes gestalteten Räumen aufgebahrt. Hier ist die Begleitung
des Verstorbenen auch auf Wunsch über die Dauer von drei Tagen hinweg möglich.
So kann manchem bei der Verarbeitung der Trauer Beistand geleistet werden 19
Ein separater Raum auf einer Intensivstation lädt
Freunde und Verwandte ein, sich in Ruhe zu verabschieden. Zudem lässt ein Verabschiedungszimmer
individuelle religiöse Bedürfnisse und Rituale zu. Wenn ein Mensch schon in
einer fremden Umgebung seine letzten Stunden verbringt, so sollten ihm wenigstens
vertraute Zeremonien in einem Milieu ermöglicht werden, das nicht an eine eilige
Abschiebung denken lässt.
5. Besucherzimmer
Viele Angehörige betreten mit bestimmten Vorstellungen
den Intensivbereich. Oftmals erfahren sie schon vor dem Eintritt auf die Station
etwas von der Atmosphäre, die ihr noch immer anhaftet: kalt, steril und unmenschlich.
Über eine Rufanlage erfahren sie von der Wartezeit bis zum Einlass, nervös
sitzen sie im Flur, rundherum herrscht betriebsame Hektik.
Nach dem Betreten der Station verläuft das Aufklärungsgespräch durch den Arzt
nicht selten im Flur vor dem Patientenzimmer. Der Besucher ist überwältigt und
entsetzt von der vielen Technik und steht wie paralysiert neben dem Bett. Ein
Stuhl wird angeboten und erst dann erinnert sich der Angehörige an den eigentlichen
Grund seines Besuches und traut sich sogar, die Hand des geliebten Menschen
anzufassen. Doch schon kommt die Bitte, "mal eben auf dem Flur zu warten,
der Verbandwechsel wird nicht lange dauern".
Der Besucher steht verloren zwischen Röntgen-Bildern,
nebenan klingelt das Telefon, die Späße zweier Schwestern sind zu hören, eine
Neuaufnahme wird gebracht und der Besucher rückt zur Seite...
Sehr utopisch ist diese Situation nicht.
Optimal ist ein Besucherzimmer für eine Intensivstation. Ein Raum, der einen
Rückzug erlaubt. Hier kann der Verwandte entfernt der ungewohnten Alarmtöne
einige Minuten nachdenken oder auch seinen Tränen freien Lauf lassen. Ein Raum,
der durch seine gelblichen Töne freundlich wirkt, das Gelb wirkt wohltuend
und aufmunternd 20.
Die Stühle sind bequem und laden zum Verweilen ein. Auf dem Tisch liegen Broschüren
und ergänzen die Erklärungen der Schwester, die sie zuvor am Patientenbett über
die Notwendigkeit der Geräte gegeben hat. In der Ecke steht ein Kaffeeautomat,
daneben eine Garderobe, die genügend Platz für Mantel und Tasche bietet. Abgerundet
wird der Raum durch freundliche Blumen auf der Fensterbank und eine indirekte
Beleuchtung strahlt Wärme aus.
In solch einem Umfeld wird auch das Erstgespräch
sicherlich persönlicher ablaufen. Fern der Technik kann nun einfühlsam erklärt
werden. Der Angehörige tritt besser vorbereitet in das Intensivzimmer.
Von besonderer Bedeutung ist für Krankenschwestern/-pfleger
das Erstellen einer Pflegeanamnese: An diesem Ort kann die zuständige Pflegekraft
im Gespräch mit der Bezugsperson etwas über Ängste und Sorgen, religiöse Bedürfnisse
oder beispielsweise Vorlieben des Patienten erfahren.
Ein Besucherzimmer kann ohne viel Aufwand eingerichtet
werden. Angehörige werden von dort rücksichtsvoll in den Intensivbereich eingeführt
und erleben das Geschehen auf der Station weniger spannungsgeladen. Sicherlich
werden solch Angehörige eher Verständnis für bestimmte Pflegemaßnahmen haben
oder sich sogar daran beteiligen.
6. Personalaufenthalt
Das Personal auf einer Intensivstation ist hohen
Belastungen ausgesetzt. Es wird konfrontiert mit ständigen vital bedrohlichen
Zuständen bei den Patienten, muss flexibel auf permanent wechselnde Situationen
reagieren, wird belastet durch die hohe Mortalitätsquote auf der Station, ist
Ansprechpartner für die Sorgen der Angehörigen...
Die Intensivstation ist Lebensraum und Arbeitsfeld
für Krankenschwestern und -pfleger, für Ärzte und andere Mitarbeiter. Fest eingeplant
an diesem Arbeitsplatz muss ein Raum sein, der für kurze Zeit Abstand zu den
o.g. Stressfaktoren bietet und der der Erholung dient. Natürlich ist es schwer
in einer Umgebung Entspannung zu suchen, die allzu sehr an ein Krankenzimmer
erinnert. Häufig werden diese umstrukturiert zum Aufenthaltsraum. Sauerstoffanschlüsse
oder sonstige gastechnische Versorgungen lassen jedoch ihre eigentliche Funktion
als Patientenzimmer nicht verheimlichen. Dagegen ist es einfacher, in einer
wohnlichen Atmosphäre zu pausieren und neue Energie zu tanken. Orange Töne,
beispielsweise durch Vorhänge oder Sesselbezügen eingefügt, wirken aufbauend
und leistungssteigernd21.
Orange erhöht die Vitalität, dies ist sicherlich
besonders interessant für "Morgenmuffel". Mehrere kleine Tische bieten Platz
für Kaffee und Pausensnacks, können aber auch Schreibarbeiten dienlich sein,
falls der Raum genutzt wird für Dienstbesprechungen. Eine große Magnettafel
zeigt Termine an, weist auf Veranstaltungen und Fortbildungen hin und nimmt
Urlaubspostkarten der Kollegen auf.
Eine Anbindung des Personalaufenthaltes an die Station
ist sinnvoll. Kommt es z.B. zu einer unvorhersehbaren Notfallsituation, so
ist das Personal schnell verfügbar.
Eine Nähe zum Zentrum verlangt aber auch eine gute
Schallisolierung des Pausenraumes. Lachende Gespräche müssen erlaubt sein und
fördern ein gutes Arbeitsklima22. Ausgeruhtes
Personal geht motiviert in das Patientenzimmer zurück und nicht selten wird
etwas von der positiven Stimmung auf den Kranken übertragen.
Allerdings empfinden verständlicherweise Angehörige ausgelassene Situationen,
die aus dem Aufenthaltsraum herüberklingen, teilweise deplatziert. Sie selbst
befinden sich ja zusammen mit dem Patienten in einer schweren Phase des Lebens
und haben oft andere Empfindungen hinsichtlich Fröhlichkeit. Eine adäquate Schallisolierung
des Frühstückraumes wird Patient, Besucher und Personal gerecht Anmerkung
3.
Ideal ist für das Personal ein Aufenthalt mit Außenbezug
in Form eines Balkons, auf dem ein kurzes Abschalten gut möglich ist. Da dies
jedoch nur selten realisiert wird, ist zumindest ein ansprechender Aufenthaltsraum
ein muss.
7. Schlussbetrachtung
Durch eine Umfeldoptimierung kann die für den Patienten
vorhandene Stimulationsarmut im Intensivbereich reduziert werden. Ohne Stimulation
geben wir dem Kranken keine Chance der Wahrnehmung, eine wichtige Grundvoraussetzung
für die Genesung der Kranken.
In meiner Arbeit sind nur Teilaspekte eines förderlichen
Umfelds genannt. Farben, Licht, Bilder etc. sind Ausschnitte aus der gesamten
Palette der Gestaltungsmöglichkeiten. Wichtig ist mit diesen Möglichkeiten,
die Reduktion des Erlebens bei Intensivpatienten zu minimieren und den Entzug
der Anregungen zu reduzieren.
Die Einrichtung des Intensivbereichs wirkt sich auch
positiv auf die Angehörigen aus. Die Intensivstation hat nicht nur klinischen
Charakter, sondern zeigt auch durch die Gestaltung menschliche Züge. Wichtig
ist, den Angehörigen ein Gefühl des Willkommens zu vermitteln, denn ihre Unterstützung
wird benötigt. Sie haben die Möglichkeit ihren kranken Menschen zu helfen, können
zwischendurch im Besucherzimmer Kraft schöpfen oder vermitteln durch ihre Anwesenheit
den Patienten ein Gefühl der Nähe. Die Unterstützung der Angehörigen, allein
ihre Gegenwart ist ein wichtiger Faktor im Heilungsprozess der Patienten.
Eine Umfeldoptimierung beeinflusst auch die Mitarbeiter.
Das Betriebsklima wird nicht nur durch die Professionalität der Pflege oder
durch ein gutes Arbeitsklima geprägt, sondern auch durch die Gestaltung der
Räumlichkeiten. In einer Umgebung, in der Wert auf das Äußere gelegt wird,
werden die Mitarbeiter leichter daran erinnert, dass nicht die Apparate, sondern
der
Mensch im Vordergrund steht.
Den Mitarbeitern wird die Arbeit auf einer optimierten Station Freude bereiten,
ein Aspekt, um das Betriebsklima und die Motivation zu steigern.
Wenn der Leser anhand meiner Aufzeichnungen bemerkt,
"da fehlt doch etwas" oder "das hätte ich aber anders geplant",
so ist mein Ziel dieser Hausarbeit erreicht.
Die Thematik ist ein stückweit aus dem Hintergrund
getreten, hat die Gedanken mobilisiert und zur Diskussion angeregt.
Schade ist, dass wir Krankenschwestern/-pfleger im
Vorfeld nur wenig Einfluss auf die Einrichtung einer Intensivstation haben.
Wir verbringen viele Stunden in der Woche direkt im Patientenzimmer oder
im
umliegenden Bereich und viele von uns hätten sicherlich ergänzende kreative
Ideen. Leider besteht nach Fertigstellung einer Station nur noch begrenzt Möglichkeit,
etwas an der Atmosphäre zu verändern, beispielsweise in Form von Fotowänden,
Blumen oder Ähnlichem.
Meine Vorschläge habe ich aus den unterschiedlichsten
Literaturbeiträgen entnommen. Sie bieten noch ein Quantum von Gedanken, die
durchdacht werden könnten.
Meine ausgewählten Produkte aus den erwähnten Firmen stellen nur ein Beispiel
dar. Andere Hersteller, die ich jedoch nicht angeschrieben habe, stellen sicherlich
ähnliche Materialien her oder liefern andere Ideen.
Laut der Dissertation v. H.Schmieg
muss überlegt werden, dass die Fenster einer Intensivstation mind. 3 Meter
über dem Erdreich liegen sollten aufgrund der Schmutzansammlung und der Bildung
von Pilz- u. Bakterienherden in Erdnähe.
Auf Intensivstationen sind
Stahl- oder Kunststoffschränke angesichts der Hygiene dem Holz vorzuziehen,
beschichtete Funiere oder Holzimitate helfen hier aus.
Laut DIN 4109 beträgt das
erforderliche Schalldämm-Maß für Krankenanstalten, speziell für Wände zwischen
Räumen der Intensivpflege 37 dB. Von dieser festgelegten Anforderung an den
Schallschutz lässt sich nicht erwarten, dass Geräusche von aussen nicht mehr
wahrgenommen werden. Es findet lediglich eine Reduzierung der Geräuschkulisse
statt.
Dies ist ein Ausdruck des Online-Journals zwai PORTAL - JOURNAL - FORUM - WEITERBILDUNG
für Anästhesie- & Intensivpflege.
Das Dokument ist unter folgender Adresse zu finden:
http://www.zwai.net/ZW0124