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zwai Home : Intensiv : Streiks im Gesundheitswesen : Aerzte-Streik schaedigt Gesundheitssystem
 


Pressemitteilung des Deutschen Pflegerats e.V.

Ärzte-Streik schädigt Gesundheitssystem

Deutscher Pflegerat e.V.

Ärzte-Streik schädigt Gesundheitssystem

Der Ärztestreik für 30 Prozent Gehaltssteigerung und bessere Arbeitsbedingungen führt langfristig zu Arbeitsplatzabbau und schädigt Patienten

Berlin, den 28. März 2006

Der Deutsche Pflegerat e.V., die Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen, wies heute in Berlin die Forderungen der deutschen Ärzteschaft nach 30 Prozent mehr Gehalt als überzogen zurück, da diese Forderungen finanziell gegenwärtig nur auf dem Rücken der Patienten, d.h. der Beitragszahler, und der anderen Arbeitsnehmer im Gesundheitswesen, d.h. insbesondere den in der Pflege Beschäftigen realisiert werden können.

Daher seien langfristig Arbeitplatzabbau und damit ein Qualitätsverlust im deutschen Gesundheitswesen zu befürchten.


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dramatische Entsolidarisierung

dramatische Entsolidarisierung

„Die Ärztefunktionäre sorgen für eine dramatische Entsolidarisierung der Berufsgruppen, insbesondere der Pflegekräfte, anstatt sich für eine Sicherstellung einer besseren Organisation und einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung zu entscheiden“, sagte dazu heute in Berlin die Präsidentin des DPR, Marie-Luise Müller.

„Wenn die Arbeitgeber jetzt nachgeben, werden die Pflegekräfte als Verlierer aus diesem ungleichen Tarifkampf (Marburger Bund und ver.di) hervorgehen“.



wichtige Arbeitsgemeinschaft

Nach Auffassung des DPR bilden Ärzte und Pflegekräfte in den Krankenhäusern bislang eine wichtige Arbeitsgemeinschaft für eine sichere und gute Patientenversorgung.

Sie sind in den Arbeitsabläufen und Aufgabenverteilung sehr eng aufeinander angewiesen. Deshalb sind ihre Probleme eng miteinander verknüpft.

Einseitige Forderungen, die nicht an den tatsächlichen Wurzeln der Problemfelder ansetzen, gehen zu Lasten der Pflege. Mehr Finanzmittel alleine lösen die zwingend anstehenden Veränderungsprozesse nicht, sondern überdecken die gravierenden Organisations- und Strukturmängel im klinischen Alltag, „zumal steigende, einseitige Personalkosten ohne Berücksichtigung der Finanzierung den Stellenabbau beschleunigen“, so Marie-Luise Müller weiter, „wir sind für angemessene, leistungsgerechte Vergütungen, aber nicht ohne den Blick auf die dauerhaft wirksamen Verbesserungen in der Organisation zu richten.“

Daher fordert der Deutsche Pflegerat eine umfassende Neuverteilung der Aufgaben insbesondere von medizinischen Leistungen aus der Diagnostik, Therapie und Organisation. Pflege hat und wird diese Aufgaben übernehmen können und dabei auf mehr Verantwortung und leistungsgerechte Vergütung setzen. Damit sind Ärzte freigesetzt für ihre ureigensten und nicht delegierbaren Aufgaben.

Der DPR fordert seit der Einführung des neuen Entgeltsystems eine Verbesserung der Bedarfs-Abbildung der pflegerischen Leistungen im DRG-Systems. Eine Aufnahme von Pflegeklassifikation so beispielsweise Pflegediagnosen zur medizinischen ICD-Klassifikation, würde eine gerechtere und homogenere Erlössituation abbilden. Damit käme es auch automatisch zu einer Entschärfung um den Personalkostenfaktor und dem schleichenden Stellenabbau in der Pflege.

Die unvermeidbare Zunahme der Pflegeintensität, (Altersstruktur, Multimorbitität, demenzieller und chronischkranker Patienten), verkürzte Verweildauern und Fallzahlsteigerung erfordern mehr denn je qualifiziertes ärztliches und pflegerisches Potenzial. Professionelle Pflegekräfte könnten künftig zunehmend medizinische Therapieleistungen, Steuerungsaufgaben und Beratungsleistungen übernehmen, Ärzte sich stärker auf die wissenschaftliche und organisatorische Ausrichtung ihrer Profession konzentrieren.



Der Deutsche Pflegerat e.V.



Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus elf Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Seit 2003 handelt der Deutsche Pflegerat e.V. als eingetragener, gemeinnütziger Verein.

Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten in der Pflege. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Weitere Informationen:
Deutscher Pflegerat e. V.
Geisbergstr. 39 10777 Berlin
Tel.: + 49 30 219157-0 Fax: +49 30 21 9157-77
www.deutscher-pflegerat.de


(29.03.2006)

Emailadresse Autor:




Links zum Artikel:
    Deutscher Pflegerat e.V.






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