Beschäftigte kämpfen für Tarifvertrag
Sylvia Bühler / ver.di
16.11.2005: Am heutigen Mittwoch haben sich rund 2.000 Beschäftigte der nordrhein-westfälischen
Uni-Kliniken in Essen, Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster an
mehrstündigen
Arbeitskampfmaßnahmen beteiligt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fordern die Übernahme des Tarifvertrages
für den öffentlichen
Dienst (TVöD), den ver.di, Bund und Kommunen im September vereinbart haben.
Das moderne Tarifwerk gilt bereits seit Oktober in den kommunalen Krankenhäusern.

Urlaubsgeld gestrichen - Weihnachtsgeld gekürzt
Die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten der Uni-Kliniken sind deutlich
schlechter:
Die Einmalzahlung für 2005 in Höhe von 300 Euro wurde, anders als in
den kommunalen Kliniken, nicht gezahlt. Neueingestellte müssen seit Mai
2004 überdies
Arbeitsverträge mit einer verlängerten Arbeitszeit von 41 Wochenstunden
unterschreiben. Sie bekommen kein Urlaubsgeld und das Weihnachtsgeld wurde drastisch
gekürzt.
„Die Kolleginnen und Kollegen sollen bei immer weniger Lohn immer länger
arbeiten, das machen wir nicht mit“, erklärte Sylvia Bühler,
im ver.di-Landesbezirk NRW zuständig für das Gesundheitswesen. „Die
Arbeit im Krankenhaus rund um die Uhr ist hart, da sind 38,5 Stunden mehr als
genug“. Verantwortlich für
den Konflikt macht Bühler die Kaufmännischen Direktoren der Unikliniken
und die Hardliner in der Landesregierung: „Die einen weigern sich nach
wie vor, Tarifverhandlungen mit ver.di aufzunehmen, die anderen lehnen einen
fairen Tarifkompromiss mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL)
ab“. Für
den Fall, dass die Arbeitgeberseite nicht einlenke, kündigte Bühler
die Zuspitzung der Auseinandersetzung an.
Baden-Württemberg habe gezeigt, dass auch an den Unikliniken ein unbefristeter
Arbeitskampf möglich sei. Dort hatten im Oktober die Beschäftigten
nach einem zweiwöchigen Streik einen Tarifvertrag durchgesetzt.
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