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zwai Home : Weiterbildung : Journal : Anaesthesie-Assistent : qualifizierte Tausendsassas
 


Ein Beitrag zum 1. April 2005

Neue Qualifikationsmaßnahme der Akademie der Hybris-Kliniken GmbH

Redaktion zwai

Neue Qualifikationsmaßnahme der Akademie der Hybris-Kliniken GmbH

Bislang sind Krankenschwestern und -pfleger ein gewohntes Bild in Anästhesieabteilungen. Als Helfer für den Anästhesisten, der die Patienten vor, während und nach einer Narkose betreut, scheinen sie unersetzlich.
Doch mit einer dreijährigen Krankenpflegeausbildung sind sie dort pflegerische völlig überqualifiziert, hinsichtlich den speziellen Anforderungen in der Anästhesie wiederum nicht ausreichend befähigt. Und selbst wenn sie eine Weiterbildung zur Fachkrankenschwester oder Fachkrankenpfleger durchlaufen haben, sind sie als Arbeitnehmer in Bezug auf ihre Tätigkeiten und ihr Qualifikationsprofil schlicht zu kostenintensiv.


Von dieser Erkenntnis ausgehend etabliert sich zurzeit eine Reihe von alternativen Ausbildungsgängen. Einen völlig neuen Ansatz verfolgt dabei die Hybris GmbH. Die renommierte Betreiberin von Krankenhaus- und Wellness-Betrieben will damit einen Meilenstein setzen.

Dr. h.c. I. Dunno gilt als ausgewiesener Experte für Krankenhausorganisation. Der Betriebswirt (FH) kennt die neuralgischen Punkte einer Anästhesieabteilung aus dem Effeff: „Wir brauchen gezielt angelerntes Assistenzpersonal, dass dem Anästhesisten den Rücken freihält.“ Dunno ist Projektleiter bei der Hybris GmbH und nennt sich bescheiden „Vater des SSAS“.

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Tausendsassas

Tausendsassas

SSAS steht für „semi-skilled anesthesia substitute“. In einem einjährigen Kurs werden die Teilnehmer in 815 Theoriestunden und diversen Praktika zu einsatzfähigen Anästhesie-Assistenten ausgebildet. Bewerber müssen mindestens die mittlere Reife vorweisen. Berufserfahrung im Gesundheitswesen ist nicht nötig. „Uns sind Bewerber von außerhalb des Krankenhauses auch lieber“, erklärt Dunno. „Die sind frei von Vorurteilen und Standesdünkel.“

Im Februar 2005 startete an der Akademie der Hybris-Kliniken GmbH in Köln-Wahn der erste Kurs. Erkan Nicks ist einer der der Teilnehmer. „Man fühlt sich schon ein wenig wie ein Pionier“, sagt der gelernte Tierpräparator. Nach seiner Bundeswehrzeit war er arbeitslos. Die Agentur für Arbeit hat ihm den Ausbildungsplatz zum SSAS vermittelt. „Ich habe als Kind schon immer meinen Hausarzt bewundert. Deshalb freue ich mich, dass ich jetzt in diesem Bereich arbeiten darf.“

Dass die Ausbildung nicht staatlich anerkannt ist und bislang nur innerhalb der Hybris-Gruppe akzeptiert wird, ficht den sympathischen Mittdreißiger nicht an.

Projektleiter Dunno ist sich sicher, dass sein Modell Schule machen wird. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Anatomie, Physiologie, Medikamentenkunde und spezielle Anästhesie-Techniken. Auch pädagogisch sieht man sich in der Erwachsenenbildung ganz weit vorn. Mit Fides de Mafata konnte die ehemalige Geschäftsführerin einer Stewardessen-Schule als Kursleiterin gewonnen werden.



Facharzt in Rufnähe

Facharzt in Rufnähe

Nach bestandener Prüfung (praktisch, schriftlich und mündlich) können die 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pilot-Kurses voll in der Anästhesie eingesetzt werden. Sie sollen Narkosen vor- und nachbereiten, dem Arzt assistieren und auch Patienten während einer OP überwachen. Vorraussetzung ist freilich ein gültiger Spritzenschein und ein Facharzt in Rufnähe.
Schon nach wenigen Wochen bescheinigt Dr. h.c. I. Dunno dem laufenden SSAS-Kurs gut und zielorientiert zu lernen: „Meine Jungs und Mädchen funktionieren.“



keine Bedenken

Bedenken ärztlicher und pflegerischer Berufsverbände, die juristische Position des SSAS sei ungeklärt bis äußerst bedenklich, wischt Dunno pragmatisch vom Tisch: "Angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt brauchen wir in Deutschland jetzt eine politische Vorfahrtsregel für Arbeit." Es gilt, einem drohenden Anästhesistenmangel vorzubeugen. Souverän bremst er auch Bedenkenträger aus, die in der Qualifikationsmaßnahme lediglich den Versuch sehen, teures Pflegepersonal und noch teuere Ärzte einzusparen: „Bislang haben wir noch keinen einzigen Anästhesisten entlassen.“

Bewerbungen für den zweiten Kurs (Beginn 1. April 2006) werden ab sofort entgegengenommen.

Gleichzeitig planen die Hybris-Akademiker für das kommende Jahr die Einführung vergleichbarer Schulungen für die Kardiochirurgie (off-pump), Endoskopie (bis 1 Meter Endoskoplänge) und die Innere Medizin (Facharzt-Standard).

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