Keine Angst vor Monsun, Tigerpython und Sicherheitsvorkehrungen?
Tilmann Müller-Wolff - Redaktion zwai (Division Übersee)
Am Rande des indischen Ozeans zu arbeiten kann eine attraktive Perspektivenerweiterung darstellen: Das Deutsche Rote Kreuz sucht aktuell eine OP-Pflegefachkraft für ein Krankenhaus im Mullaitivu District, Sri Lanka.
Der Einsatz dauert sechs Monate und sollte im Oktober 2007 angetreten werden.
Das dort im Krankenhaus arbeitende medizinische Team wird unter der Flagge
des Roten Kreuz wirken. Die aktuelle Sicherheitslage in Sri Lanka ist nur eingeschränkt
zu beurteilen, daher wird eine Ausreise mit Familienangehörigen nicht
unterstützt. Auch sollten die BewerberInnen bereit sein, sich den strengen
Sicherheitsauflagen zu unterwerfen. Das Krankenhaus liegt in einem von der
LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) kontrollierten Gebiet. Da das Rote
Kreuz politisch und konfessionell unabhängig arbeitet und die Hilfsorganisation
weltweit hohe Akzeptanz genießt, werden auch für das politisch derzeit
unruhige Sri Lanka Hilfskräfte rekrutiert.

Die wesentlichen Anforderungen:
- mindestens drei Jahre fachbezogene Berufserfahrung
- bevorzugt mit Berufserfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit oder Nothilfe
- Bereitschaft und Fähigkeit vorhandenes Personal anzuleiten und zu führen
- Bereitschaft und Fähigkeit mit einfachen Mitteln und einfacher technischer Ausstattung zu arbeiten
- Tropentauglichkeit
- Englischsprachigkeit
Neben den üblichen Assistenzarbeiten am Patient werden Anleitungs- und
Personalführungsaufgaben zu erfüllen sein.
Vor Auslandseinsätzen erfolgen DRK-interne Schulungen für Abgesandte.
Es besteht umfangreicher Versicherungsschutz während des Einsatzes. Vor
und nach dem Einsatz werden medizinische Vor- und Nachsorgeuntersuchungen angeboten.
Die Vergütung ist am Tarifsystem des DRK ausgerichtet. Unterkunft vor
Ort wird gestellt.
Nachbar LTTE
Anzumerken bleibt, dass die LTTE international nicht den besten Ruf hat. Die
paramilitärische Einheit kämpft im Bürgerkrieg in Sri Lanka
für die Unabhängigkeit des von Tamilen dominierten Nordens und Ostens Sri Lankas vom Rest der Insel, in dem mehrheitlich Singhalesen leben. Mit rund 250 ihr zugeschriebenen Anschlägen ist die LTTE weltweiter Spitzenreiter der Selbstmordattentat-Statistik. Mehrere Staaten, darunter Indien, die USA und Europäische Union, stufen die LTTE als terroristisch ein.
Die in Sri Lanka seit Jahrzehnten schwelenden und regelmäßig wieder aufflammenden Konflikte sind nicht ausschließlich religiös begründet, es bestehen vor allem auch Auflehnung und Rebellion gegen die amtierende Regierung.
Es bestehen wiederholt auch Schwierigkeiten, die verschiedenen Krisenregionen
zu erreichen, auch für Hilfskräfte und Hilfslieferungen.
(27.06.2007)
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