Praxisnahes Lernen in der Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege
Angela Boonen, Ingrid Darmann
Zusammenfassung
In Abgrenzung von einer einseitig technik- und medizinorientierten Ausrichtung
der Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege wird in diesem Beitrag
ein fächerintegratives Curriculum vorgestellt, in dessen Mittelpunkt
typische Pflegesituationen stehen, anhand derer klinische Urteilsfähigkeit
und prozessorientierte Problemlösungskompetenzen gefördert werden.
Die traditionellen Lehr-/Lernformen des Dozentenunterrichts und des klinischen
Unterrichts wurden mit dem Ziel einer stärkeren Pflegesituations- und Pflegeprozessorientierung
weiterentwickelt. Außerdem wurde ein nicht unerheblicher Teil des Dozentenunterrichts
ersetzt durch Problemorientiertes Lernen (POL) in Kleingruppen. Die Evaluation
stellte sowohl Effekte der getroffenen Veränderungen als auch Skepsis auf
Seiten der Teilnehmer fest.
Angela Boonen ist Lehrerin für Pflegeberufe und leitet die Fachweiterbildung
Anästhesie- und Intensivpflege am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Prof. Dr. Ingrid Darmann ist Professorin am Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften
der Universität Bremen für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt
pflegetherapeutische Grundlagen und ihre pflegedidaktische Vermittlung.
Einleitung
Praxisnahes Lernen steht im Mittelpunkt der curricularen Reformen in der Fachweiterbildung
Anästhesie- und Intensivpflege am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
(UKE). Der Anlass für die Reformen war die Modifizierung der Fortbildungs-
und Prüfungsordnung zur Fachkrankenschwester/zum Fachkrankenpfleger für
Intensivpflege und Anästhesie im Jahr 2000 [1] sowie die Kritik an der
bisherigen Form der Fachweiterbildung. Zurzeit wird ein fächerintegratives
Curriculum basierend auf der Methode des Problemorientierten Lernens (POL) entwickelt,
implementiert und evaluiert.
Durchführung und wissenschafliche Evaluation werden finanziell durch die
Robert-Bosch-Stiftung unterstützt. In diesem Beitrag werden die Ziele
sowie die getroffenen Veränderungen (Curriculumentwicklung, klinischer
Unterricht, Problemorientiertes Lernen) zunächst aus Sicht der Leiterin
der Fachweiterbildung (Angela Boonen) beschrieben, aus Sicht der Evaluatorin
(Ingrid Darmann) wird anschließend jeweils der theoretische Hintergrund
erschlossen. Abschließend werden erste Ergebnisse der Evaluation dargestellt.

Ziele der Fachweiterbildung
Aus Sicht der Fachweiterbildung
Die Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege soll die Teilnehmer
für die Tätigkeit im Intensivbereich und in der Anästhesie qualifizieren
und ihnen zur Erfüllung dieser Aufgaben die notwendigen speziellen Kenntnisse,
Fertigkeiten und Verhaltensweisen auf der Grundlage eines engen Theorie-Praxis-Transfers
vermitteln.
Die Pflege in der Anästhesie und auf der Intensivstation ist dadurch geprägt,
dass zum einen die dort behandelten Menschen hochgradig abhängig sind und
zum anderen jederzeit mit Notfällen oder akut lebensbedrohlichen Situationen
gerechnet werden muss. Beide Bereiche zeichnen sich dadurch aus, dass die Vitalfunktionen
der dort behandelten Patienten von einer Vielzahl an Geräten überwacht
und unterstützt werden. Diese Geräte müssen von den Pflegenden
sicher beherrscht und sollten als Unterstützung und nicht als zentrale
Einheit der Arbeit mit den Patienten gesehen werden. Neben diesen Gemeinsamkeiten
unterscheidet sich die Arbeit in der Anästhesie grundlegend von der auf
den Intensivstationen.
Die Tätigkeit in der Anästhesie ist durch die enge Zusammenarbeit
mit den Anästhesisten geprägt. Standardisierte Arbeitsabläufe
ermöglichen einen reibungslosen Ablauf. Die Kommunikation und die Absprache
mit den anderen Berufsgruppen stehen im Mittelpunkt der Tätigkeit in der
Anästhesie. Patientenorientierte Pflege findet aufgrund des nur kurzen
Kontaktes zwischen Pflegekraft und Patient nur bedingt statt.
Die Pflege auf den Intensivstationen ist dagegen nicht so stark standardisiert
und erfordert einen situativen Planungsprozess entlang des Pflegeprozessmodells.
Die Kommunikation mit den Patienten ist häufig erschwert und es ist die
Aufgabe des Pflegepersonals, die Patienten mit all ihren Problemen und Bedürfnissen
als individuelle Persönlichkeiten in den Pflegeprozess einzubeziehen. Hieraus
resultieren hohe Ansprüche an die fachlich-technische, soziale und personale
Kompetenz der dort tätigen Pflegekräfte.
In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt der Weiterbildung auf der Vermittlung
medizinischer Inhalte. Ziel der neu strukturierten Fachweiterbildung am Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf ist es, den Teilnehmern ein pflegeorientiertes Berufsverständnis
zu vermitteln. Zwar sollten die Pflegenden über ein fundiertes medizinisches
Wissen verfügen, dieses sollte jedoch nicht im Zentrum ihres Denkens stehen.
Vielmehr sollten sie auf der Basis dieses Wissens in der Lage sein, pflegerische
Probleme zu erkennen, zu deuten und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten,
also pflegeprozessorientiert zu arbeiten.
Zudem gilt es, die Pflege auf den Intensivstationen und in der Anästhesieabteilung
auch unter knapperen Ressourcen professionell zu gestalten. Um diesen zunehmenden
Anforderungen im Alltag gewachsen zu sein, müssen sich die Schwerpunkte
der Fachweiterbildung verändern. In der heutigen Zeit muss es unter anderem
darum gehen, neben der Vermittlung von Faktenwissen die Teilnehmer zu befähigen,
sich neues und erweitertes Wissen selbstständig zu erarbeiten. Diese Fähigkeit
wird künftig noch wichtiger sein, da es vermutlich verstärkt den Fachdisziplinen
übergeordnete Intensivstationen geben und sich dadurch das Spektrum der
Krankheitsbilder auf den Intensivstationen vergrößern wird.
Dies erfordert von den Pflegenden eine höhere Flexibilität. Sie müssen
in der Lage sein, sich schnell auf eine neue Situation einzustellen und einmal
erworbene Erkenntnisse auf neue Situationen zu übertragen. Des Weiteren
sollten sich Pflegende in Kooperation mit anderen Berufsgruppen argumentativ
auseinander setzen können und sie sollten in der Lage sein, ihr Handeln
vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse zu überprüfen. Aus diesem Grund
sollte die Reflexion des eigenen Handelns im Rahmen der Fachweiterbildung implementiert
werden. Die Fähigkeit der Übertragung der erworbenen Erkenntnisse
auf eine neue Situation führt langfristig zu einer Steigerung der Handlungsfähigkeit.
Aus Sicht der Evaluation
Wenn von Pflegeorientierung der Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege
gesprochen wird, so ist damit nicht allein eine stärkere Gewichtung von
sozialen und kommunikativen Kompetenzen gemeint, vielmehr sollen Pflegephänomene,
Pflegeprobleme oder noch umfassender: Pflegesituationen und deren Gestaltung
durch beruflich Pflegende im Mittelpunkt der Weiterbildung stehen.
Das in der Intensivpflege zweifellos unabdingbare Wissen z. B. über die
Pathophysiologie von Erkrankungen, über die Wirkungen von Arzneimitteln
oder die Funktionsweise von Maschinen wird in seinem Beitrag zum Verständnis
und zur Gestaltung von Pflegesituationen relevant und nicht als Selbstzweck.
Professionelle Pflege oder Pflegeexpertise [2] zeigt sich darin, dass Pflegende
in komplexen und einzigartigen Pflegesituationen schnell und situationsangemessen
handeln. Dabei kommt als Fähigkeit situative Urteilskraft bzw. die diagnostische
Kompetenz zum Ausdruck, den Sinn einer Situation anhand der wahrgenommenen Konfiguration
angemessen zu rekonstruieren und daraus Schlussfolgerungen für Handlungsoptionen
zu ziehen.
Ziel der curricularen Reformen der Fachweiterbildung mit der Perspektive Pflegeorientierung
sind somit die Verbesserung und Erweiterung der Urteils- und Handlungsfähigkeit
der Teilnehmer in konkreten Pflegesituationen.
Will man situative Urteils- und Handlungsfähigkeit fördern, muss man
sich darüber klar werden, was man unter einem guten situativen Urteil verstehen
will. Aus Sicht des Konstruktivismus und des Interaktionismus handeln wir stets
auf der Grundlage von Bedeutungen, die wir Dingen und Interaktionen zuweisen,
d. h. unser Verhalten ist Ergebnis von subjektiven Deutungsprozessen und kann
nicht zwingend aus einer bestimmten situativen Konstellation abgeleitet werden
[3]. Ob wir mit unserem Urteil richtig liegen oder nicht, hierfür gibt
es keinen objektiven Maßstab.
Für die Pflegekraft mag es zufriedenstellend sein, wenn ein zuvor unruhiger
Patient nach Valiuminjektion ruhig ist, aus Sicht des Patienten, dessen die
Unruhe verursachendes Problem nicht behoben wurde, aber nicht. Ein gutes situatives
Urteil ist daher erstens eines, dass in dem Bewusstsein getroffen wurde, dass
Urteile perspektivisch und daher stets überprüfungsbedürftig
sind. Zweitens sollte sich das situative Urteil professionell Pflegender (im
Unterschied etwa zur Laienpflege) prinzipiell auf eine überprüfbare
und überprüfte Wissens- und Kenntnisbasis beziehen [4]. Zwar
werden Entscheidungen häufig unter Handlungsdruck getroffen, die Begründungsverpflichtung
wird deswegen aber nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben (ebd.).
Ein Nachholen der Begründungsverpflichtung kann etwa durch Evaluation
der Handlungswirkungen oder durch Reflexion der gefundenen Lösung erfolgen.
Der Erwerb neuen Wissens dient aus dieser Perspektive der Erweiterung von Deutungs-
und Handlungsmöglichkeiten sowie der Überprüfung der eigenen
Handlungsbegründungen. Der Theorie-Praxis-Transfer erfolgt nicht durch
technokratische Anwendung von Handlungsregeln, sondern reflexiv durch die multiperspektivische
Deutung von Pflegesituationen.
Vielen beruflich Pflegenden und den meisten Teilnehmern der Fachweiterbildung
ist der Prozess der Urteilsbildung gar nicht bewusst. Dies hängt zum einen
damit zusammen, dass zum Zeitpunkt des Urteilens die Aufmerksamkeit nicht auf
das Urteilen, sondern auf die Situation gerichtet ist. Das Urteil erfolgt intuitiv,
ihm ist das Wissen über die der Entscheidung zugrunde liegenden Begründungen
implizit [5].
Zum anderen ist die mangelnde Bewusstheit aber auch ein Symptom für das
mechanistische Pflegeverständnis der meisten beruflich Pflegenden, was
sich etwa in der Auffassung ausdrückt, es gäbe für eine bestimmte
Pflegesituation eine einzig „wahre” Bedeutung und eine einzig zutreffende
Reaktion. Viele Pflegende erkennen weder die Deutungsoffenheit noch die Vielfalt
an Handlungsoptionen, die prinzipiell in jeder Situation gegeben sind [6]. Wissen
wird unter dem mechanistischen Verständnis als Handlungsanweisung für
die Praxis betrachtet.
Diese reduktionistische Sichtweise hat schwerwiegende negative Folgen. Sie
führt zu einer mangelnden Kritikfähigkeit gegenüber den eigenen
Deutungen, zu „impliziten Tunnelperspektiven” [7] und damit zu Erstarrung
und Routinisierung der pflegerischen Handlungen. In der Folge werden für
individuelle Problemlagen der Patienten, z. B. Atemnot oder Desorientiertheit,
ohne Berücksichtigung der in dieser einzigartigen Situation möglichen
Hintergründe standardisierte Lösungen praktiziert.
Zusammenfassend hat die Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege
die Aufgabe, den Teilnehmern den Prozess der Konstruktion von Bedeutungen (also
der Urteilsbildung) bewusst zu machen, die Teilnehmer zur Reflexion und ggf.
Korrektur ihrer unter Handlungsdruck gewonnenen routinisierten Lösungen
anzuregen sowie ihren Interpretations- und Begründungsrahmen durch neues
Wissen zu erweitern. Der Theorie-Praxis-Transfer lässt sich vor diesem
Hintergrund als komplexer Transformations- und Reflexionsprozess konzipieren
[8]. Natürlich kann es in der Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege
nicht ausschließlich um Reflexivität gehen, auch die Vermittlung
von Regelwissen und Handlungssicherheit ist von zentraler Bedeutung. Diese Sicherheiten
sind aber immer wieder zugunsten der Reflexivität aufzubrechen.
Curriculumentwicklung
Aus Sicht der Fachweiterbildung
Mit dem Curriculum wird beabsichtigt, die bisherige wissenschaftsorientierte
Fächerstruktur zumindest teilweise aufzubrechen und eine neue Systematik
in den Mittelpunkt zu stellen [9]. Strukturierendes Element sind typische, komplexe
Pflegesituationen aus der Praxis im Anästhesie- und Intensivbereich.
Bisher wurden u. a. folgende Pflegesituationen ermittelt:
Pflegesituationen von Patienten mit beeinträchtigter Atmung;
Pflegesituationen von wahrnehmungsbeeinträchtigten Patienten;
Pflegesituationen von Herz-Kreislauf-beeinträchtigten Patienten;
Pflegsituationen von Patienten in der Anästhesie.
Drei verschiedene Lehr-/Lernformen werden zur Kompetenzentwicklung im Rahmen
der Pflegesituationen eingesetzt, nämlich der Dozentenunterricht, das Problemorientierte
Lernen und der klinische Unterricht. Unter Dozentenunterricht verstehen wir
den Unterricht im Kursverband. Ergänzend zum Dozentenunterricht findet
das Problemorientierte Lernen (POL) in Kleingruppen statt.
Das Lernen in Praxissituationen erfolgt auf sieben verschiedenen Intensivstationen
und in der Anästhesieabteilung, die elf operative Kliniken versorgt. Im
Rahmen der Einsätze erhalten die Teilnehmer regelmäßige klinische
Unterrichte in Form von individuellem Einzelunterricht. Alle drei Elemente
(Dozentenunterricht, POL, klinischer Unterricht) stehen in engem Zusammenhang.
In den Dozentenunterrichten werden aus Sicht verschiedener Fachdisziplinen Teilaspekte
zu diesen Pflegesituationen dargestellt und einige Inhalte werden fächerintegrativ
im Team-teaching (Pflegende - Mediziner - Lehrer) angeboten.
Aus Sicht der Evaluation
Indem das Curriculum anhand von Pflegesituationen strukturiert ist, lässt
es sich dem situationsorientierten Ansatz der Curriculumentwicklung [10] zuordnen
und entspricht damit dem aktuellen curricularen Trend in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik,
der in den so genannten lernfeldorientierten Lehrplänen seinen Niederschlag
findet [11]. Durch die situationsorientierte Strukturierung soll sichergestellt
werden, dass die Ziele und Inhalte der Fachweiterbildung den tatsächlichen
Anforderungen der Berufspraxis entsprechen, und es werden günstigere Rahmenbedingungen
für handlungsorientierte Lehr-/Lernformen und damit für den Erwerb
von transferfähigem Wissen und Können geschaffen.
Das Curriculum für die Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege
befindet sich zurzeit noch in der Entwicklung. Zwei Aufgaben sind zukünftig
vorrangig zu bearbeiten. Erstens ist es erforderlich, typische Pflegesituationen
mittels empirischer Untersuchungen und nicht allein pragmatisch zu identifizieren.
Zweitens sind die Unterrichtsgegenstände im Hinblick auf ihren bildenden
Gehalt zu befragen und auszuwählen, also im Hinblick darauf, welche allgemeinen
Zusammenhänge, Widersprüche, Erkenntnisse und Fähigkeiten sich
anhand dieses Gegenstandes aneignen oder vermitteln lassen [12].
Klinischer Unterricht
Aus Sicht der Fachweiterbildung
Die Fortbildungs- und Prüfungsordnung sieht 1580 Stunden berufspraktische
Anteile vor, von denen mindestens 10 % (158 Stunden) unter Anleitung einer Mentorin
mit pädagogischer Qualifikation durchgeführt werden müssen. Der
klinische Unterricht findet als individueller Einzelunterricht auf den Intensivstationen
und in der Anästhesieabteilung statt und wird von Praxisanleiterinnen,
die der Lehrgangsleitung fachlich unterstellt sind, durchgeführt. Mit den
klinischen Unterrichten soll die Problemlösungsfähigkeit in Alltagssituationen
gefördert werden, um langfristig die Handlungskompetenz in beruflichen
Problemsituationen zu steigern.
Die Praxisanleiterinnen wurden von Anfang an in die Curriculumentwicklung einbezogen,
da sie eine wichtige Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis bilden und um
ihnen den Zusammenhang zwischen den schulischen und den klinischen Unterrichten
zu verdeutlichen. Zu Beginn der gemeinsamen Arbeit wurden übergeordnete
Inhalte der klinischen Unterrichte anhand der bereits erwähnten Pflegesituationen
in einem praktischen Weiterbildungsordner zusammengestellt. Der Ordner bietet
eine Übersicht über die zu erlernenden Themen. Außerdem werden
darin die schriftlichen Rückmeldungen, die zu den klinischen Unterrichten
von den Praxisanleiterinnen erstellt werden, abgeheftet.
Der Ordner bietet nicht nur den Teilnehmern, sondern auch den Praxisanleiterinnen,
den Mentoren der Stationen und der Lehrgangsleitung einen kontinuierlichen Einblick
in die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen.
Über den Einbezug der Praxisanleiterinnen in die Curriculumentwicklung
und in die Dozentenunterrichte ist es gelungen, dass sich die Praxisanleiterinnen
für eine möglichst zeitnahe Umsetzung des in „der Theorie”
erlernten Wissens in den klinischen Unterrichten bemühen, und es kann gewährleistet
werden, dass die Teilnehmer eine vergleichbare Anzahl an klinischen Unterrichten
erhalten.
Trotz dieser Fortschritte fällt z. B. in Prüfungen und in den POL-Sitzungen
auf, dass die Teilnehmer weiterhin Schwierigkeiten haben, ihr theoretisches
Wissen auf (reale, klinische) Pflegesituationen zu transferieren. Der Wunsch
nach Rezepten ist hoch und es entsteht der Eindruck, dass wie zuvor immer noch
in erster Linie für Prüfungen gelernt wird und das Verständnis
für den eigenen Nutzen fehlt. Von Seiten der Evaluatorin wurde beanstandet,
dass die klinischen Unterrichte vor allem auf die motorisch-praktische
Durchführung von Tätigkeiten und nicht auf die Urteils- und Handlungsfähigkeit
in komplexen Situationen abzielen. Daher sollen zukünftig die klinischen
Unterrichte stärker anhand der Schritte des Pflegeprozesses strukturiert
werden. Des Weiteren sollen die Lernenden von den Praxisanleiterinnen vermehrt
aufgefordert werden, erworbenes Wissen zur Situationsdeutung heranzuziehen.
Aus Sicht der Evaluation
Üblicherweise besteht ein zentrales Ziel von klinischem Unterricht in der
Vervollkommnung des Handlings. Zwar sollte dieses Ziel nicht vernachlässigt
werden, der klinische Unterricht darf aber nicht dabei stehenbleiben, sondern
sollte auch Wahrnehmungs-, Urteils- und Handlungsfähigkeit in komplexen
Pflegesituationen anbahnen.
Nach dem Cognitive-Apprenticeship-Ansatz kann die Expertise der situativen Diagnostik
an die Lernenden weitergegeben werden, indem Experten (in diesem Fall Praxisanleiterinnen)
die geeignete Vorgehensweise vormachen und dabei zugleich ihre kognitiven Strategien
und Prozesse bei der Situationserfassung verbalisieren [13][14]. Als Hilfsinstrument
für die Situationserfassung können hierfür die Schritte des Pflegeprozesses
herangezogen werden. Abweichend von den klassischen Formen des cognitive apprenticeship
und stärker orientiert an konstruktivistischen Grundsätzen wurden
in empirischen Untersuchungen noch bessere Effekte festgestellt, wenn die Lernenden
zunächst selbst das Problem bearbeiten und erst dann das Modell/den Experten
beobachten [15].
Dies entspricht auch dem hier verfolgten Anliegen, die Teilnehmer der Fachweiterbildung
zur Reflexion ihrer möglicherweise bereits erstarrten Deutungsschemata
anzuregen. Zwar hat der Lehrende in diesem Ansatz zumindest anfangs eine stark
lehrerzentrierte Position inne, diese soll aber durch ein kognitive Prozesse
anregendes Lehrgespräch ausgefüllt werden [16].
Für die Fachweiterbildung kann das Lehrgespräch zwischen Lernenden
und Experten etwa die Situationsdiagnose, die Begründung eines Urteils,
die Konfrontation mit anderen Urteilen (z. B. des Urteils der Praxisanleiterin)
oder den Vergleich mit anderen ähnlichen oder unähnlichen Pflegesituationen
aufgreifen. Weil der Prozess der Urteilsbildung aber nur bedingt durch Regeln
beschreibbar ist, können die Strategien der Urteilsbildung und der Handlungsgenerierung
durch Verbalisierung nur teilweise an die Lernenden weitergegeben werden. Der
verbleibende Rest, der sich nicht explizieren lässt, ist von den Teilnehmern
durch das Einfühlen in „das Geschick des Experten” [17] zu erschließen.
Dies setzt voraus, dass die Teilnehmer den Praxisanleiterinnen das Vertrauen
entgegenbringen, dass sie von ihnen auch tatsächlich etwas lernen können.
Problemorientiertes Lernen
Aus Sicht der Fachweiterbildung
Das Problemorientierte Lernen (POL) [18][19][20][21] ist ein didaktisches Vorgehen
zur gezielten Erarbeitung von Lerninhalten in Kleingruppen (max. 8 Teilnehmer).
Es besteht aus einer Kombination von Kleingruppendiskussionen und Selbststudium.
Die Kleingruppenarbeit findet dabei unter Anleitung eines Moderators statt.
Der Ausgangspunkt für das POL ist eine Problemstellung oder ein Fallbeispiel
aus der täglichen Berufspraxis der Teilnehmer. Der Ablauf ist in Lernschritte
gegliedert (Siebensprung): In Schritt 1 - 5 werden die Fall- bzw. Problemstrukturen
analysiert und Lernziele formuliert, in Schritt 6 erfolgt die selbstständige
Wissensaneignung und in Schritt 7 das Zusammentragen der Ergebnisse.
Am Ende einer Problembearbeitung kann - je nach Ausbildungsstand - deren Lösung
stehen. Entscheidend für das POL ist nicht das Ergebnis der Problembearbeitung,
die Problemlösung, sondern der Weg zu ihr, die Strategie.
Die Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege umfasst laut Fortbildungs-
und Prüfungsordnung insgesamt 720 Stunden theoretischen Unterricht. Zurzeit
nimmt das POL im Rahmen 156 von 421 Pflegestunden (entspricht 37 %) ein (vgl.
Abb. [1]). Im Durchschnitt bearbeiten die Teilnehmer pro Monat einen Fall, dies
entspricht 19 Fällen in 2 Jahren.
Die erste Sitzung (Schritt 1 - 5) erstreckt sich über zwei Unterrichtsstunden
(90 Min.), im Anschluss daran erhalten die Teilnehmer vier Unterrichtsstunden
Studienzeit zur Bearbeitung der Lernziele (Schritt 6) und in der nächsten
Woche findet die zweite Sitzung, ebenfalls im Rahmen von zwei Unterrichtsstunden
statt (Schritt 7). Moderiert wurden die Sitzungen bislang von geschulten Moderatoren
(die bereits erwähnten Praxisanleiterinnen). Das POL hat eine fächerintegrative
Funktion, da die Fälle sowohl pflegerische als auch medizinische Inhalte
enthalten und sich die Teilnehmer im Rahmen der Lernzielbearbeitung mit verschiedenen
Schwerpunktbereichen auseinander setzen.

Abb. 1 Prozentualer Anteil des Problemorientierten Lernens am schulischen Unterricht.
Beim Problemorientierten Lernen eignen sich die Teilnehmer Fachwissen und die
methodische Kompetenz zur Quellensuche und -kritik an, sie verbessern ihre Problemlösungsfähigkeiten,
erweitern ihr Handlungsrepertoire und hinterfragen routinisierte Handlungspraktiken.
Neben der Fach- und der Methodenkompetenz werden aber auch kommunikative Kompetenz
und Teamfähigkeit gefördert.
Nach Einführung des Problemorientierten Lernens machten sich die ersten
Probleme an den Rahmenbedingungen (Lernort- und -zeit) fest. Die POL-Sitzungen
fanden im Anschluss an den Frühdienst statt und den Teilnehmern fiel es
schwer, sich auf die Arbeit in den POL-Gruppen zu konzentrieren. Die ursprünglich
geplanten zusätzlichen variablen Studientage für die Erarbeitung der
Lernziele wurden nicht mit dem POL in Verbindung gebracht und die Teilnehmer
hatten subjektiv das Gefühl, die Erarbeitung der Lernziele komplett in
ihrer „Freizeit” bewältigen zu müssen.
Des Weiteren stellte es sich als schwierig dar, geeignete, ungestörte
Räume auf dem Klinikgelände zu finden. Die Akzeptanz des POL wurde
an den schlechten Rahmenbedingungen gemessen; dies bestätigten auch die
ersten Ergebnisse der Evaluation [23]. Daraufhin integrierten wir die POL-Stunden
in die Studientage und die Sitzungen finden seitdem im Bildungszentrum statt.
Die Änderungen wurden von allen Teilnehmern sehr positiv aufgenommen.
Durch die Evaluation wurden außerdem Unzulänglichkeiten im Bereich
der POL-Fälle und der Moderation ermittelt. Es wurde festgestellt, dass
die Fälle nicht zur Ermittlung unterschiedlicher Deutungsmöglichkeiten
und zur Entwicklung von Handlungsalternativen geeignet waren und dass sich die
Teilnehmer in den POL-Gruppen mit oberflächlichem Wissen zufrieden gaben.
Auf Empfehlung der Evalutorin werden die Fälle nun so konstruiert, dass
sie ungelöste oder nicht befriedigend gelöste Problemsituationen beinhalten,
die aus wechselnden Perspektiven betrachtet werden können.
Die Moderation wurde dahingehend konkretisiert, dass die Probleme näher
am Fall formuliert werden und dass die Moderatorinnen die Gruppen vermehrt anregen,
Hypothesen/Vermutungen zu den Hintergründen der bestehenden Probleme zu
bilden. Außerdem decken die Moderatorinnen durch gezieltes Nachfragen
Wissenslücken auf bzw. fordern Begründungen zu Behauptungen ein. Auch
die zweite Sitzung wurde deutlicher strukturiert, als dies bisher der Fall
war.
Aus Sicht der Evaluation
In der Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege am UKE wird ein
POL-Ansatz verfolgt, mit dem insbesondere der Erwerb von Deutungswissen und
die Förderung hermeneutischen Fallverstehens angeregt werden soll. In den
meisten Veröffentlichungen zum POL wird demgegenüber der Schwerpunkt
auf die Problemlösung (z. B. im Zusammenhang mit dem Konzept des evidence-based
nursing) [24][25] oder auf den Erwerb von kontextbezogenem Wissen gelegt [26][27][27][29].
Gemeinsam ist diesen Ansätzen, dass sie die Problemdefinition und -deutung
vernachlässigen oder den Eindruck erwecken, die Deutung könne technizistisch
durch Anwendung des „richtigen” Wissens erfolgen. In der Durchführung
kommt dies etwa darin zum Tragen, dass den Lernenden kontextualisierte Krankheitsbilder
präsentiert werden, für die es eine richtige Deutung gibt.
Um reflexive Deutungskompetenz zu fördern, wird in der Fachweiterbildung
des UKE bei der Fallkonstruktion ein interaktionsorientiertes Pflegeverständnis
zugrunde gelegt, wonach offene und komplexe Pflegesituationen und nicht Krankheitsbilder
im Mittelpunkt pflegerischen Handelns stehen. Dabei werden ungedeutete Pflegephänomene,
wie z. B. Unruhe, Schmerzen, muskuläre Verspannungen, Atemnot oder mangelnde
Ansprechbarkeit in einen medizinischen, persönlichen, institutionellen
und gesellschaftlichen Kontext eingebettet. Die Fallsituationen sind umso komplexer,
desto mehr Verbindungen zwischen den situativen Phänomenen, den Bedingungen
und den Wissensbeständen der Lernenden hergestellt werden können [30].
Die sieben Bearbeitungsschritte können quasi als methodische Anleitung
zur Deutung der Situation aufgefasst werden.
Die Erweiterung des Deutungswissens bzw. die Generierung von bisher nicht mit
dem Problem in Verbindung gebrachten Hypothesen wird beim problemorientierten
Lernen angeregt
durch die Verknüpfung der im Fall ermittelten Probleme mit den Kontextbedingungen
und dem eigenen Vorwissen,
durch die Konfrontation mit divergierenden Deutungen der anderen Gruppenteilnehmer,
durch Impulse der Tutoren, die diese Deutungen hinterfragen, Feedback geben
oder Deutungsdifferenzen zur Sprache bringen.
Ergebnisse der Evaluation
Die Evaluation richtet sich sowohl auf die Struktur, den Prozess und das Ergebnis.
Es handelt sich um eine formative Evaluation, im Vordergrund steht also die
Ermittlung von Verbesserungsmöglichkeiten im konkreten Projekt. Da die
potenziellen Probleme, die Wirkungen und die Verbesserungsmöglichkeiten
zunächst als unbekannt angesehen werden müssen, ist von der Offenheit
des Forschungsgegenstands auszugehen. Infolgedessen werden vorrangig qualitative
Methoden der Datenerhebung und -auswertung, wie qualitative Interviews und unstrukturierte
Formen der Beobachtung eingesetzt [31].
Quantitative Verfahren werden dann verwendet, wenn sich bei den vorhergehenden
Untersuchungen bereits Kategorien herauskristallisiert haben oder theoretisch
gewonnene Kategorien in Bezug auf Probleme oder Wirkungen überprüft
werden sollen. Im Folgenden werden ausgewählte Ergebnisse der Ergebnisevaluation
anhand von Teilnehmerbefragungen nach einem Jahr vorgestellt. Die Ergebnisevaluation
erfolgt zum einen unter der Maßgabe der Teilnehmerzufriedenheit und zum
anderen unter der Maßgabe didaktischer Kriterien.
Aus Teilnehmersicht bestehen Kriterien einer erfolgreichen Fachweiterbildung
im Wissenserwerb, in der Erlangung von Souveränität im beruflichen
Alltag und in der Befähigung zur Verbesserung der Praxis[1]. In einer Fragebogenerhebung
nach einem Jahr machten zwei Drittel der Teilnehmer auf die Frage: „Was
förderte die Zielerreichung” (im Sinne der Teilnehmer) beim klinischen
Unterricht und beim medizinischen Dozentenunterricht die Angabe „stimmt
voll und ganz” oder „stimmt größtenteils”. Den Dozentenunterricht
im Fach Pflege schätzten dagegen mehr als 50 % der Teilnehmer als lediglich
mittelmäßig wichtig für die Zielerreichung ein [32]. Beim Problemorientierten
Lernen wurden alle fünf Antwortalternativen angekreuzt, Häufungen
gab es im mittleren Bereich.
Die reflexive Wissensverwendung bei der Deutung von Situationen aus der Intensivpflege
ist ein zentrales Ziel aus didaktischer Sicht. Da bislang in erster Linie das
Problemorientierte Lernen in diese Richtung weiterentwickelt wurde, beziehen
sich die folgenden Ergebnisse ausschließlich darauf. In qualitativen Interviews
nach einem Jahr lassen die Äußerungen einiger Teilnehmer auf einen
positiven Effekt des Problemorientierten Lernens schließen:
„Gibt viele Denkanstöße. Gibt oft eine Änderung der Denkweise,
man wird offener.”
„Macht offen durch das Hinterfragen”.
„Am Anfang war das Reflektieren schwierig, aber man lernt dazu.”
„Auch am Patienten kann ich POL gut umsetzen: Was sehe ich? Was kann ich
machen? Ich gehe Schritt für Schritt vor.”
Die ersten drei Äußerungen sprechen dafür, dass die Teilnehmer
eine stärker kritische und hinterfragende Haltung dem eigenen Urteil gegenüber
aufgebaut haben. Die letzte Äußerung kann als Umsetzung der prozessorientierten
Pflege interpretiert werden.
In den gleichen qualitativen Interviews negieren andere Teilnehmer diesen Effekt
und hinterfragen zudem die Relevanz der Ziele:
„POL und Station sind für mich ein absoluter Unterschied. Es ist praktisch
nicht möglich, das anzuwenden, was theoretisch vermittelt wird. Die Zeit
ist zu knapp.”
„Ich arbeite und handle aus Erfahrung und fange nicht an, Hypothesen zu
bilden. Das weiß man.”
„Es reicht doch, wenn man mit dem Patienten spricht, sich seine Akte ansieht
oder eine Kollegin fragt. Ich mag dieses ganze Hypothesengetue nicht.”
„Am Bett kann man ganz anders reagieren. Das hat nichts damit zu tun, dass
die Fälle vielleicht zu schwierig sind.”
„Ich hätte lieber guten Dozentenunterricht.”
Diese Äußerungen können als Ablehnung sowohl des reflektierenden
Denkens als auch des Pflegeprozessgedankens gedeutet werden und belegen die
Beibehaltung des verrichtungsorientierten, mechanistischen Pflegehandelns.
Betrachtet man die Ergebnisse resümierend, so lässt sich erstens feststellen,
dass die meisten Teilnehmer die Wirksamkeit der traditionellen Lehr-Lernformen
höher einschätzen als die der innovativen Ansätze. Dies könnte
möglicherweise damit zusammenhängen, dass den Teilnehmern aufgrund
ihrer durch abhängiges Lernen geprägten Sozialisation in der allgemeinbildenden
Schule und in der Krankenpflegeausbildung das selbstverantwortliche Lernen fremd
ist.
Zweitens weisen die Äußerungen der Teilnehmer darauf hin, dass der
aus didaktischer Sicht angestrebte Lerneffekt, also die Erweiterung der Deutungs-
und Reflexionskompetenz, zumindest bei einigen Teilnehmern eingetreten ist.
Andere dagegen negieren den Effekt nicht nur, sondern werten sogar die gesamte
Intention ab. Verantwortlich hierfür könnte zum einen das in der Praxis
vorherrschende mechanistische und verrichtungsorientierte Pflegeverständnis
sein, d. h. vom Funktionsfeld wird die Reflexionskompetenz der Teilnehmer nicht
verlangt. Außerdem darf nicht übersehen werden, dass die geforderte
reflexive Haltung für die Teilnehmer eine Verunsicherung darstellt, da
bisher geltende Gewissheiten infrage gestellt werden. Dies widerspricht dem
Ziel der Souveränität und Handlungssicherheit der Teilnehmer. Schließlich
ist möglicherweise auch die Durchführung der Methode des Problemorientierten
Lernens noch verbesserungsbedürftig.
Diese Befunde sind insbesondere für die betroffenen Lehrer zunächst
entmutigend. Zugleich können sie aber auch als Ansporn aufgefasst werden,
curriculare Reformen in der Pflegeaus-, -fort- und -weiterbildung noch stärker
als bisher voranzutreiben. Dabei dürfen Innovationen nicht allein Bildungsmaßnahmen
überlassen bleiben, vielmehr muss sich auch das Funktionsfeld ändern,
wenn die Bildungsreformen wirksam sein sollen.

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* Überarbeitete Fassung eines Vortrags, gehalten auf dem 14. Symposium
für Intensivmedizin und Intensivpflege in Bremen am 19. Februar 2004.
1 Kurs 01/03 im Januar 2003
Prof. Dr. Ingrid Darmann
Universität Bremen, Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften
Grazer Str. 6
28359 Bremen
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