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Examen, Bachelor, Master, Diplom…

Weiterbildungen liegen im Gesundheitswesen im Trend

Tilmann Müller-Wolff

Weiterbildungen liegen im Gesundheitswesen im Trend

Das Gesundheitswesen wird allgemein als einer der zukunftsträchtigsten Wachstumsmärkte der Gesamtwirtschaft betrachtet. In diesem Zusammenhang werden Weiterbildungsangebote und Zusatzqualifikationen immer wichtiger für die dort Tätigen. Nicht nur die Änderungen im neuen Gesundheits- und Krankenpflegegesetz, in dem z.B. die Hochschulqualifikation von leitenden Lehrkräften gefordert wird, machen deutlich, dass die althergebrachten Ausbildungswege nicht mehr ausreichen.

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Abschlüsse zu unterschiedlich

Zusatzqualifikationen aus den Bereichen Gesundheits- und Pflegewissenschaft schaffen neue Aufgabengebiete für Pflegefachkräfte, die über die bekannten „Heilhilfstätigkeiten“ hinausgehen. Angebote aus den Bereichen Gesundheitsmanagement, den kaufmännischen, den IT - und auch Marketingbereichen sind bei allen Berufsgruppen im Gesundheitswesen beliebt geworden. Die veränderten finanziellen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens, die demographischen Entwicklungen und die weithin geplanten Veränderungen der Versorgungsformen verlangen scheinbar von Gesundheitsfachleuten, sich umfassender zu bilden.

Die Anbieter solcher Weiterbildungen scheinen aus dem Boden zu schießen. Die Abschlüsse der Kurse und Studiengänge wirken zu unterschiedlich, um vergleichbar zu sein. Im Dezember letzten Jahres beschäftigte sich die Stiftung Warentest mit diesem Umstand und resümierte unter anderem im Test Spezial Weiterbildung: „Immer mehr ältere Menschen und ein zunehmendes Gesundheitsbewusstsein in der Gesamtbevölkerung sorgen für mehr Jobs und neue Berufe.“.



Bachelor und Master

Gleichzeitig entstehen derzeit an vielen deutschen Hochschulen veränderte Studiengänge im Präsenz-, wie auch Fernstudienbereich. Im Rahmen der Umsetzung des europäischen Bologna-Prozesses werden immer mehr Studiengänge auf konsekutive und gestuft qualifizierende umgestellt. Die Abschlüsse sollen auf europäischer und internationaler Ebene vergleichbarer werden und heißen jetzt auch hierzulande immer häufiger „Bachelor“ und „Master“. Die Vorteile dieser Studiumsorganisation werden von den Hochschulen im Umwandlungsprozess gerne dargestellt. Jedoch bleibt häufig eine Unsicherheit seitens der Interessierten mangels Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Auch die Eingruppierung (z.B. BAT) und damit Vergütung der „neuen“ Absolventen stellt derzeit noch ein ungelöstes Problem dar. Jedoch unterstützt die Gewerkschaft ver.di die Umgestaltung der Hochschulabschlüsse aus Gründen der Förderung des lebenslangen Lernens, der Durchlässigkeit der Studiengänge und der Vernetzung der Studienangebote.

Eine Qualitätskontrolle bezüglich inhaltlicher und berufsqualifizierender Eigenschaften der Studiengänge und Abschlüsse besteht zur Begleitung des Umwandlungsprozesses durch den Akkreditierungsrat der Hochschulrektorenkonferenz. Nach dessen Aussage soll mit der Einführung der neuen Abschlüsse die Mobilität der Studierenden einerseits und die internationale Kompatibilität der deutschen Abschlüsse andererseits erhöht werden. Der Akkreditierungsrat bestellt und überwacht Agenturen zur Begutachtung der Bildungsangebote der Hochschulen, die Bachelor- und Master-Abschlüsse anbieten. Auf der Internetseite des Akreditierungsrats können Interessierte den Stand der Anerkennung der Studiengänge recherchieren.



Perspektiven

Perspektiven

Positiv erscheinen die vielfältigen Möglichkeiten der Weiterqualifikation derzeit im deutschen Gesundheitswesen. Jedoch sollten sich die potentiellen Studenten oder Weiterbildungsteilnehmer darüber klar werden, dass die althergebrachten Wege im Gesundheitssystem immer weiter verlassen werden. Dies gilt für die früher vorgezeichneten Karrierewege nach absolvierter Weiterbildung ebenso wie für die erwartete Absicherung der vorhandenen Arbeitsstellen. Es gilt jedoch, gerade vor diesem Hintergrund, die Chance zu Nutzen, mittels eines Bildungsangebotes über den persönlichen Tellerrand hinaus zu schauen und sich auch dadurch weitere berufliche Perspektiven zu eröffnen.


Tilmann Müller-Wolff
Krankenpfleger und Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie
Gesundheitsmanager und B. Sc. Gesundheitsmanagement
Klinikum der Philipps Universität Marburg

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Links zum Artikel:
    Test Spezial Weiterbildung
    ver.di: Konsekutive Studiengänge und gestufte Hochschulabschlüsse
    Akkreditierungsrat der Hochschulrektorenkonferenz







Letzte Aktualisierung: 31.07.2010 Der Webcode dieser Seite lautet zw0074

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