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Abstract des Vortrags vom Reutlinger Fortbildungstag 2005

Die Invasive Druckmessung

Martin Brinkmann

Die Invasive Druckmessung

Die Invasive Druckmessung ist seit langem ein Standardverfahren bei der Überwachung des kritisch kranken Patienten in der Anästhesie und Intensivmedizin. Das Prinzip ist seit Jahrzehnten unverändert: über Patientenlinien, die mit Kochsalz gefüllt sind, wird das Patientensignal mechanisch an einen Sensor übertragen, der sich ausserhalb des Körpers befindet.

Hier wird das mechanische in ein elektrisches Signal gewandelt. Dieses wird dann über ein Kabel passiv an einen Monitor weitergeleitet. Wenn alle Komponenten dieser Meßkette optimal aufeinander abgestimmt sind, entspricht das auf dem Monitor dargestellte Signal dem Patientensignal.


Abb. 1: Die Meßkette und ihre Komponenten. – P: Patient; PL: Patientenlinie; DW: Druckwandler; K: Kabel; M: Monitor.

Die Anwendung dieser Systeme ist für die meisten Anwender eine Selbstverständlichkeit.

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Woran erkennt er aber, dass das System korrekte Signale liefert? Gibt es Grenzen in der Übertragungsqualität? Wo liegen diese und wodurch werden sie bestimmt?

Zur Beantwortung der Fragen müssen alle Komponenten innerhalb der gesamten Meßkette untersucht werden.

Die Qualität der Signalübertragung wird vor allem durch die Patientenlinien „begrenzt“. Je länger diese Druckmesslinien sind, umso wahrscheinlicher kommt es zu Signalverzerrungen. Des weiteren werden die Übertragungseigenschaften durch Luftblasen im System verändert. Grundsätzlich sollte beim Befüllen der Systeme darauf geachtet werden, dass keine Luftblasen eingeschlossen sind!

Die genannten Parameter bestimmen die Leistungsfähigkeit der dynamischen Systemeigenschaften. Zur korrekten Wiedergabe der statischen Signalkomponenten muß dagegen der ordnungsgemäße Nullpunktabgleich vorgenommen werden. Der Anwender hat folglich durch die Festlegung der Systemkonfiguration und durch die Handhabung entscheidenden Einfluß auf die Qualität der Signalübertragung.

Druckwandler - gleich ob einmal oder wieder verwendbar – sind im Vergleich zu den Druckmesslinien die weniger kritischen Komponenten in der Meßkette.
Gleiches gilt für die Monitorkabel. Bei diesen ist vor allem auf die „trockene“ Konnektion zu den Druckwandlern einerseits und die intakte Konnektion zu den Monitoren andererseits zu achten. Sollte ein Kabel gebrochen sein, dann liegt der Defekt häufig im Bereich des Monitorsteckers.

Der Monitor ist insbesondere darauf zu überprüfen, ob er korrekt kalibriert ist. Monitore, die sich ausserhalb der Kalibration befinden, zeigen zu große oder zu kleine Meßwerte an.





Schließlich stellt der Patient eine ganz wesentliche Komponente in der Meßkette dar. Je nachdem an welcher Stelle im System (Ventrikel, Aorta, Arterie, Vene, …Atrium) der Druck gemessen wird und in welchem (patho-) physiologischen Zustand (Normo-, tachykard) er sich befindet, können die Grenzen der Leistungsfähigkeit des jeweiligen Systems schnell überschritten werden. So ist zum Beispiel der intraventrikuläre Druck mit den flüssigkeitsgefüllten Schlauchsystemen nur mit Verzerrungen zu erfassen. Als Alternative werden hier gelegentlich Tip-Katheter zur Verbesserung der Signalqualität eingesetzt.
Tip-Katheter liefern zwar bessere dynamische Signale, sind aber kein Standard in der Invasiven Druckmessung. Es ist fraglich, ob sich das auf absehbare Zeit ändern wird. Dabei sind die hohen Stückpreise nur einer der limitierenden Faktoren.

So konzentrieren sich die Innovationen der Druckmess-Systeme heute vor allem auf die Verbesserung der Handhabung. Hier gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den im Markt befindlichen Systemen. Beispielhaft wird ein System vorgestellt, welches eine Vorrichtung zur Überprüfung der Systemintegrität standardmäßig eingebaut hat und hilft, über ein Kabelmanagement den Monitoringbereich am Patientenbett übersichtlicher zu gestalten.

Trotz aller gegenwärtigen und noch zu erwartenden Innovationen sollte sich der Anwender die Grundlagen der Invasiven Druckmessung regelmäßig vor Augen führen. Dadurch kann er die Möglichkeiten und Grenzen dieses Meßverfahrens besser einschätzen. Vor allem wird er dann die invasiv gewonnenen Messwerte kritischer beurteilen und niemals als alleinige Entscheidungsgrundlage für die Einleitung einer Therapie übernehmen.

Dr. Martin Brinkmann











Letzte Aktualisierung: 01.10.2008 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0187

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