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Abstract des Vortrags vom Reutlinger Fortbildungstag 2006

Humor – Die unbekannte Ressource

Leif Dryden

Humor – Die unbekannte Ressource

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannte und benannte Siegmund Freud die unterschiedlichen Arten und Auswirkungen von Humor auf die Menschen.
Seit diesem Zeitpunkt versuchen die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen sich dem Phänomen Humor zu nähern.

Trotz unzähliger Versuche, Humor allgemeingültig zu definieren, sind alle Unternehmungen in diese Richtung bisher gescheitert.

Dennoch kann man bei fast allen Ansätzen Gemeinsamkeiten ausmachen, die dem Wesen des Humor eigen zu sein scheinen. So gilt zum Beispiel, dass Humor täglich um uns herum existiert. Er ist eine wichtige Komponente in der Kommunikation. Er geschieht meist intuitiv und ist stark von den beteiligten Individuen abhängig.

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Zahlreiche, meist soziologisch orientierte Theorien befassen sich mit dem Wesen oder der Wirkung des Humors. Für den gezielten Einsatz von Humor im Krankenhaus ist dabei die Entlastungs- bzw. Befreiungstheorie von Bedeutung.

Sie erkennt im Humor eine wichtige emotionale und kognitive Entlastungsmöglichkeit.

Dadurch wirkt sie auf die Betroffenen als Befreiungsventil für negative Emotionen wie Scham, Wut u.ä..

Die physischen Auswirkungen, die Humor und Lachen auf den menschlichen Körper haben, sind vielfach untersucht worden. Zusammengefasst kann man folgende Punkte feststellen:

- Lachen stärkt die Immunabwehr.
- Lachen hilft bei der Regulation des Blutdruckes.
- Durch Lachen wird die Atmung intensiviert.
- Lachen fördert die Ausschüttung von endogenen Katecholaminen, welche wiederum das allgemeine Wohlbefinden steigern können.



Die Wirkungen, die Humor auf die menschliche Psyche hat, sind weniger detailliert beschrieben. Untersuchungsergebnisse in diesem Bereich sind stark abhängig von der jeweiligen Fragestellung. Dennoch lassen sich einige Kernaussagen zusammenfassend festhalten:

- Die Empfänglichkeit für Humor ist bei Menschen fast ständig gegeben.
- Humor kann als Kompensations- und Schutzmechanismus fungieren.
- Humor kann auch pathologische Züge besitzen (z.B. als Vermeidungsstrategie)

Die Ansätze von therapeutischem Humor im Krankenhaus lassen sich wie folgt darstellen: Durch die Anwendung von therapeutischem Humor erfährt der Patient eine gesteigerte Entspannung. Diese unterstützt und verbessert wiederum die Regeneration. Hierdurch erhöht sich schließlich der diagnostische und therapeutische Erfolg.

Auch im Intensivpflegebereich lassen sich die Ansätze der „Humor-Anwendungen“ umsetzen. Die Maßnahmen sind lediglich an die besonderen Rahmenbedingungen anzupassen (eingeschränkte Bewusstseinslage, verminderte Kommunikationsfähigkeit, etc.).

Für den aktiven Einstieg in den Bereich Humor ist nicht viel erforderlich. Eine gute Basis bietet eine eigene Materialsammlung, um darüber den eigenen Humorstil zu entdecken und weiter zu entwickeln.
Durch eine patientenorientierte, individuelle Zielsetzung kann man seine eigenen Fähigkeiten und Grenzen kennen lernen. Die Empfänglichkeit eines Patienten für die Anwendung von Humor liegt bei jedem Menschen anders. Diese zu erkennen erfordert ein situativ bezogenes empathisches Vorgehen der Pflegenden.


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Letzte Aktualisierung: 12.05.2008 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0202

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