Prävention von device- assoziierten Atemweginfektionen auf der Basis von KISS
Ute Storm
Bei der Prävention von nosokomialen Atemweginfektionen ist die Erfassung von Infektionsdaten,
die Surveillance, entscheidend, um die Häufigkeit der Krankenhausinfektionen
zu reduzieren und die Effektivität der Maßnahmen nachzuweisen.
Auf Grund der klinischen und gesundheitsökonomischen Bedeutung von nosokomialen
Infektionen bietet das Nationale Referenzzentrum in Berlin für die Surveillance
von nosokomialen Infektionen ein Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System,
das sog. KISS, zur Erfassung der Infektionsdaten an.

Die teilnehmenden Krankenhäuser erfassen ihre Infektionen nach einer
standardisierten Methode und speisen ihre Daten in eine Referenzdatenbank ein,
so dass aus ihnen Referenzraten berechnet werden können. Mit diesen Referenzraten
können die Krankenhäuser ihre eigenen Infektionsraten vergleichen.
Bei der ITS-KISS werden bei der Analyse die Anwendung von Devices (=Geräte)
z. B. Harnwegkatheter, Zentrale Venenkatheter, und Beatmung als Risikofaktoren
für die Entwicklung nosokomialer Infektionen berücksichtigt. Zusätzlich
zur Beatmung über Endotrachealtubus oder Tracheostoma wird auch die nicht
invasive Beatmung erfaßt.
Die Surveillance auf der Basis von KISS ist ein wichtiger Bestandteil des
internen Qualitätsmanagements. Durch eine kontinuierliche Surveillance
können Infektionsprobleme erkannt werden, die möglicherweise vorhandenen
Defizite der Struktur- und Prozeßqualität eines Krankenhauses transparent
machen.
Mit der Einführung von ITS-KISS im Januar 2004 im Bereich der Intensivstationen
in unserer Klinik ist die Basis für eine repräsentative Surveillance
gegeben, mit der Zielsetzung, Interventionen die von Bedeutung für die
Prävention von Nosokomialen Atemweginfektionen sind, zu erkennen.
Durch standardisiertes Atemwegmanagement mit intensiver Mundpflege (Abb.1)
und Anwendung der geschlossenen Absaugung (Abb.2) liegen wir mit der Rate Atemweginfektionen
weit unter dem Median.
Durch jährliche Überarbeitung der Standards ist es unser Ziel die
Ergebnisqualität kontinuierlich zu verbessern und die Prävention
von nosokomialen Atemweginfektionen im Intensivbereich an den aktuellen Stand
von Wissenschaft und Forschung anzupassen.
Ute Storm
Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik, Duisburg