Abstract des Vortrags vom Reutlinger Fortbildungstag 2007
IGOR – Individuelle und Gruppenobservation der Reanimation
Dr. med. Roman Skowronski
Eine objektive Methode zur Beurteilung der Ausbildungseffektivität bei der
Cardiopulmonalen Reanimation
Dr. Roman Skowronski, Arkadiusz Piankowski, Maria Augustyn, Magdalena A. Wujtewicz,
Klinikum für Anästhesiologie und Intensive Therapie, Medizinische
Universität Danzig
R. Dubb, Klinikum Stuttgart, Katharinenhospital
A. Kaltwasser, Klinikum am Steinenberg, Reutlingen
Beurteilungsmethode für die tägliche Arbeit
Die moderne Reanimation wird seit 50 Jahren gelehrt. Dennoch berichten die
Autoren immer wieder von Problemen in Bezug auf die Ausbildungseffektivität.
Mögliche Ursachen sind unter anderem: uneffektive Ausbildungsprogramme;
keine Wiederholung der Ausbildungen; fehlende Übereinstimmung zwischen
der Erwartungen der Teilnehmer und des Inhaltes der Ausbildung; zu wenig Zeit
für praktische Übungen, die fehlende Kontrolle der Übungen durch
die Ausbilder und das nicht durchgeführte Feed-back, weder für Ausbilder
noch für die Teilnehmer.
Diese Berichte machen deutlich, daß hier noch nach effektiveren Lehrformen
und insbesondere nach objektiven Beurteilungs- bzw. Evaluationsmethoden zu
forschen ist. Benötigt werden Beurteilungsmethoden für die tägliche
Arbeit, die für Lehrer und Teilnehmer gleichermaßen eine notwendige
objektive Information über den jeweiligen Ausbildungsfortschritt bringen
werden.
Beurteilungsmethoden, die in der wissenschaftlichen Forschung Anwendung finden,
sind schwierig in der täglichen pädagogischen Arbeit umzusetzen.
Es gibt zurzeit keine einheitliche Beurteilungsmethode die den verschiedenen
Ansprüchen gerecht wird.
Aus diesem Ansatz heraus ergibt sich für uns folgende Erwartung an die
einzusetzende Beurteilungsmethode:
- Sie beurteilt individuelle Maßnahmen während der kardiopulmonalen
Reanimation objektiv.
- Sie informiert und liefert Informationen über eventuelle Fehler, während
die CRP (Cardiopulmonale Reanimation) durchgeführt wird.
- Sie ermöglicht das Monitoring der sichtbaren, wichtigen und signifikanten Änderungen
der Fähigkeiten, die CRP zu leisten, die mit Änderungen der Ausbildung
oder der Ausbildungszeit verbunden sind.
- Sie prüft die Ausbildungseffektivität der gesamten Ausbildungsgruppe
und indiziert Maßnahmen, die von vielen Teilnehmer nicht richtig durchführt
werden.
- Die gesamte Maßnahme der kardiopulmonalen Reanimation kann mit einer
zu definierenden Skala objektiv bewertet werden. Es besteht die Möglichkeit
prospektiv zu entscheiden, ob der Bewerber die Prüfung in CPR mit seinem
derzeitigen Wissensstand erfolgreich ablegen wird oder ob dies nicht der Fall
sein wird.
Beurteilung nach IGOR
Für die Beurteilung nach IGOR man wählt anfänglich die 12 Maßnahmen,
die durch eine 3-Stufen-Skala beurteilt (Tabelle 1) wurden.
Tabelle 1/Allgemeine Kriterien für Maßnahmenbeurteilung
Punkte
Note
Beschreibung
2
gut
Tätigkeit entspricht den Ausbildungsrichtlinien
1
genügend
Teilnehmer versucht die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen;
Wirkung, Folge, Effekt der Handlung ist ausreichend
0
schlecht, ungenügend, unzulässig, falsch
Erforderliche Maßnahmen wurden nicht durchgeführt oder ihrer
Wirkung war minimal, Maßnahmen
wurden mit groben Fehlern durchgeführt oder der Patient wurde gefährdet.
Als Grundlage dieser Beurteilung, Kriterien für die Note „gut“,
dienen die Richtlinien AHA und ERC aus den Jahren 1998 und 2000. Die Kriterien
für die Note „genügend“ wird als arbiträr bezeichnet.
Dies bedeutet, dass die Maßnahme nicht genau entsprechend der Richtlinie
durchgeführt wurde, aber letztlich während einer realen Reanimation
effektiv und nicht schädlich wäre.
Die neue Richtlinie ERC 2005 hatte zur Folge, dass die Kriterien modifiziert,
den neuen Kriterien angepasst und die Beurteilung auf 9 Maßnahmen reduziert
wurden.
Diese 9 Maßnahmen sind:
- Feststellung des Bewusstseins
- Atemwege freimachen
- Feststellung der Atmung
- Das Aufsuchen des Druckpunktes
- Durchschnittsatemvolumen (Atemzugvolumen)
- Durchschnittsdruckfrequenz
- Durchschnittsdrucktiefe
- Druck am falschen Platz (in Prozent) (wrong hand position)
- Druck ohne korrekte Entlastung (in Prozent) (incomplete release)
Rückmeldung über Leistung
Nach dem praktischen Test in CPR bekommt der Teilnehmer eine Rückmeldung über
seine Leistung. Er wird informiert, welche Maßnahmen er sehr gut gemacht
hat, welche Maßnahmen akzeptabel, aber nicht ganz nach Richtlinie und
welche von ihm schlecht durchgeführt wurden.
Um die Ausbildungseffektivität der gesamten Ausbildungsgruppe zu beurteilen,
wird die 3-Stufen-Bewertungsskala in eine 2-Stufen-Bewertungsskala überführt
(um die Gruppe zu beurteilen, machen wir eine Verallgemeinerung – uns
interessiert, ob die einzelne Maßnahme positiv oder negativ beurteilt
wird). Daraus folgt, daß positive Noten für die einzelnen Maßnahmen
(2 und 1 Punkt in der 3-Stufen-Skala) und negative Noten (0 Punkte in der 3-Stufen-Skala)
in die 2-Stufen-Skala überführt werden. Anschließend werden
die Noten der Teilnehmer summiert und die Teilnehmer nach der Summe der Punkte
in der 2-Stufen-Skala klassifiziert. Diese nach der Konvertierung gewonnenen
Punkte werden in den Gesamtbeurteilungsbogen eingetragen.
Die Ergebnisse des Gruppenbeurteilungsbogens helfen bei der Auswertung der
didaktischen Beurteilung. Dies sind Durchschnittswerte, Standarddeviation,
Medium und Abstand für die Summe der Punkte und P (Fähigkeitsfaktor)
und D50 (Unterschiedsfaktor) für die einzelne Maßnahmen.
Ausbildung notwendig. Sie gibt aber dem Ausbilder wichtige Hinweise für
die tägliche Praxis. Sie sollte besonders bei klinikinternen Fortbildungen
eingesetzt werden, um die Effektivität der Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen
evaluieren zu können. Die Beurteilungsmethode IGOR wurde von Dr. med.
R. Skowronski in seiner Dissertation „System oceniania wyników
nauczania podstawowych technik resuscytacji krazeniowo-oddechowej z wykorzystaniem
monitorowania komputerowego i metod wizualnych“ (Beurteilungssystem der
Ausbildungseffektivität der HLW mittels der visuellen und computerunterstützten
Methode, Medizinische Universität Gdansk, 2004) bestätigt. Mit der
Analyse von über 400 Fällen, in der IGOR überprüft wurden,
konnten die Ausbildungswirkung nachgewiesen und Fehler indiziert werden.
IGOR erfüllt die erforderlichen Kriterien für die Beurteilungsmethode
der täglichen Ausbilderarbeit. Die durch IGOR angebotenen Daten bringen
wertvolle Informationen, sowohl für Studenten, Ausbilder als auch für
die Verwaltung der Ausbildung. Durch vorbereitete Prozeduren werden die jeweiligen
Bedürfnisse von Teilnehmern und Lehrern
in gleicher Weise bedient.
Dr. med. Roman Skowronski
Klinikum für Anästhesiologie und Intensive Therapie, Medizinische
Universität Danzig
Dies ist ein Ausdruck des Online-Journals zwai PORTAL - JOURNAL - FORUM - WEITERBILDUNG
für Anästhesie- & Intensivpflege.
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