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Abstract des Vortrags vom Reutlinger Fortbildungstag 2007

Neuzuschnitt der Tätigkeiten im Spannungsfeld zwischen Fachkrankenpflege und Medizin

Klaus Notz, BBA, RbP, Vorsitzender der DGF

Neuzuschnitt der Tätigkeiten im Spannungsfeld zwischen Fachkrankenpflege und Medizin

Ursache für die Diskussion ist der wirtschaftliche Druck – Kliniken wollen Geld sparen

Der wirtschaftliche Druck im Gesundheitssystem, insbesondere im Krankenhaus, bringt Bewegung in die Diskussion, wer welche Aufgaben und Tätigkeiten mit welcher Kompetenz und Verantwortung übernimmt. Derzeit ist das gesamte Gebiet Heilen durch ein ärztliches Monopol belegt. Heilberufe, mit noch so guter Ausbildung, können ausschließlich auf Anordnung von Ärzten aktiv an der Behandlung im Rahmen der Delegation mitwirken. Eigeninitiative ist aus Sichtweise der Ärzte nicht erwünscht, Assistenz im Rahmen der Delegation schon. Realität ist aber, dass in vielen Bereichen des Gesundheitswesens heute selbständige ärztliche Leistungen von Pflegenden Alltag sind. Klinikträger und –betreiber haben großes Interesse daran, Aufgaben und Tätigkeiten zu verlagern. Nach einer Berechnung des Uniklinikum Münster kostet ein Oberarzt mit mehrjähriger Berufserfahrung die Klinik 86 Cent in der Minute, eine Pflegekraft bei mittlerer Gehaltsstufe ca. 52 Cent die Minute.

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Kliniken qualifizieren für die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten

Kliniken versuchen die Pflegenden durch Qualifizierungsmaßnahmen für die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten zu qualifizieren. Jeder kreiert eigene Berufsqualifikationen. Keiner kennt sich in den vielseitigen Bildungsangeboten noch aus. So gibt es med. Kodierassistenten, Kadriovaskular-Assistenten, Kardiotechniker, Chirurgisch-Techn. Assistenten, Arzt-Assistenten und viele mehr, die selbständig Aufgaben in der Medizin wahrnehmen und dabei die Ärzte unterstützen.



Pflegekräfte bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone bei der Übernahme ärztlicher Tätigkeiten

Pflegekräfte bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone bei der Übernahme ärztlicher Tätigkeiten

Die Übernahme ärztlicher Aufgaben geschieht immer im Rahmen der Delegation. Aber genau das verursacht die Unzufriedenheit. Häufig ist der anordnende Arzt nicht parat und Aufgaben fallen an. Und schon befindet sich der Pflegende in einer Grauzone, wenn er Aufgaben übernimmt. Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery verstärkt noch: „Wer originäre ärztliche Tätigkeit auf Pflegeberufe verlagern will, der gefährdet die Sicherheit der Patienten“. Zudem wurde auf Druck der ärztlichen anästhesiologischen Fachgesellschaften mit der Münsteraner Erklärung klar die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten durch Fachpersonal eine Absage in Deutschland erteilt. Dies verstärkt die Grauzone, in der sich die Pflegekräfte bewegen, noch mehr.



Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklungen im Gesundheitswesen hat sich dieser Problemstellungen angenommen.

Die Arztzentriertheit bringt nur Nachteile, wird von den Sachverständigen attestiert. Die Experten fordern unter anderem von der Arztzentriertheit wegzukommen und mehr Kompetenzen auf die Gesundheitsberufe zu verlagern. Hierzu sind Gesetzesänderungen notwendig. Ziel soll die beste Versorgung für die Patienten sein. Dass dies nicht immer der Arzt sein muss, zeigen die Beispiele aus dem Ausland. Jedoch musste auch der Sachverständigenrat feststellen, dass die Umschichtungen der Aufgaben und Tätigkeiten nicht immer finanzielle Erleichterung bringt. Aber eine wichtige Erkenntnis konnte trotzdem festgehalten werden. Alle Beteiligten waren nach der Neuverteilung der Aufgaben und Tätigkeiten mit Ihrem Beruf zufriedener. Auch die Patienten waren mit der Versorgung zufriedener. Die Akzeptanz und das Image aller Berufsgruppen im Gesundheitswesen seien gestiegen.

Zusammenfassend ist zu sagen:
Gesundheitsberufe sind bereit für Neue Aufgaben und Tätigkeiten. Viele notwendige Kompetenzen sind bereits vorhanden. Der rechtliche Rahmen hierzu muss allerdings geschaffen werden. Gleichzeitig ist die Akademisierung der Pflegeberufe weiter voranzutreiben. So wird mehr Zufriedenheit für alle Berufsgruppen im Gesundheitswesen erreicht und eine gute medizinische Versorgung für die Menschen in Deutschland sichergestellt. Die Fachkrankenpflege könnte hier, wie schon in der Vergangenheit eine Vorreiterrolle einnehmen – wenn die Politik dies zulässt und aktiv unterstützt. Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) unterstützt diese Entwicklungen aktiv. Sie als Pflegekraft können dies durch eine Mitgliedschaft in der DGF unterstützten.



Links zum Artikel:
    Review: Reutlinger Fortbildungstage 2007







Letzte Aktualisierung: 08.02.2012 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0287

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