Impressum - Kontakt
5. Kieler Symposium für Herzchirurgische Intensivmedizin und Intensivpflege
 
   
     Anästhesie-Assistent | Veranstaltungen | Linkliste  
zwai Home : Weiterbildung : Reviews : Symposium Intensivmedizin und Intensivpflege Marburg
 


19.-21.09.2007

4. Symposium Intensivmedizin und Intensivpflege, Marburg

Redaktion zwai

4. Symposium Intensivmedizin und Intensivpflege, Marburg

Vom 19. bis 21. September 2007 fanden sich am Marburger Universitätsklinikum erneut zahlreiche pflegerische und medizinische health professionals ein. Auf Einladung von Prof. Martin Max und Tilmann Müller-Wolff, B.Sc. trafen sich Experten und Praktiker, um sich gemeinsam fortzubilden und zu diskutieren. Mit 65 Referenten und über 340 Teilnehmern waren die Hörsäle über drei Tage immer gut gefüllt.

Diesen Artikel
ausdrucken ... Über diesen Artikel
diskutieren ... Diesen Artikel
weiterempfehlen ...

Gemeinsame Fortbildung aller beteiligten Berufsgruppen

Gemeinsame Fortbildung aller beteiligten Berufsgruppen

Zur Eröffnung betonten die Einladenden die hohe Relevanz der gemeinsamen Fortbildung aller an der Intensivtherapie beteiligten Berufsgruppen, die erfolgreich alle im diesjährigen Referentenpool vereint wurden.

Am Mittwoch standen Sepsis-, Qualitäts- und Outcome-Themen im Vordergrund. Hierbei wurden nicht nur Neuheiten in Therapie und Verlauf von Patienten mit septischen Krankheitsbildern dargestellt, sondern ebenso fanden sich kritische Betrachtungen und Diskussionen zu Themen des Qualitätsmanagements, postinterventioneller Lebensqualität und auch der Kosten der Intensivtherapie auf der Agenda.


Am Donnerstag standen im Hörsaal 1 spezifische Therapieoptionen bei eingegrenzten Erkrankungsbildern im Vordergrund (Nieren- und Herzinsuffizienz, endokrinologische und Autoimmunsymptome). Im Saal 2 startete gleichzeitig ein pflegeorientiertes Programm vor vollen Zuhörersitzen. Hierbei stachen die pflegepraktischen Vorträge am Vormittag deutlich hervor. Jörg Dieterich berichtete über den korrekten Umgang mit dem unerwartet auftretenden schwierigen Atemweg, Karsten Gehmlich erläuterte die Anwendungsmöglichkeiten von BIS-Monitoring in der Intensivtherapie. Kerstin Hauptführer startete ihren Vortrag zum „minimal handling“ in der Neurochirurgischen Pflege mit den Worten: „Nein, wir trinken nicht stattdessen mehr Kaffee“, um im Verlauf auf die hohe Prophylaxerelevanz dieses Pflegekonzepts einzugehen.



Auf der Treppe sitzen

Auf der Treppe sitzen

Im Tagesverlauf wurden verschiedene Aspekte des Pflegemanagements beleuchtet. Im Vortrag zu Personalressourcen und erwartbarer Pflegequalität ging Klaus Hartmann detailliert auf die aktuelle Stellenbesetzungssituation vieler Intensivpflegeabteilungen ein. Hierbei machte er deutlich, wohin eine nicht der Berliner Erklärung der DGF entsprechende Stellenausstattung führen wird: Zu einer Abnahme der pflegerischen Leistungen im Sinne einer fachlich zu steuernden Prioritätensetzung. Unbeantwortet blieb hierbei, wer die übrig bleibenden Aufgaben erledigen solle, wobei klar wurde, dass fachlich korrekt ausgeführte Intensivpflege eine Mindestbesetzung mit Fachpersonal erfordert.


Die Abschlusssitzung war dem Arbeiten im Ausland gewidmet. Andreas Ernd zeigte Pflege- und Arbeitsstrukturen der Schweiz im Vergleich zu den hiesigen auf. Henning Greb bot am Beispiel des LKH-Villach die interessante Perspektive, dass in der österreichischen Nachbarschaft die Diskussionen um Aufgabenverteilungen derzeit nicht bekannt seien, da es eine gesetzlich geregelte Berufsordnung mit klaren Kompetenz- und Verantwortlichkeitszuordnungen gebe. Dirk Bierawski aus Erfurt bot einen packenden Einblick in die Anästhesiepflegetätigkeit mit Interplast in Nepal.
Am Freitag standen die essentiellen Themen Beatmung und Herz/Kreislauf im Programm des ersten Hörsaals. Weder NIV noch ARDS kamen hierbei fachlich zu kurz. Trotz dieser Themenkonkurrenz war der Pflegesaal erneut zeitgleich voll besetz (inklusive der Treppen).
Norbert Schwabbauer erläuterte Erfahrungen mit dem pflegegeleiteten Weaning per Protokoll, EKG-Urgestein Jürgen Häbe veranschaulichte die richtige Diagnostik der Monitoranzeigen und Steffen Lange schloss mit den Therapieoptionen dieser Symptome und Erkrankungsbilder an. Ganz pragmatisch ging es hier weiter mit dem oft unterbewerteten Thema der Thromboseprophylaxe (Andreas Schäfer) und weiteren praktischen Themen.



Pflegenden und Ärzte haben Interesse an Patienten

Pflegenden und Ärzte haben Interesse an Patienten

Zum Abschluss des Kongress standen die eigentlichen Nutznießer der Veranstaltung im Mittelpunkt der Besucher. Zur Darstellung der Wahrnehmung der Intensivbehandlung waren zwei ehemalige Patientinnen angereist. Beide stellten dem Auditorium ihre ganz persönlichen und individuellen Erlebnisse im Rahmen von Intensivaufenthalten dar. Dr. Lietke, Halle, fügte Forschungsergebnisse aus psychotherapeutischer Sicht an. Die folgende Diskussion mit den Vortragenden, moderiert von Tilmann Müller-Wolff und Caroline Rolfes, zeigte das hohe Interesse der Pflegenden und Ärzte an dieser Perspektive unser aller Arbeit.


Die Industrieausstellung wurde sehr gut angenommen, die Teilnehmer gaben insgesamt viel positives Feedback. Ein deutliches Manko waren, wie im Vorjahr schon angemerkt wurde, die dezent unbequemen Sitzreihen in den nicht mehr ganz taufrischen Hörsälen des Klinikums. Es gibt also kaum einen guten Grund für das Organisationsteam, diese Veranstaltung in Hessen nicht zu wiederholen.

Emailadresse Autor:




Links zum Artikel:
    Website zum 4. Symposium Intensivmedizin und Intensivpflege
    Berliner Erklärung der DGF






Ähnliche Artikel - weitere Informationen:
    Forum für Intensivmedizin und Intensivpflege 2006
    2. Marburger Anästhesiepflegetag, 2007
    weitere Kongressberichte

Letzte Aktualisierung: 10.05.2008 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0283

Dies ist ein Ausdruck des Online-Journals zwai
PORTAL - JOURNAL - FORUM - WEITERBILDUNG für Anästhesie- & Intensivpflege.
Das Dokument ist unter folgender Adresse zu finden: http://www.zwai.net/ZW0283

© zwai.media GbR 2004-2008