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Überwachung und Pflege des beatmeten Patienten

Buchbesprechung: Fachpflege Beatmung

Christian Meißner

Buchbesprechung: Fachpflege Beatmung

Fachpflege Beatmung
Überwachung und Pflege des beatmeten Patienten

3. Aufl. 2002, 304 S., 154 farb. Abb., 31 s/w Tab.
Kartoniert
ISBN 3-437-25181-3
Preis: 36,00 Euro

„Einatmen... die Luft anhalten... und weiter atmen“. Jeder, der schon einmal in der radiologischen Abteilung vorstellig wurde, kennt diese Phrase und hat ihr wohl weiter keinerlei Bedeutung beigemessen. Denn so leicht Atmen sein kann, ist es das doch nicht immer.

Ohne Zweifel ist die Beatmung, Überwachung und Pflege des beatmeten Patienten ein zentraler Bestandteil pflegerischem Handelns in der Intensivmedizin und der Anästhesie.
Hat man nun noch den Anspruch, eine bestmögliche Versorgung des Patienten zu gewährleisten, ist neben einer guten Portion Erfahrung auch eine Menge Fachwissen und technisches Verständnis gefragt. Hier ist guter Rat oft teuer.

Für 36,00 Euro bieten die Autoren Schäfer, Scheuermann, Wagner und Kirsch ein nunmehr in der 3. Auflage im Urban & Fischer Verlag erschienenes Werk an, welches sich ausschließlich und umfassend mit dem Thema „maschinelle Beatmung“ auseinandersetzt. Die Autoren, allesamt aus der Anästhesie und Intensivpflege stammend, haben sich zum Ziel gesetzt den unüberschaubar großen Bereich Beatmung über- und durchschaubar zu machen und ,wie es auf der vierten Umschlagsseite des Taschenbuches heißt, alle Fragen zum Thema Beatmung zu beantworten.

„Fachpflege Beatmung“, so der Titel des in der 1. und 2. Auflage als „Überwachung und Pflege des beatmeten Patienten“ erschienenen Werkes, wendet sich wie unschwer abzuleiten an Pflegende in der Weiterbildung Intensivpflege und Anästhesie, sowie an neue Mitarbeiter, die sich erstmalig mit der Pflege beatmeter Patienten konfrontiert sehen.
Das 289 Seiten umfassende Lehrbuch gibt einen fundierten Überblick über alle Basisinhalte rund um das Thema Beatmung.

In 10 aufeinander aufbauenden Kapiteln werden grundlegende Kenntnisse der Anatomie, Physiologie, sowie Techniken der Beatmung, Intubation, Tracheotomie, alle gängigen Beatmungsformen und die zum Teil sehr spezielle Pflege rund um dieses Thema, vermittelt. Auch besondere Behandlungsstrategien z.B. zur Therapie des akuten Lungenversagens, Kommunikation mit beatmeten Patienten und nicht zuletzt rechtliche Grundlagen und Richtlinien sind in dieses Werk eingebunden.

Dabei verzichten die Autoren auf eine übertrieben detaillierte Darstellung sämtlicher, sonst gern der Vollständigkeit halber zitierten Sachverhalte und beschränken sich auf intensivmedizinisch häufig auftretende Phänomene. Nicht zuletzt diese Reduktion auf das Wesentliche trägt zu ausgesprochener Praxisnähe und Verständlichkeit bei, auch die übersichtliche Struktur und die klare, einfache Wortwahl machen es dem Leser leicht den Autoren zu folgen.. Stellenweise sind die Ausführungen allerdings etwas knapp. Der aufmerksame Leser wird beispielsweise die kompletten zur Verifizierung der korrekten Tubuslage sicheren Intubationszeichen vermissen.
Der Absatz „Tubuslagekontrolle“ beinhaltet zwar einige als unsicher geltende Intubationszeichen, die Kapnometrie als sicheres Zeichen einer erfolgreichen endotrachealen Intubation sucht man an dieser Stelle jedoch vergebens. Dieser Zusammenhang taucht erst im Absatz über die Kapnometrie 130 Seiten später, lediglich in einem Merksatz auf.

Den Absatz „Medikamente zur Intubation“, der u.a. Muskelrelaxanzien und Hypnotika abhandelt, hätte ein kleiner Hinweis auf den Gebrauch von Opiaten, als nicht nur analgetisch, sondern auch den Hustenreflex dämpfendes Medikament z.B. zur fiberoptischen Intubation, sicher abgerundet.

Sämtliche Handlungsabläufe werden sehr bildlich und nachvollziehbar beschrieben und Handlungsalternativen aufgezeigt. Nützliche Tipps und Hinweise aus dem pflegerischen Alltag ergänzen jedes Kapitelund sind in Merksätzen besonders gekennzeichnet.

Die Abbildungen, Grafiken und Tabellen sind aussagekräftig, anschaulich und hilfreich, Formeln sind auf ein sinnvolles Mindestmaß reduziert. Die Aufmachung ist jedoch weniger ansprechend: das Layout präsentiert sich eher sachlich und nüchtern.

Fazit:
Zusammenfassend ist es den Autoren gelungen, einen umfassenden Themenbereich auf ein Mindestmaß zu reduzieren und übersichtlich und verständlich zu präsentieren. Sonst eher als kompliziert empfundene Vorgänge und Zusammenhänge werden klar dargestellt.
Das hier nicht in fachliche Tiefen vorgedrungen werden kann, wundert nicht und so wird der Beatmungsprofi in diesem Werk auch wenig Neuigkeiten, dafür aber fundiertes Basiswissen finden. Auch werden sicher nicht alle Fragen zum Thema Beatmung beantwortet, jedoch wird der Berufseinsteiger oder Teilnehmer einer Weiterbildung durch Komplexität und Praxisnähe mehr als entschädigt. Bei weiterführendem Interesse muss, daraus machen die Autoren auch keinen Hehl, weiterführende Fachliteratur zu Rate gezogen werden.


mit freundlicher Genehmigung des Georg Thieme Verlags

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Letzte Aktualisierung: 16.05.2008 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0050

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