Modularisierung von Weiterbildungen
Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege & Funktionsdienste
Am 11. November 2005 fand an der Fachhochschule in Bielefeld eine Expertentagung zum Thema Modularisierung von Weiterbildungen statt. Die Tagung diente der Vorstellung der Ergebnisse einer Befragung von Weiterbildungseinrichtungen in NRW vor dem Hintergrund einer vom MAGS in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines hochschulzertifizierten Weiterbildungsangebots für Angehörige
der nichtärztlichen Heilberufe in Nordrhein-Westfalen. Das bedeutet bei
einer tatsächlichen Machbarkeit, dass Weiterbildungseinrichtungen und Hochschulen mit einander kooperieren und spezifische Bildungsangebote unterbreiten.

Die Zielsetzung der Studie beinhaltet 5 Aspekte:
• Modernisierung und Flexibilisierung des Weiterbildungssystems,
•
Reduzierung staatlicher Regelungen sowie Minimierung bürokratischer Hürden,
•
Durchlässigkeit zur Hochschulbildung auf horizontaler und vertikaler Ebene
sowie eine
•
Europäische Angleichung.
Involvierte Zielgruppen der Studie sind Altenpflege, Diätassistenten,
Ergotherapeuten, Gesundheits- und Kranken- bzw. Kinderkrankenpflege, Hebammen,
Logopäden,
Medizinisch-Technische-Assistenten (L,R,F), Orthoptisten, Pharmazeutisch-Technische-Assistenten,
Physiotherapeuten (+ inkl. Masseure) Podologen und Rettungsassistenten.
Bei den vorangegangenen Befragungen an unterschiedlichen Standorten wurde deutlich,
dass von den aufgezählten Berufsgruppen lediglich für Gesundheits-
und Krankenpflege ein dezidiertes Weiterbildungssystem existent ist und im Rahmen
der quartären Bildung angesiedelt ist.
Was aber beinhaltet nun der Begriff Modul bzw. Modularisierung?
Module sind in sich abgeschlossene Lerneinheiten von einer bestimmten Dauer
und umfassen Pflicht- und Wahlmodule. Die jeweilige Modulbeschreibung benennt
die
Lernziele (Kompetenzen), den Inhalt, die Voraussetzungen zum Besuch des Moduls
und die Art der Leistungserbringung. So können verschiedene Lehrgangsangebote
/ Weiterbildungen einzelne Module gemeinsam anbieten. Dadurch entstehen mehr
Flexibilität innerhalb der Bildungseinrichtungen und mehr Wahlmöglichkeiten
für die Lernenden / Studierenden. Jedes Modul ist mit einer bestimmten Anzahl
von Leistungspunkten (Creditpoints) belegt. Um zu einem bestimmten Abschluss
zu gelangen müssen die Lernenden eine spezifische Punktzahl aufweisen, um
ein Zertifikat zu erhalten.
Würden Weiterbildungslehrgänge in Kooperation mit Hochschulen angeboten,
hätten die Teilnehmer von Weiterbildungslehrgängen die Möglichkeit
einzelne Module auch an verschiedenen kooperierenden Hochschulen zu erwerben.
In der Studie wurde deutlich, dass bei allen beteiligten Experten die Bereitschaft
zur Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen besteht und intensiviert werden
soll, damit sich Bildungsgänge nicht unnötig verlängern. Allerdings
sind aus Sicht der Experten aufwändige Vorarbeiten für die Ausgestaltung
der Kooperation notwendig.
Mit Blick auf die Versorgungssituation im Gesundheitsbereich wird darauf hingewiesen,
dass mit einem modularisierten System eine bessere Chance besteht, auf veränderte
Anforderungen im Arbeitsfeld zu reagieren und angepasste Qualifikationsprofile
zu entwickeln, da bürokratische Hürden beseitigt und eine schnellere
Anpassung an einen wechselnden Markt möglich seien.
Aus Sicht der Berufsverbände wird im Blick auf die Bildungsperspektiven
der Teilnehmer insbesondere die vertikale Durchlässigkeit betont, jedoch
darauf hingewiesen, dass die Anrechnung von Modulen auf Bachelor-Studiengänge
nicht der Endpunkt der Entwicklungen sein darf. Vielmehr sei eine europäische
Angleichung nur möglich, wenn eine Anrechnung auch auf Masterprogramme möglich
wird.
Damit wurden zahlreiche noch zu erörternde offene Fragen sichtbar, die in
Zukunft zu bearbeiten sind.
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