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erschienen in der intensiv, Fachzeitschrift für Intensivpflege und Anästhesie, Georg Thieme Verlag

Der Streik um ärztliche Gehälter

Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege & Funktionsdienste

Der Streik um ärztliche Gehälter

Der Streik um die Erhöhung ärztlicher Gehälter wird von der Deutschen Krankenhausgesellschaft mit folgendem Text kommentiert.

1. Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser ist dramatisch. Die Budgets der Kliniken sind seit mehr als 10 Jahren gedeckelt und sinken faktisch, weil die Personalausgaben die Einnahmen überragen. Mehr als ein Drittel der Kliniken schreibt rote Zahlen.

2. In den vergangenen drei Jahren stiegen die Tarifgehälter um gut 5 Prozent, während die Budgets der Kliniken nur um ein Prozent angehoben wurden. In einem mittelgroßen Krankenhaus hat dies ein Finanzierungsdefizit von mehr als 1 Million Euro zur Folge.

3. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer führt für die Kliniken zu einer Mehrbelastung von rund 500 Millionen € pro Jahr. Anders als in der Industrie können Krankenhäuser Steigerungen der Sachkosten oder Personalkosten nicht durch höhere Preise an die Kunden weitergeben. Kliniken rechnen mit den Krankenkassen nach festen vorgeschriebenen Kostensätzen ab.

4. Die Kliniken haben im Jahr 2005 zusätzlich 300 Millionen € (0,2 Prozent der Gesamtausgaben) für innovative Arbeitszeitmodelle investiert. Dieses Jahr werden sie weitere 100 Millionen €, also insgesamt 400 Millionen €, für derartige Maßnahmen aufwenden.

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5. Noch nie wurden so viele Ärzte (147.000) in Kliniken beschäftigt wie heute. Die Krankenhäuser investieren heute rund 20 Prozent mehr in die Beschäftigung des ärztlichen Personals als in den letzten 5 Jahren.

6. Mit dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) sind Klinikärzte die am besten verdienende Berufsgruppe im öffentlichen Dienst. Anders als in Universitätskliniken wurde in kommunalen Kliniken das Weihnachts- und Urlaubsgeld durchweg bezahlt.

7. Die Einstiegsgehälter junger Ärzte sind zum 01.10.2004 durch die Abschaffung der Arzt-im-Praktikum-Phase (AiP) um 170 Prozent angehoben worden. Dadurch werden Mediziner gegenüber Absolventen anderer Studiengänge mit Staatsexamen (Juristen, Lehrer) deutlich bevorzugt.

8. Junge Klinikärzte erzielen an kommunalen Krankenhäusern bereits heute das Einkommen, das die Ärztegewerkschaft für die Uniklinikärzte unlängst erstreikt hat. Ein Berufsanfänger verdient im ersten Jahr ca. 3.300 € brutto im Monat inkl. anteilig Weihnachtsgeld ohne Bereitschaftsdienst (BD) bei 38,5 Stunden/Woche. Bei einer tariflichen Arbeitszeit wie der eines Uniklinik-Arztes (42 Stunden/Woche) wären dies ca. 3.600 € /Monat. Ein erfahrener Assistenzarzt kommt analog auf 4.000 € Bruttomonatsgehalt. Ein Facharzt erzielt sieben Jahre nach Berufseinstieg 4.600 € (jeweils ohne BD).

9. Bereitschaftsdienste werden in kommunalen Krankenhäusern je nach Art nach festen Sätzen bezahlt. Ein Assistenzarzt erhält durchschnittlich im Monat ca. 600 € Bereitschaftsdienstvergütung, ein Facharzt 700 €/Monat und ein Oberarzt für Rufbereitschaft ca. 780 €/Monat brutto zusätzlich zu seinem Grundgehalt.
Fast nirgendwo in Europa verdienen ärztliche Berufsanfänger wesentlich mehr als in Deutschland, auch nicht in Großbritannien oder Frankreich. Oberärzte verdienen durchschnittlich 99.000 € Jahresgehalt. Chefärzte kommen im Schnitt auf 278.000 € brutto im Jahr. Damit sind die Ärzte mit großem Abstand die Spitzenverdiener im Krankenhaus.

(Quelle: Deutschen Krankenhausgesellschaft – Informationen für Ärzte und Patienten, Juni 2006)



 



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    Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste







Letzte Aktualisierung: 04.07.2008 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0230

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