Impressum - Kontakt
 
   
      Redaktion | Partner | Call For Papers | Impressum  

23. - 24.08.2008:
start.med - Intensivkurs
Münster

11.-12.09.2008:
Reutlinger Fortbildungstag
Reutlingen


12.-13.09.2008:
2. Düsseldorfer Anästhesiepflegekongress
Düsseldorf


09. - 11.10.2008:
3rd EfCCNa Congress
Florenz (Italien)

zwai Home : zwaitens : Partner : DGF : Mitteilungen : 2006 : Ausgabe 4 : Neue Reanimationsrichtlinien
 


erschienen in der intensiv, Fachzeitschrift für Intensivpflege und Anästhesie, Georg Thieme Verlag

Neue Reanimationsrichtlinien

Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege & Funktionsdienste

Neue Reanimationsrichtlinien

Seit November 2005 wurden von der ILCOR neue Leitlinien zur kardiopulmonalen Reanimation (CPR) veröffentlicht. Sie betreffen sowohl die Basismaßnahmen der CPR als auch die Medikation und die Defibrillation.

Ziel
Der Leitgedanke beinhaltet die Aufrechterhaltung eines koronaren und cerebralen Notkreislaufs, der durch eine veränderte Form der Thoraxkompressionen erzeugt werden soll. Unterbrechungen während der Reanimation sollen vermieden bzw. so gering wie möglich gehalten werden. Die Wiederbelebung beginnt nach Feststellung der Notwendigkeit nicht mehr mit der Beatmung, sondern mit den Thoraxkompressionen.

Diesen Artikel
ausdrucken ... Über diesen Artikel
diskutieren ... Diesen Artikel
weiterempfehlen ...

Basismaßnahmen (Basic Life Support - BLS)

Bewusstseinseinskontrolle
Die Überprüfung des Bewusstseins geschieht durch lautes Ansprechen des Patienten und Schütteln an den Schultern. Bei fehlender Reaktion und fehlender Atmung wird der Notruf abgesetzt und die Erstmaßnahmen eingeleitet.

Atmung
Die Überprüfung der Atmung erfolgt unverändert:
- Kopf überstrecken und Unterkiefer nach vorne ziehen
- Sehen: Thoraxbewegungen
- Hören: Atemgeräusche
- Fühlen: Atemstrom

Die Entscheidung zur Reanimation fällt, wenn der Patient bewusstlos und ohne Atmung ist.

Thoraxkompressionen
Die Thoraxkompressionen stehen nach den neuen Empfehlungen vor dem Einsatz der Beatmung.
Der Druckpunkt wird gebildet von der Mitte des Thorax. Die Drucktiefe beträgt 4 – 5 cm, die Frequenz 100/Min. Bei der Thoraxkompression ist auf eine ausreichende Entlastung zu achten.

Thoraxkompression und Beatmung finden im Wechselrhythmus statt. Für die verschiedenen Altersgruppen bedeutet das ein Verhältnis von Kompressionen zu Beatmungen:
- Erwachsene: 30 : 2
- Kinder ab der Pubertät: 30 : 2
- Kleinkinder und Säuglinge: 15 : 2 (2 Helfer), 30 : 2 (1 Helfer)

Beatmung
Die Zeit für die Insufflation beträgt pro Atemzug max. 1 sec. Als Volumen werden 6 – 7 ml /kg KG abgegeben, was einem Tidalvolumen von ca. 500 - 600 ml entspricht und unabhängig von der Sauerstoffzufuhr betrachtet wird. Sollte eine Beatmung nicht möglich sein, wird darauf verwiesen, nur Kompressionen durchzuführen.

Die frühzeitige Intubation gilt unverändert als Goldstandard, sollte aber nur durch Profi´s in maximal 30 Sekunden durchgeführt werden bei vorbereitetem Material. Bei Intubationsschwierigkeiten wird (unverändert) auf Alternativen verwiesen: Beatmung mit Maske und Handbeatmungsbeutel, Einsatz von Larynxmaske und -tubus sowie Kombitubus. Das Sauerstoffangebot wird mit 100% definiert.



Erweiterte Maßnahmen (advanced life support - ALS)

Erweiterte Maßnahmen (advanced life support - ALS)

Zur weiteren Substitution der Reanimation wird ein venöser Zugang erforderlich. Die endobronchiale Applikation sollte als Überbrückung genutzt werden. Ggf. kann ein intraössärer Zugang gelegt werden.

Adrenalin gilt wieder als der Standardvasopressor der Wahl. Die Dosierung erfolgt mit 1mg i.v. oder 2-3 mg e.b. im zeitlichen Abstand von 3-5 Minuten. Bei evtl. intraossärer Applikation gelten gleiche Bedingungen. Empfohlen wird Adrenalin nach der zweiten Defibrillation.

Adrenalin wirkt
- positiv inotrop - Steigerung der Kontraktionskraft
- positiv chronotrop - Erhöhung der Herzfrequenz
- positiv bathmotrop - Herabsetzung der Reizschwelle
- positiv dromotrop - Steigerung der Reizleitung

Eine hohe Dosierung von Adrenalin wird nicht mehr empfohlen.
Das lange Zeit als Alternative zu Adrenalin gedachte Medikament Vasopressin wird ebenfalls nicht mehr empfohlen!

Amiodaron ist indiziert bei Kammerflimmern und bei ventrikulärer Tachykardie und soll nach der dritten Defibrillation in einer Dosis von 300 mg i.v. als Bolus appliziert werden (= 2 Ampullen) Als Repetitionsdosis werden 150 mg empfohlen, gefolgt von Dauerinfusion (900 mg/24 Std.).
Lidocain als Antiarrhythmikum gilt nur noch als Alternative, wenn Amiodaron (Cordarex ®) nicht zur Verfügung steht.

Weitere Medikamente stellen keine Standardmedikation im Rahmen der Reanimation dar, sondern basieren auf Einzelfallentscheidungen.

Defibrillation
Im Rahmen der Defibrillation gehören Kammerflimmern (VF) und die pulslose ventrikuläre Tachykardie (VT) zu den Indikationen. Empfohlen wird eine biphasische Defibrillation mit 150 – 200 J für den ersten Schock. Danach soll die Energie auf
200 – 360 Joule gesteigert werden. Bei der monophasischen Defibrillation wird von Beginn an 360 J gefordert.
Die biphasische Defibrillation bedingt gegenüber der monophasischen durch die geringere Energie kleinere Myokardschäden und höhere Erfolgsraten.

Bei Kindern ist eine Defibrillation sehr selten notwendig. Sollte sie erforderlich sein, ist sowohl für die monophasische als auch die biphasische Defibrillation eine Energie von 4 J/kg für den ersten und alle weiteren Schocks einzustellen.
(Quelle: ERC Guidelines 2005; Resuscitation 2005; 67)

Emailadresse Autor:




Links zum Artikel:
    Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste
    European Resuscitation Council (ERC)
    Kurzzusammenfassung der neuen Richtlinien
    Handlungsablauf






Forendiskussionen zum Thema:
    CPR: Neue Reanimationsleitlinien der ERC

Letzte Aktualisierung: 04.07.2008 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0229

Dies ist ein Ausdruck des Online-Journals zwai
PORTAL - JOURNAL - FORUM - WEITERBILDUNG für Anästhesie- & Intensivpflege.
Das Dokument ist unter folgender Adresse zu finden: http://www.zwai.net/ZW0229

© zwai.media GbR 2004-2008