Editorial
Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege & Funktionsdienste
Liebe Mitglieder der DGF,
wer macht was, warum und mit welcher Qualifikation im Krankenhaus.
In den letzten Jahren
wurde das Thema Delegation ärztlicher Tätigkeiten zu einem heiß diskutierten
Thema auf
vielen Veranstaltungen und Kongressen. Hintergrund war und ist der Kostendruck
auf das
Gesundheitswesen. Pflegekräfte arbeiten billiger als Ärzte. Hilfskräfte
arbeiten billiger als
Pflegekräfte.
Es entsteht eine Dynamik die fast nicht zu bremsen ist.
Interessant bei diesen
Entwicklungen ist, dass wir über die Aufteilungen der Tätigkeiten
und Zuständigkeiten neu
reden. Aufgrund des aktuellen Bildungsstandes ist die Fachkrankenpflege die
Berufsgruppe, die
hier klare Impulse setzen kann und setzen muss. Die Aufteilung darf und soll
nicht im Rahmen
der Delegation erfolgen. Es muss über die Neuverteilung von Aufgaben gesprochen
werden – offen und ehrlich.
Grundlage der Entscheidung, welche Berufsgruppe
welche Aufgaben
übernimmt, sollte am Nutzen für den Patienten und für die Solidargemeinschaft
aller
Versicherten gemessen werden. Beispiele aus dem Europäischen Umland zeigen
deutlich, dass
derzeit in Deutschland ausschließlich von Ärzten ausgeführte Tätigkeiten
durchaus von
qualifiziertem Fachpflegepersonal zum Wohle der Patienten übernommen werden
können,
ohne dass die Qualität vermindert wird und der Patient unkalkulierbaren
Risiken für seine
Gesundheit ausgesetzt wird. Im Gegenteil, die Versorgungsqualität steigt.
Die Zufriedenheit
der Patienten, ein wichtiger Faktor im Genesungsprozess, ist vorhanden.

Zu diesem Thema hat die DGF wichtige Impulse für eine Stellungnahme des
DPR zur
Begutachtung des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen zur neuen Aufgabenverteilung
und zu Kooperationsformen zwischen den Gesundheitsberufen gegeben:
Die Forderung
für
eine verbindliche und einheitliche Bedarfsermittlung zum Leistungsnachweis
pflegerischer
Tätigkeiten, professionelle Weiterentwicklung der Fachkrankenpflege mit
Eigenverantwortung und Selbstbestimmung, klare Aufgabenzuteilung, Festlegung
eigenverantwortlicher
Aufgabenbereiche
in Abgrenzung zu den weiteren Gesundheitsberufen, Karrieremöglichkeiten auch
im Hochschulbereich.
Betrachten wir die Entwicklungen der Pflege in den letzten 10 Jahren, hat
sich sehr viel
verändert. Es ist eine Dynamik entstanden, die sich nicht mehr aufhalten
lässt. Für die DGF
und die Fachkrankenpflege ist es wichtig, aktiv in diesem Prozess mitzuwirken
und mitwirken
zu können. Dazu benötigt die Fachkrankenpflege eine starke Position, diese
wird an der Zahl
der Mitglieder gemessen.
Ich fordere alle aktiven Mitglieder der DGF auf,
werben Sie eine
Kollegin, einen Kollegen in ihrem Umfeld für eine Mitgliedschaft in der
DGF (Aktion: Mitglieder werben Mitglieder). Gelingt uns eine Verdoppelung der Mitgliedszahlen, wird eine aktive Beteiligung an den verschiedensten Gremien besser möglich sein.
Liebe Kolleginnen
und Kollegen, nur gemeinsam mit der DGF wird es gelingen, bei der Neuverteilung der Aufgaben im Gesundheitswesen aktiv die Interessen der Fachkrankenpflege zu vertreten.
Stärken Sie
Ihren Beruf!
Klaus Notz
1. Vorsitzender der DGF
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