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5. Kieler Symposium für Herzchirurgische Intensivmedizin und Intensivpflege
 
   
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zwai Home : zwaitens : Partner : DGF : Mitteilungen : 2007 : Ausgabe 3 : Editorial
 


erschienen in der intensiv, Fachzeitschrift für Intensivpflege und Anästhesie, Georg Thieme Verlag

Editorial

Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege & Funktionsdienste

Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Stichworte „qualitative Versorgung der Patienten, Delegation ärztlicher Aufgaben und Übernahme von Tätigkeiten durch Pflegende” bestimmen derzeit die Diskussionen in Deutschland auf politischer und berufspolitischer Ebene. Parallel dazu drehen sich weitere Diskussionen um die Frage des weiteren Stellenabbaus in der Pflege und die Frage inwieweit ein Zusammenhang besteht zwischen Quantität und Qualität.


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Das Konfliktpotential ist so groß, dass sehr unterschiedliche Stellungnahmen der ärztlichen und pflegerischen Berufsverbände leider keine Ausrichtung im Sinne einer gemeinsamen Lösung erwarten lassen. Infolgedessen versuchen die Pflegeverbände unter dem Dach des DPR zusammen, aber auch gemäß ihrer spezifischen Vertretung Lösungen anzubahnen. Die zuletzt erschienene Erklärung der DGF zur Pflegequalität und -sicherheit in der Intensivpflege war ein Auftakt dazu. Weitere Stellungnahmen und Erklärungen werden folgen und sind nicht losgelöst zu sehen von einer gemeinsamen Strategie der Pflegeverbände, was einige Leser mit ihren Stellungnahmen auf der Internetseite von zwai.net befürchten. Im Gegenteil. Je mehr durch nicht professionell Pflegende an der Professionalität gezweifelt wird und durch unsachgemäße Äußerungen bekundet wird, desto größer wird das Begehren werden, Planstellen zu sichern und Tätigkeitsfelder zu beanspruchen, die der Kompetenz der hervorragend aus- und weitergebildeten Pflegenden entspricht.

Diese Initiativen ergeben sicht nicht aus unterstelltem Eigennutz und passieren schon gar nicht - wie zu lesen war - in virulenter Form, sondern sind bedingt durch die notwendige, best mögliche Versorgung der Patienten, auf die sie ein Anrecht haben.



Der Spannungsbogen zwischen politisch-ökonomischen sowie unterschiedlichen berufspolitischen Forderungen ist bedingt durch zahlreiche gesetzliche Regelungen. Beginnend mit dem Gesundheitsreformgesetz von 1989 und 10 folgenden gesetzlichen Ergänzungen sowie Änderungen, hat sich der finanzielle Druck in den Kliniken zum Teil erheblich erhöht, sodass unverändert über allerlei Sparpotentiale nachgedacht werden muss.

Nun scheint sich ein Konflikt anzubahnen, der im Zuge der Qualitätssicherung bisherige Vorstellungen konterkariert. Planstellen auf den Intensivstationen werden genauso abgebaut wie auf Normalpflegestationen, obwohl die Intensivstationen das „Nadelöhr der Kliniken” und damit ein Garant sind, dass operative Leistungen unverändert oder gar mit steigender Tendenz erfolgen und honoriert werden können.

Parallel dazu werden Planstellen der Pflege in der Anästhesie abgebaut und immer mehr durch Hilfskräfte ersetzt. Eine ehemals geforderte Relation von Pflegenden und Ärzten gegenüber zu versorgenden Patienten von 2:1 wird plötzlich aufgegeben, wobei die Begründungen undurchsichtig erscheinen. Zeitgleich wird „geprüft” ob anästhesie-technische Assistenten eine Alternative zur Fachpflege sein können. Schaut man sich die Relation von Fachpflegenden zu nicht Fachpflegenden in der Anästhesie an, muss festgestellt werden, dass es weder an der Kompetenz und damit Qualität der Pflegenden liegen kann noch an der Quantität, da es keine andere Abteilung gibt, die in der Regel eine höherwertige Besetzung haben dürfte. Folglich werden Lehrgänge für ATA’s wohl nur unter rein ökonomischen Kriterien ausgerichtet, was vor dem Hintergrund der Qualitätssicherung fragwürdig erscheinen muss.

Hierzu wird die DGF in der nachfolgenden Ausgabe eine umfassende Stellungnahme abgeben und den Stellenwert der Anästhesiepflege beleuchten.



Betrachtet man die vorliegende Studie des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, in der der Zusammenhang zwischen Pflegekapazität und Ergebnisqualität in der stationären Versorgung analysiert wurde, so heißt es hier, dass seit zehn Jahren in Deutschland ein kontinuierlicher Abbau von Planstellen in der Pflege erfolgt und zu befürchten ist, dass sich [...] diese Entwicklung verstärken wird bei gleichzeitiger Zunahme des Pflegaufwands pro Belegungstag. [...] Auf Grund eines mangelnden Systems zur Beurteilung der Behandlungsergebnisse bleibt unklar, inwieweit der Personalabbau in der stationären Pflege in Deutschland eine Verschlechterung der Ergebnisqualität nach sich zieht. Allerdings wird in der Studie eingeräumt, dass „internationale Studien Hinweise für einen positiven Zusammenhang zwischen der Pflegekapazität und der Ergebnisqualität geben, was sich anhand der Zielgrößen Mortalität bei verspäteter Hilfe im Notfall, Verweildauer und Auftreten von Pneumonien zeige.”

Frau Strunk zeigt allerdings auf, dass es nicht nur Hinweise sondern wissenschaftliche Belege in internationalen Studien gibt, die beweisen, dass eine Verknappung von Personal sehr wohl zu negativen Ergebnissen in der Patientenversorgung kommt - siehe EfCCNa Komitees „Studie zum Personalbedarf Intensivpflege 2006 - 2008” am Ende der Mitteilungen.

Der Deutsche Pflegerat (DPR) nahm dieses zum Anlass und diskutierte am 12.5.2007 auf einem Symposium in Berlin mit zahlreichen Experten unter dem Motto „Wie viel Pflege benötigt Deutschland?” Einfluss nehmende Faktoren und potentielle Auswirkungen. Umfassende Informationen folgen.

Unter diesen sich immer weiter zuspitzenden heftigen Diskussionen bleibt die Hoffnung, dass sich Vertreter der pflegerischen und ärztlichen Berufsverbände endlich an einen Tisch setzen und sinnvolle gemeinsame Lösungen entwickeln, auf provokante Thesen verzichten, nicht über den anderen (Partner) hinwegdiskutieren und dabei daran denken: Es kann nur einen geben - den Patienten und seine bestmögliche Versorgung!

Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit und Raum für sorgenfreie Gedanken.

Herzlich,

Dietmar Stolecki

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Letzte Aktualisierung: 16.05.2008 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0273

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