Erster Entwurf des EfCCNa Komitees „Studie zum Personalbedarf Intensivpflege 2006 - 2008”
Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste
Das Thema Personalbestand (workforce) ist nach Angabe des International Council of Nurses (ICN) der zurzeit zweitwichtigste Aspekt im Bereich der Pflege. Der ICN hat daher das „International Centre for Human Resources in Nursing” (Internationales Zentrum für personelle Ressourcen in der Pflege) eingerichtet ichrn.org/.
Auf Grund dessen hat die European Federation of Critical Care Nursing Associations (EfCCNa), die Europäische Föderation der Intensivpflegeverbände, am 28.04.2006 ein Komitee zur Studie des Personalbedarfs für die Intensivpflege eingerichtet.
Die Leitung liegt in den Händen von Ms Amparo Bernat Adell,
dem spanischen EfCCNa Ratsmitglied. In einem Entwurf sind in der EfCCNa Ratssitzung
am 29.04.2007 erste Empfehlungen diskutiert worden.

Vorgestellt wurde der klinisch zu determinierende Goldstandard für die
Intensivpflege. Demnach erfordern Intensivtherapiepatienten (critically ill
patients) zu jeder Zeit eine examinierte Pflegende (1:1), Intensivobservationspatienten
(high dependency, intermediate care) zu jeder Zeit eine examinierte Pflegende
für zwei Patienten (1:2). Für Risikopatienten (risk patients) wird
zu jeder Zeit eine examinierte Pflegende für vier Patienten (1:4) benötigt.
Zum anderen wurde eine Berechnung für die personelle Besetzung nach Patientenkategorie
(level of care), Pflegeabhängigkeit (level of dependency) und Pflegearbeitsbelastung
(nursing workload), also der Patientenanzahl (number of patients) und der Schwere
der Patientenfälle (case mix), sowie den Fähigkeiten der Pflegenden
(skill mix) präsentiert. RCN Guidance for Nurse Staffing in Critical Care,
rcn.org.uk; 07.05.07.
Bedingt durch die in Deutschland zu beobachtenden immer weiter reduzierten
Personalbestände auf Intensivstationen hat die DGF am 16.04.2007 die so
genannte Berliner Erklärung „der Deutschen Gesellschaft für
Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V. zur Pflegequalität und Patientensicherheit
im Intensivpflegebereich” herausgegeben, dgf-online.de.
Neben den deutschen Stellungnahmen (z. B. der Deutschen Interdisziplinären
Vereinigung für Intensivmedizin, DIVI, „Zu den Richtzahlen für
den Bettenbedarf und die Personalbesetzung von Intensiveinheiten in Akut-Krankenhäusern” 20.11.1984;
divi-org.de > Strukturen; 07.05.2007) gibt es weitere Stellungnahmen.
Als kleine Auswahl sollen folgende internationale Richtlinien und Empfehlungen
dienen:
- European Society of Intensive Care Medicine (ESICM). Ferdinande, P and Members
of the ESICM Taskforce. Recommendations on minimal requirements for Intensive
Care Departments. Intensive Care Medicine (1997); 23:226 - 232, http://www.esicm.org. > Library > Recommendations;
07.05. 2007.
- World Federation of Critical Care Nurses (WFCCN). Declaration of Buenos
Aires. Position Statement on the Provision of Critical Care Nursing Workforce
(2005);
wfccn.org, > news;
07.05.2007.
- European Federation of Critical Care Nursing Associations (EfCCNa). Bernat
Adell A and Members of EfCCNa. Workforce Study Project 2006 - 2008. First Draft
presented during the EfCCNa Annual Council Meeting, 29. April 2007.
Für die so genannten „Levels of Care” oder „Levels
of Dependency” gibt es Definitionen, die international vereinbart sind.
Beispiel: Haupt MT, Bekes CE, Brili RJ, Carl LC, Gray AW, Jastremski MS, Naylor
DF, Rudis M, Spevetz A, Wedel SK, Horst M. Guidelines on critical care services
and personnel: Recommendations based on a system of categorization of three
levels of care. Critical Care Medicine. 2003;31(11):2677 - 2683.
Auch für die „Classification of acute hospital beds” (Klassifikationen
der Krankenhausbetten) gibt es international beschriebene Definitionen. Beispiel:
Intensive Care Society of Ireland. Appendix to Irish Standing Committee Response
to the Hanly Report. Implications for Adult Intensive Care. 2006. aagbi.org/
(PDF); 07.05.2007

Schließlich gibt es den so genannten „Critical Care Nursing Gold
Standard” (Goldstandard für Intensivpflege). Beispiel: Moreno R,
Miranda DR. Nursing Staff in Intensive Care in Europe. The Mismatch Between
Planning and Practice. Chest.1998;113(3)752 - 58.
Darüber hinaus gibt es jede Menge an wissenschaftlicher Literatur, die
belegt (Evidence), dass die personelle Besetzung von Pflegepersonal einen Einfluss
auf die Behandlungsergebnisse (Outcomes) der Intensivpatienten hat.
Hierzu bieten sich folgende Datenbanken an:
Cinahl: http://www.cinahl.com/
Pubmed: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?DB
= pubmed (mit Abstraktdisplay).
Heike Strunk
Pflegewissenschaftlerin, M.N., DGF-Beauftragte für Internationale
Angelegenheiten
Emailadresse Autor: