Impressum - Kontakt
X-mas 2007
 
   
      Redaktion | Partner | Call For Papers | Impressum  
zwai Home : zwaitens : Partner : DGF : Mitteilungen : 2007 : Ausgabe 3 : S3 Leitlinie Nichtinvasive Beatmung zur Therapie der akut respiratorischen Insuffizienz
 


erschienen in der intensiv, Fachzeitschrift für Intensivpflege und Anästhesie, Georg Thieme Verlag

S3 Leitlinie „Nichtinvasive Beatmung zur Therapie der akut respiratorischen Insuffizienz (ARI)

Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste

S3 Leitlinie „Nichtinvasive Beatmung zur Therapie der akut respiratorischen Insuffizienz (ARI)

Im Rahmen der wissenschaftlichen Leitlinienentwicklungen ist die DGF, vertreten durch Rolf Dubb (DGF Landesbeauftragter Baden-Württemberg) und Arnold Kaltwasser (Leiter der Weiterbildung Anästhesie und Intensivpflege an der Akademie der Kreiskliniken Reutlingen,) aktives Mitglied des Gremiums unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), das sich mit der Verfassung von Leitlinien beschäftigt. Die Leitlinien der AWMF werden in einem 3-stufigen Prozess entwickelt.

Diesen Artikel
ausdrucken ... Über diesen Artikel
diskutieren ... Diesen Artikel
weiterempfehlen ...

Der hohe Stellenwert der nichtinvasiven Beatmung (NIV) in der Therapie der akuten respiratorischen Insuffizienz (ARI) basiert auf Ergebnissen der breiten klinischen Forschung der letzten 20 Jahre. NIV ist heute nicht mehr aus dem Instrumentarium der Akutmedizin wegzudenken, wobei der Nutzen abhängig von der Indikationsstellung auch heute noch heterogen bewertet wird.

Vor diesem Hintergrund formulierten die delegierten Experten der Deutschen Gesellschaften für

Pneumologie und Beatmungsmedizin, Anästhesie und Intensivmedizin, Internistische Intensivmedizin, Kardiologie, Chirurgie, Neurologie, Pädiatrie, Geriatrie und Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V.

die Leitlinie zum Einsatz der NIV bei ARI. Wesentliches Ziel der Leitlinie ist die breitere Etablierung dieser Therapieform auf dem Boden der heute verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz in der Akutmedizin.



Entstehung der Leitlinie

Mit der Entwicklungsstufe S3 beinhaltet die vorliegende Leitlinie alle Elemente einer qualitativen und quantitativen Evidenz-Analyse sowie einer formalen Konsensfindung. Die Auswahl der Experten erfolgte durch die Vorstände der beteiligten Fachgesellschaften.

Die Projektarbeit zur Leitlinie begann im ersten Quartal 2005. Es formierten sich Arbeitsgruppen zu sechs Themenschwerpunkten:

1. Hyperkapnische Verlaufsform der ARI

2. Hypoxämische Verlaufsformen der ARI

3. Perioperative Anwendung

4. NIV im Weaning

5. Technik und Logistik sowie

6. Palliativer Einsatz der NIV.

Die Literaturrecherche wurde im Rahmen der genannten Arbeitsgruppen durchgeführt. Im ersten Schritt wurde ein Grundkatalog von Veröffentlichungen anhand von Suchwortlisten in Cochrane und PubMed erstellt. In diesem Grundkatalog, der je Arbeitsgruppe zwischen 300 und 1100 Titeln umfasste, wurde jeder Titel durch je zwei Experten auf inhaltliche Relevanz geprüft. Die resultierende Liste relevanter Titel wurde durch eine nicht formalisierte Literaturrecherche aus sonstigen Quellen ergänzt.

In einem zweiten Schritt erfolgte, wiederum nach dem Vier-Augen-Prinzip, die Evidenz-Evaluierung.



Alle Studien wurden nach einheitlichen Kriterien mit Hilfe standardisierter Checklisten bewertet. Die Zuweisung der Evidenzlevel richtete sich dabei nach den Empfehlungen des „Oxford Center of Evidence Based Medicine (CEBM)”. Das in Tab. 1 und Tab. 2 verkürzt dargestellte CEBM-Schema ist ein zentrales Instrument bei der Formulierung der in dieser Leitlinie gegebenen Empfehlungsgrade.

Evidenzlevel
Studien
Ia
Metaanalyse über randomisierte kontrollierte Studien (RCT)
Ib
eine RCT (mit engem Konfidenzintervall)
Ic
Alle-oder-Keiner-Prinzip
IIa
Metaanalyse gut geplanter Kohortenstudien
IIb
eine gut geplante Kohortenstudie oder ein RCT minderer Qualität
IIc
Outcome-Studien
IIIa
Metaanalyse über Fall-Kontroll-Studien
IIIb
eine Fall-Kontroll-Studie
IV
Fallserien oder Kohorten-/Fall-Kontroll-Studien minderer Qualität
V
Expertenmeinung ohne explizite Bewertung der Evidenz oder basierend auf physiologischen Modellen/Laborforschung

Tab. 1 CEBM-Schema für Evidenzstärken

Empfehlungsgrad
Studienlage
A
Evidenzlevel I (randomisierte Studien)
B
Evidenzlevel II/III (kontrollierte Studien)
C
Evidenzlevel IV (Fallserien)
D
Evidenzgrad V (Expertenmeinung)

Tab. 2 CEBM-Schema für Empfehlungsgrade


Auf der Grundlage der evidenzbewerteten Literatur erstellte jede Arbeitsgruppe eine thematische Übersicht ihres Schwerpunktes und formulierte daraus abgeleitete Empfehlungen. Die logische Abfolge der klinischen Entscheidungen wurde, soweit möglich, durch Algorithmen dargestellt.

In zwei Konsenskonferenzen im Juli 2006 und April 2007 unter der Moderation der AWMF wurde die Leitlinie zwischen den beteiligten Gesellschaften abgestimmt. Die Empfehlungsgrade basieren wesentlich auf der Evidenzevaluation, jedoch fließt hier auch die klinische Erfahrung der beteiligten Experten mit ein.

Geplant ist die Veröffentlichung der Leitlinie im Herbst 2007.

Rolf Dubb

Fachkrankenpfleger A+I, Klinikum Stuttgart, Katharinenhospital

Emailadresse Autor:











Letzte Aktualisierung: 16.05.2008 Der Webcode dieser Seite lautet ZW0275

Dies ist ein Ausdruck des Online-Journals zwai
PORTAL - JOURNAL - FORUM - WEITERBILDUNG für Anästhesie- & Intensivpflege.
Das Dokument ist unter folgender Adresse zu finden: http://www.zwai.net/ZW0275

© zwai.media GbR 2004-2008