In der zur Zeit an den kommunalen Kliniken ausgetragenen Gewerkschafts-Meisterschaft geht ver.di erneut in Führung: nachdem ver.di bereits im Tarifstreit an den Universitätsklinken vor dem Marburger Bund (MB) eine Einigung erzielte, konnte man sich jetzt auch mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) auf einen Tarifabschluss für das gesamte Klinikpersonal verständigen. Für die Ärzte allein würden die Gehälter um durchschnittlich zehn Prozent angehoben. Die wöchentliche Arbeitszeit werde 40 Stunden betragen, könne aber auch auf 38,5 Stunden festgelegt werden.
Die MB-Tarifkommission hat am 20. Juni 2006 die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Obwohl die Eckpunkte z.B. hinsichtlich der Arbeitszeiten weitgehend das vorsehen, was VKA und MB in vorherigen Gesprächen vereinbart haben, will sich MB-Vorsitzender Frank Ulrich Montgomery weiterhin keinen Vertrag gefallen lassen, der von ver.di ausgehandelt worden sei. Nach wie vor sieht er ver.di nicht dazu legitimiert, für die mehrheitlich im MB organisierten Krankenhausärzte zu verhandeln.
Sein erneuter Griff in die Metaphernkiste demonstriert dabei nicht den sonst im Krankenhausalltag praktizierten Teamgeist: "Sie würden ja auch nicht wollen, dass am Theater z.B. die Gewerkschaft der Kulissenschieber die Honorare der Schauspieler verhandelt", sagte MB-Intendant Montgomery gegenüber dem rbb-Inforadio. ver.di versuche, die Arzthonorare "relativ billig anzusetzen", während die Gehälter von Pflegern und Schwestern relativ hoch ausfallen sollten.
Der MB erwartet von der VKA die Vorlage eines verbesserten Angebots. Bis dahin sollen die Streiks ausgeweitet und intensiviert werden. (hhe)
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