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Risikomanagement: Die Beatmung der Sechstausend (25.07.2006)

Wie die Wochenzeitung Die Zeit in der Printausgabe 29/2006 ("Kliniken: Alarmiert") meldet, würden im Falle einer mittelschweren Pandemie (z.B. Vogelgrippe) bundesweit 6000 Intensivbetten fehlen.

Den Mangel hat ausgerechnet eine Versicherung, im Allgemeinen keine Befürworter großer Bettenkapazitäten, festgestellt. Die Allianz Private Krankenversicherungs-AG hat zusammen mit dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI Essen) eine Untersuchung über die Auswirkungen einer Pandemie auf die Volkswirtschaft vorgelegt.

En passant kam dabei heraus, dass der seit Jahren kontinuierliche Bettenabbau im Ernstfall zu deutlichen Engpässen bei Intensivbetten und Beatmungsplätzen führen würde. Bei einer Pandemie mit dem Ausmaß der Spanischen Grippe verfügte lediglich Sachsen-Anhalt über ausreichende Kapazitäten. Im Bundesdurchschnitt wäre ein Beatmungsgerät unter 2,9 Patienten zu verlosen. In Ballungszentren würde es besonders eng: In Berlin müssten sich vier Patienten ein Intensivbett teilen. (holbeu)

>>> zur Pressemitteilung bei rwi-essen.de >>>

>>> Report "Pandemie - Risiko mit großer Wirkung" (pdf, 422 KB) >>>

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Krankenpflegehelfer (West) müsste man sein ... (24.07.2006)

... dann würde man nämlich 21 Cent pro Stunde mehr verdienen, als eine Krankenschwester (West).

Mit der dreijährigen Berufsausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in lohnt sich also der Umzug in den Osten: wenigstens dort verdient die Krankenschwester stolze 97 Cent pro Stunde mehr als der einjährig an einer Berufsfachschule ausgebildete Krankenpflegehelfer
- behauptet zumindest die BILD-Zeitung in der "größten Gehaltsumfrage aller Zeiten" ... (hhe)

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Lassa goes Münster (21.07.2006)

Bei einem Patienten des Universitätsklinikums Münster (UKM) ist Lassa-Fieber diagnostiziert worden.
Der 68jährige*, in Sierra Leone praktizierende Chirurg wurde von seiner deutschen Ehefrau am 11. Juli aufgrund zunehmender Beschwerden ins UKM gebracht - seit dem 16. Juli befindet er sich dort in intensivmedizinischer Behandlung.

Nachdem das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin heute die Viren im Liquor, Blut, Urin und Rachenraum des Patienten nachgewiesen hat, wurden am UKM "unverzüglich entsprechende Schutzmaßnahmen eingeleitet". Eine Gefährdung der Bevölkerung wird von den UKM-Hygienikern ausgeschlossen, indes wurde den 30 - 50 Klinikmitarbeiter, die mit dem Mann in Kontakt gekommen sind, eine vorsorgliche Behandlung angeboten.

Der behandelnde Oberarzt Ekkehard Hilker sagte gegenüber der dpa, dass der Schwarzafrikaner zunächst keine typischen Symptome der Erkrankung wie Hautblutungen, Erbrechen oder innere Gewebeschäden gezeigt habe. "Es ist nicht das klassische Bild einer Lassa-Infektion, aber es bestand bereits ein hochgradiger Verdacht", Hilker weiter.

Noch heute soll die Verlegung auf die Isolierstation der Universitätsklinik Frankfurt erfolgen.

Lassa-Viren sind Arenaviren und gehören zu den Erregern viraler hämorrhagischer Fieber. Seit 1974 ist das Lassa-Fieber laut Robert-Koch-Institut zuvor nur viermal in Deutschland aufgetreten - zuletzt im Jahr 2000. (hhe)
>>> zum Video bei wdr.de >>>

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* Korrektur 23.07.2006: Das Alter des Patienten wurde zunächst mit 70 angegeben. (hhe)

Funkzeuge im Bauch (19.07.2006)

Die z.B. aus den FIFA WMTM-Tickets bekannte Radio Frequency Identification-Technologie (RFID) könnte künftig Chirurgen bei der Suche nach im Patienten vergessenen Tupfern behilflich sein.

In der Zeitschrift "ARCHIVES OF SURGERY" wurde jetzt ein handliches Gerät vorgestellt, das mit RFID-Chips versehene OP-Utensilien innerhalb von drei Sekunden präzise lokalisieren kann - auch durch die Bauchdecke.
Das mühsame, prä- und postoperative Zählen der Tupfer (welche OP-Schwester hat schon mehr als zehn Finger?) könnte man sich somit genauso sparen wie die sonst im schlechtesten Fall erforderliche Re-Laparatomie.

Die Idee hat leider nur zwei Haken:
1. Für den Einsatz im großen Stil ist die Technologie derzeit noch nicht bezahlbar und
2. sind die RFID-Chips relativ mühelos manipulierbar - auch durch den Operateur:
zu leicht könnte der hinterlassene Tupfer arglosen Patienten als neue Herzklappe "verkauft" werden ...

Zumindest teilweise identische Bedenken äußert Spiegel Online (SPON). (hhe)

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... Medizintechnik für Menschen wäre bereits teuer und häßlich genug!


Spekulationen überflüssig:
Natürlich haben wir den Link nicht eigenständig entdeckt, sondern haben selbstverständlich bei den Kollegen von Ehrensenf abgeschrieben.
Aber wir machen die besseren Krankenhauswitze! (hhe)

Lehr-Soap im Hörsaal (03.07.2006)

Wie soll man Studierenden nur Fachwissen vermitteln, wenn sich die Jungakademiker lieber dem Musikfernsehen hingeben und Rock-Refrains grölen, als für Klausuren zu büffeln?

Diese Frage wird man sich auch an den Universitäten Ulm und Marburg gestellt haben:

Dort setzt man auf studentengerechte "Frei-Haus-Pädagogik" und bedient sich der MDR-Krankenhaus-Soap "In aller Freundschaft" ... (hhe)

>>> weiter >>>

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