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Der nachtaktuelle TV-Tipp (09.05.2006)

Boris Baberkoff ist 33 Jahre alt und ein virtuoser Cellist, als er während einer Reise in New York einen Schlaganfall erleidet. Sieben Jahre später bereiten er und seine Frau, die Filmemacherin Katarina Peters, ihre Erfahrungen von Krankheit, drohendem Tod, Therapie und Rehabilitation in dem Dokumentarfilm „Am seidenen Faden” auf (zwai berichtete).

Das ZDF zeigt den Film heute Nacht um 00.35 Uhr - die Website zum Film stroke-info.de hat sich zwai-Redakteur Holger Beuse vorher angesehen. >>> weiter >>>

[Über diesen Film im Forum diskutieren]

Schönes bleibt (09.05.2006)
Einmal ist keinmal (28.04.2006)

Regel #1:
Einmalartikel heißen "Einmalartikel", weil sie für die einmalige Anwendung an einem Patienten bestimmt sind.

Regel #2:
Startseitenmeldungen heißen "Startseitenmeldungen", weil sie auf der Startseite stehen und daher nicht besonders lang sein dürfen.


Soweit die Spielregeln.

Wenn aber Regel #1 gebrochen werden darf, dürfen wir auch Regel #2 brechen - also vorsicht: es könnte jetzt etwas komplex werden.

Die dem Grunde nach nicht besonders bahnbrechende Erkenntnis aus Regel #1 hat sich nämlich offensichtlich noch nicht in jedem Krankenhaus herumgesprochen: So kann das Deutsche Ärzteblatt in der 16. Ausgabe 2006 über eine eindrucksvolle nosokomiale Kettenübertragung von Hepatitis-B-Viren berichten, die auf falschen Ehrgeiz bei der "Spar-Olympiade" zurückgeführt werden konnte.

Die Kette beginnt bei der Operation eines Patienten, der zum OP-Zeitpunkt unerkannt chronisch HBV-infiziert war. Durch die Mehrfachverwendung von Infusionssystemen und Spritzen wurden die Viren auf den anschließend im gleichen Saal operierten Patienten übertragen, der seinerseits 5 Wochen später Blut spendete, das bei dem Empfänger der Transfusion eine chronische HBV-Infektion auslöste.

Aber es geht noch weiter: Der gleiche Patient hatte sich vier Monate später einer weiteren Operation zu unterziehen - auch dieses Mal wurden die Systeme nicht gewechselt und die beiden auf dem OP-Plan nachfolgenden Patienten erlitten folgerichtig eine akute Hepatitis B.

Ein Blick der Ermittler in die Einkaufsliste des Krankenhauses brachte erschreckende Hinweise: für 4000 Anästhesien wurden ca. 2500 10- und 20ml-Spritzen eingekauft - ebenfalls wurden dafür nur etwa 2000 Paar Handschuhe benötigt. Lediglich die Anzahl der Venenverweilkanülen korrelierte mit der Zahl der narkotisierten Patienten.

Der Vorgang ist ausführlich nachzulesen im Artikel des Deutschen Ärzte-Blatts, anschaulich nachzuverfolgen in dem dazugehörigen Diagramm und abenteuerlich nacherzählt in der taz. (hhe)

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