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Woche für Woche präsentiert zwai Studienergebnisse aus der Intensivmedizin. Aber wer betreibt überhaupt intensivmedizinische Forschung in Deutschland und sorgt somit für den Nachweis, dass eine qualitative Weiterentwicklung stattfindet? Dieser Frage gingen Boldt, Maleck und Koettner aus der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Klinikums der Stadt Ludwigshafen nach. Dazu untersuchten die Autoren über einen Zeitraum von sechs Jahren die disziplinäre Herkunft der Originalarbeiten mit intensivmedizinischen Themen aus zehn Zeitschriften. Unterschieden wurde dabei nach anästhesiologischer, internistischer, chirurgischer, herzchirurgischer, neurochirurgischer, neurologischer und pädiatrischer Intensivmedizin. Hat sich Gesamtzahl der Publikationen in diesem Zeitraum fast verdoppelt (1992 - 1997: 621 Beiträge / 1998 - 2003: 1245 Beiträge), so wurde aber in den operativen Fächern erheblich weniger publiziert als in der Anästhesie bzw. in den konservativen Fächern: die Rangliste führen die Internisten mit 463 Beiträgen an, gefolgt von der Anästhesie mit 356 Artikeln. Das Schlusslicht bilden die Kardiochirurgen mit 44 veröffentlichten Originalarbeiten. Der Folgerung der Autoren ist nichts hinzuzufügen: "Einige universitäre Bereiche scheinen ihren Forschungsauftrag in diesem Bereich zu ignorieren." [Dtsch med Wochenschr 2005; 130: 197-202] (hhe) [Über diese Meldung im Forum diskutieren]
Die DGF mit ihren Landesbeauftragten für Berlin-Brandenburg, B. Brietzke und E. Hardtke, laden ins Audimax der Charité, Campus Virchow-Klinikum, ein. Fachliche und berufspolitische Themen stehen am 05.März 2005 auf der Agenda. Parallel dazu findet der 1. Berlin-Brandenburger DGF-Fortbildungstag OP-Pflege/OTA statt. Das Programm, ausführliche Informationen und Anmeldeformulare sind unter www.brietzke-berlin.de erhältlich. (hhe)
In keinem anderen Land in Europa vermehren sich die besonders gefährlichen, resistenten MRSA-Keime so schnell wie in deutschen Krankenhäusern. Über die Problematik berichtet das ARD-Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ in seiner Sendung am 25. Januar, um 21.55 Uhr im Ersten. (hhe)
Die Auswirkungen des Durchgangssyndroms bei beatmeten Intensivpatienten auf das Outcome hat eine im JAMA veröffentlichte Studie von Wesley Ely untersucht. Von den 275 internistischen Patienten befanden sich 51 (18,5%) ständig im Koma und verstarben im Krankenhaus. Von den restlichen 224 Patienten entwickelten 183, also 81,7% während des Intensivaufenthalts ein Durchgangssyndrom.Dabei stellten Ely et al. bei den durchgängigen Patienten eine dreifach erhöhte Sterblichkeit innerhalb der folgenden sechs Monate fest. Ebenfalls verbrachte diese Patientengruppe im Schnitt 10 Tage länger im Krankenhaus. Das Durchgangssyndrom stellt also einen ernstzunehmenden Risikofaktor für das Versterben von Intensivpatienten dar. Ungeklärt bleibt, aus welchen Gründen das Durchgangssyndrom die Sterblichkeit genau erhöht und ob sich eine Behandlung des Deliriums positiv auf das Outcome auswirkt. Quelle: JAMA. 2004;291:1763-1786 (hhe) [Über diese Meldung im Forum diskutieren]
Die kardiopulmonale Reanimation wird häufig nur ungenügend durchgeführt. Zu diesem Schluss kommen gleich zwei Studien, in denen die Qualität der Wiederbelebung bezogen auf die AHA-Leitlinien untersucht wurde. In der amerikanischen Studie von Benjamin Abella der Universität Chicago wurden 67 Reanimationen untersucht, wobei in einem knappen Drittel der Fälle die Kompressionsfrequenz zu langsam war, 37% der Kompressionen waren nicht tief genug. Hingegen wurde in 61% der Reanimationen zu schnell beatmet.Bei den Untersuchungen wurden alle Wiederbelebungen durch ausgebildetes medizinisches Personal in Lehrkrankenhäusern durchgeführt. Noch schlechter viel das Ergebnis der europäischen Studie von Lars Wik (Ulleval Universität, Oslo) aus, in der ausserklinische Wiederbelebungen untersucht wurden: der 'no flow' - Anteil der Reanimationsbemühungen lag bei 49% - die Leitlinien sehen für die Unterbrechung der Kompressionen zur Beatmung jedoch maximal einen Anteil von 17% vor. Nur unter großen Vorbehalten können die klinischen Ergebnisse miteinander verglichen werden: ein spontaner Kreislauf wurde bei der europäischen Studie in 35% erzielt - in Chigago 40%. Sechs europäische Patienten (drei Prozent) konnten die Klinik lebend verlassen, in der US-Studie lag der Anteil mit 10,4 %deutlich höher.[JAMA, January 19, 2005—Vol 293, No. 3] Die Quellen sind im Journal of the American Medical Association (JAMA) kostenlos im Volltext einsehbar. Alle weiterführenden Links sind im zwai-Forum hinterlegt.(hhe) [Diese Meldung im Forum diskutieren]
Am kommenden Dienstag, den 25. Januar 2005 veranstaltet die DGF in Zusammenarbeit mit den Städtischen Kliniken Esslingen den Esslinger Intensivpflegenachmittag mit insgesamt 5 Vorträgen zu aktuellen Themen der Intensivpflege und -medizin.Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (hhe)
In der neonatologischen Intensivmedizin ist das Leberversagen ist eine häufige Komplikation. Eine Ursache dafür könnte das in den Infusionssystemen enthaltene DEHP sein: der giftige Weichmacher neigt zur Ausgasung und wäscht sich bei ständigem Kontakt mit Flüssigkeit aus. Besonders neue Infusionsschläuche sind laut Patricia Cameron, Chemie-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein Risiko. "Nach 24 Stunden entweichen rund 50 Prozent des DEHP." Der Weichmacher ist ebenfalls in Spritzen, Beatmungsmasken, sowie Blut- und Nährstoffbeuteln enthalten - in Spielzeug hingegen ist er bereits lange verboten ...[Quelle: taz Nr. 7567 vom 18.1.2005, Seite 8] (hhe) [Über diese Meldung im Forum diskutieren]
Mitte / Ende Dezember hatten wir in der großen Weihnachtsfeier-Umfrage nach den berühmt-berüchtigten Jahresendzeit-Festen gefragt, zu denen die ärztlichen Leiter der klinischen Abteilungen jährlich laden. Frei nach dem römischen Herrschaftsmotto "Brot und Spiele" werden die abhängig Beschäftigten mit Dank und warmen Worten überhäuft und mit einer zünftigen Mahlzeit für das kommende Geschäftsjahr milde gestimmt. Oder war alles halb so schlimm und Eure Feier war ein soziales, kulinarisches und unterhaltsames Highlight, das Ihr nicht missen möchtet? Für die Teilnahme an der Umfrage hatten wir zwar keine warme Mahlzeit, aber immerhin zwei Bücher zur Verlosung ausgelobt. Die zwai-Glücksfee hat nun die Gewinner ermittelt: "Anästhesie compact" von Norbert Roewer aus dem Georg Thieme Verlag geht an FireBIPAP und über "Anästhesie, Intensivmedizin, Intensivpflege" (1. Auflage) von Leo Latasch aus dem Hause Urban & Fischer darf sich Christoph freuen. Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. (holbeu)
Haben wir eigentlich schon? Nö - haben wir nicht: Frohes neues Jahr! Herzlich willkommen zurück zum zwai-Journal Ausgabe 2005. Mit Beginn des neuen Jahres soll dafür gesorgt werden, dass dem ein oder anderen ein Licht aufgeht. Ein TEE-Licht, um genau zu sein: Die transösophageale Echokardiographie (TEE) ist die erste bettseitig verfügbare Technik, die gleichzeitig Informationen zur Morphologie, zur Funktion und zur Hämodynamik zur Verfügung stellt. Dieses Potential kann für den hämodynamisch instabilen Intensivpatienten nutzbar gemacht werden. In dem zweiteiligen Artikel beschreiben Christoph Schmidt und Gregor Theilmeier, Oberärzte an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster, die Vorzüge und Möglichkeiten des Verfahrens. (hhe) [Über diesen Beitrag im Forum diskutieren]
Menschen mit Krebserkrankungen begegnen uns regelmäßig auf Intensivstationen und auch in der Anästhesie. Seien es Patienten während und nach großen tumorchirurgischen Operationen oder Patienten z.B. in Aplasie auf internistischen Stationen. Doch sehen wir zumeist nur einen kleinen Teil der Behandlung. Das Gebiet hat im Ganzen ein so viel-schichtiges Spektrum, dass eigens Fachweiterbildungs-kurse für die Pflege in der Onkologie angeboten werden. Einen kleinen Einblick bietet der 2. Fortbildungstag Pflege in der Onkologie am 01. Februar in Münster. Die Teilnahme an der etwa vierstündigen Veranstaltung ist kostenlos. Programm und Anmeldung als pdf-Datei.(holbeu)