Wie die Familie bekannt gab, ist Therese Valerius, Gründungs- und Ehrenvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktions- dienste, in der vergangen Woche verstorben.
Gegen den Willen der Eltern begann Therese Valerius 1942 eine Ausbildung zur Krankenschwester. Nach diversen beruflichen Stationen lernte sie bei Hospitationen u.a. in Amerika, Kanada und Mexiko verschiedene Weiterbildungen für Pflegepersonal kennen. Vorausschauend hatte sie bereits in den 1960ern erkannt, dass die rasante pflegerische, medizinische und technische Entwicklung eine spezielle Fachausbildung in den Bereichen Anästhesie und der erst aufkommenden Intensivmedizin erforderte.
Als Oberschwester an der Uni Mainz plante Valerius ab 1962 ein Konzept für eine differenzierte Weiterbildung. Der Erfolg eines ersten Modell-Lehrgangs ab 1964 bestärkte sie in ihrem Einsatz für eine bundesweite Umsetzung.
Bei den traditionellen Pflegeverbänden fand sie kein Gehör, man befürchtete eine Zersplitterung und Elitenbildung. So gründete sie 1975 mit 40 engagierten Fach-Pflegekräften die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege (DGF) als eigene Interessenvertretung, Therese Valerius wurde die erste Vorsitzende.
Zusammen mit ärztlichen Berufsverbänden und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) erarbeitete die DGF 1976 eine Empfehlung für die Fachweiterbildung. Sie bildete die Grundlage für Verordnungen und Gesetze zur Regelung der Fachweiterbildung in den verschiedenen Bundesländern.
Ihre herausragenden Leistungen brachten Therese Valerius viele Annerkennungen ein, unter anderem den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz. Ihre letzten Jahre waren von Beschwernissen des Alters und Krankheit geprägt. Therese Valerius wurde 86 Jahre alt. (holbeu)